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Vermögensbarometer 2011

Stabiles Hoch

Die Bundesbürger trotzen der weltweiten Schuldenkrise und blicken optimistisch in ihre finanzielle Zukunft. Vier von fünf Verbrauchern erwarten, dass ihre finanzielle Situation gleich bleibt oder sich sogar verbessert. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Vermögensbarometer 2011, das der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) jährlich veröffentlicht, um die Einstellung der Bürger zu Vermögensbildung und Altersvorsorge zu beleuchten. Die icon Wirtschafts- und Finanzmarktforschung hat hierzu rund 2.000 Verbraucher ab 14 Jahren befragt. Die Hälfte schätzt ihre gegenwärtige finanzielle Situation als „sehr gut“ oder „gut“ ein. Jeder Zehnte möchte in den kommenden Monaten mehr konsumieren als bisher. Nur jeder Vierte wird sich voraussichtlich einschränken – das ist der niedrigste Wert seit sechs Jahren. Mehr Konsum, aber verantwortungsvoll, ist das Motto. Denn für große Teile der Bevölkerung ist Nachhaltigkeit inzwischen ein wichtiges Leitmotiv ihres Handelns – auch bei der Geldanlage. Jeder zweite Bürger erklärte sich grundsätzlich bereit, zugunsten der Nachhaltigkeit auch auf Rendite zu verzichten, ein Drittel der Verbraucher hat sich bereits mit entsprechenden Geldanlagen vertraut gemacht. Besonderen Wert legen Sparer bei der Geldanlage auch auf die Beratung. Mehr als drei Viertel der Befragten gaben an, die Beratung in der Geschäftsstelle ihres Kreditinstituts sei ihnen „wichtig“ oder „sehr wichtig“.
 

Die Zahl

150.000

Mehr als 150.000 Einsendungen aus 63 Ländern haben das Christkindpostamt im oberbergischen Engelskirchen 2010 erreicht. Ein Vorgeschmack auf dieses Jahr, in dem wieder viel Arbeit auf die Postmitarbeiter und ehrenamtlichen Christkind-Gehilfen wartet. Die ersten Wunschzettel der Kinder sind im September eingetroffen und werden seit Mitte November fleißig beantwortet.
 

Buchtipp

Was ich gerade lese: „Wie wollen wir leben?“

Horst W. Opaschowski

hat sich als Zukunftsforscher einen Namen gemacht und berät Politiker sowie Unternehmer.

„Wie wollen wir leben? Was unser Land in Zukunft zusammenhält“
von Hans-Jochen Vogel und Sandra Maischberger,
Siedler,
256 S., 19,99 Euro,
ISBN
978-3-88-680991-2

In Krisenzeiten haben „Elder Statesmen“ Konjunktur: Helmut Schmidt, Richard von Weizsäcker – und jetzt Hans-Jochen Vogel. Der 85-Jährige war Münchens Oberbürgermeister, Berlins Regierender Bürgermeister, Justizminister und SPD-Vorsitzender. Er gilt als eigenständig und prinzipienfest. In „Wie wollen wir leben?“ führt er lebendige Dialoge und Streitgespräche mit Talkshow-Moderatorin Sandra Maischberger. Die beiden erörtern Fragen des Gemeinwesens, unterhalten sich über Atompolitik, Glaubwürdigkeit, Bürgerbeteiligung, Gier, Versöhnung und vieles mehr. Befreit von Amtspflichten und Parteizwängen bezieht Vogel kritisch Position gegen machtbesessene Parteien als reine Wahlvereine und gegen Politiker als Getriebene ohne Ziel und Gestaltungskraft. Seine Antwort auf die Frage des Buches: Wir sollten uns an Werten und am Menschenbild des Grundgesetzes orientieren, nicht nur am Konsum.
 

Glücksatlas 2011

So glücklich ist Deutschland

Die Lebenszufriedenheit der Deutschen ist deutlich gestiegen. Am glücklichsten sind die Hamburger, am unglücklichsten die Thüringer. Zu diesem Ergebnis kommt die Glücksstudie 2011 im Auftrag der Deutschen Post. Ein Team unter der Leitung von Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Universität Freiburg, und Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, analysierte, wie stark Faktoren wie Einkommen, Beruf, Familie, Gesundheit und Kultur das Wohlbefinden beeinflussen. Verantwortlich für Glück seien die vier „Gs“: Gesundheit, Geselligkeit, Geld und Genetik. An oberster Stelle der Glücksbringer steht „sehr gute Gesundheit“, gefolgt von „Ehe und Partnerschaft“ und „Treffen mit Freunden und Bekannten“. Zu den größten Glückshemmnissen zählen Gesundheitsprobleme und der Tod des Partners. Am glücklichsten sind Männer und Frauen zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr, am unzufriedensten in den mittleren Jahren. Wichtiger als Geld sind den Menschen ihre Partnerschaft und Freundschaften. Ostdeutsche sind im Schnitt immer noch weniger glücklich als Westdeutsche, aber insgesamt nähern sich Ost und West an.
 

Fernsehen

Analoges Satellitenfernsehen vor dem Aus

Am 30. April 2012 werden alle deutschen Fernsehsender ihre analoge Satellitenübertragung einstellen. Wer seine Anlage dann noch nicht umgestellt hat, wird „in die Röhre“ schauen. Drei der 17 Millionen deutschen Haushalte, die eine Satellitenschüssel auf dem Dach haben, sind davon vermutlich betroffen. Hausbesitzer und Mieter sollten sich rechtzeitig um die Umstellung auf das digitale Fernsehsignal kümmern. fondsmagazin zeigt, was zu beachten ist.

1. Wie prüfe ich, ob ich noch ein analoges Satellitensignal empfange?

Wählen Sie im Videotext von Das Erste, ZDF, RTL, Sat1 oder den dritten Programmen der ARD die Seite 198. Wenn Sie dort den Hinweis sehen: „Sie empfangen bereits digital“, sind Sie auf der sicheren Seite. Ansonsten müssen Sie handeln.

2. Wie stelle ich den Empfang um?

Wenn Ihre Satellitenschüssel vor 1997 hergestellt wurde, benötigen Sie wahrscheinlich einen neuen Low Noise Block Converter (Universal LNB). Die zentrale Empfangseinheit befindet sich in der Mitte der Schüssel und sollte von einem Fachmann ausgetauscht werden. Außerdem brauchen Sie einen DVB-S-Receiver, um die etwa 300 Digitalprogramme sehen zu können. Der Receiver ist das Bindeglied zwischen Schüssel und Fernsehgerät.

3. Benötige ich einen neuen Fernseher?

Neuere Geräte sind oft bereits mit einem integrierten DVB-S-Empfangsmodul ausgestattet. Ältere Geräte können per Scart-Kabel mit dem Receiver verbunden werden.

4. Habe ich Alternativen?

Sie können auf Kabelfernsehen oder Fernsehen über eine schnelle Internetverbindung umsteigen (IPTV). Oder Sie nutzen das digitale terrestrische Fernsehen DVB-T über Antenne.

5. Was sind die Vorteile des digitalen Fernsehens?

Bild- und Tonqualität sind besser. Außerdem können Sie mehr Programme empfangen, denn die Datenleitungen sind nun leistungsfähiger. Beim analogen TV wird ein Bild 25-mal pro Sekunde gesendet, beim digitalen nur die Veränderungen zum vorher gezeigten Bild.
 

Nachhaltige Investments

Nachgefragt

Henry Schäfer ist Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Finanzwirtschaft an der Universität Stuttgart.

Der Markt für nachhaltige Investmentfonds ist während der Krise gegen den Trend gewachsen. Wie erklären Sie sich den steigenden Marktanteil?

Dafür gibt es im Grunde drei Ursachen. Erstens sind Anleger, die sich für nachhaltige Fonds entscheiden, wesentlich treuer. Während konventionelle Investmentfonds in Krisenzeiten traditionell erhöhte Mittelabflüsse aufweisen, ist das bei nachhaltigen Fonds weniger der Fall. Zweitens hat die Finanzmarktkrise bei vielen Privatanlegern dazu geführt, dass sie sich kritischer mit der Art der Geldanlage auseinandersetzen. Sie möchten wissen, wohin ihr Geld fließt und wie es eingesetzt wird. Und drittens ist das Bedürfnis der Menschen stärker geworden, aktiv einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Wo bieten sich nachhaltige Investitionen an?

Nachhaltigkeit wird in den Köpfen der Anleger immer mit Themen wie etwa Wasser oder erneuerbare Energiequellen assoziiert. Darüber hinaus gibt es aber auch eine Reihe von Feldern, die weit weniger erschlossen sind, wie Bildung, Infrastruktur oder Immobilien. Letztere sind beispielsweise die größten Ressourcenfresser und gleichzeitig die größte Chance für die Energiewende. Offene Immobilienfonds mit sogenannten Green Buildings im Portfolio sind eine große Bereicherung für nachhaltiges Handeln. Denn diese „grünen Gebäude“ verbrauchen zum Beispiel weniger Energie und Wasser. Sie können durch gute Belüftung und Beleuchtung außerdem dazu beitragen, dass die Mieter zufriedener sind.

Wie können Anleger ein nachhaltiges Finanzprodukt erkennen?

Seit Mai 2008 existiert ein Gütesiegel, das Transparenzlogo des European Sustainable Investment Forums (Eurosif). Es ist aber noch nicht so verbreitet wie beispielsweise das Biosiegel für Nahrungsmittel. Anleger können ihren Sparkassenberater um Unterstützung bitten. Zudem bieten Stiftung Warentest und Öko-Test eine gute Orientierung.

Sind nachhaltige Investments nur etwas für das gute Gewissen oder rentieren sie sich auch?

Breit aufgestellte Fonds, die nach dem Best-in-Class-Prinzip in Unternehmen mit den besten Nachhaltigkeitswerten innerhalb ihrer Branche investieren, behaupten sich im Vergleich zu konventionellen Fonds gut. Letztendlich hängt ihre Wertentwicklung auch stark von der Expertise des jeweiligen Fondsmanagers ab. Nachhaltigkeitsindizes konnten in der Vergangenheit sogar Mehrwerte gegenüber konventionellen Vergleichsindizes erzielen.
 

Aktion Gemeinsinn

Erst prüfen, dann kaufen

„Werden Sie ein Geldverbesserer“, fordert die Aktion Gemeinsinn. Mit dieser Infokampagne appelliert sie an Verbraucher, die Welt zu verbessern, und zwar mit jedem Euro. Ganz gleich, ob eine Bluse, ein Brot oder ein Backofen gekauft wird: Alles koste mehr als den Preis, den der Händler verlangt, so Gemeinsinn, beispielsweise durch Folgekosten bei Strom- und Wasserverbrauch. Eine längere Nutzungsdauer aber spare Geld und schone die Umwelt. Deutschlands älteste Bürgerinitiative fordert Verbraucher auf, sich für den Kauf umweltfreundlicher und gesundheitlich unbedenklicher Produkte zu entscheiden, die zu fairen Arbeitsbedingungen angefertigt worden sind.
 

Leserumfrage

fondsmagazin-Leser engagiert

Wer Ökostrom bezieht, kann die Zusammensetzung des bundesweiten Energiemix' beeinflussen und somit zur Energiewende beitragen. In der fondsmagazin-Ausgabe 3/2011 wollten wir von unseren Lesern wissen, ob sie bereit sind, den Stromanbieter zu wechseln. Die Reaktionen waren überwiegend positiv: 78 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage beziehen bereits „grünen“ Strom oder haben vor zu wechseln – nur 22 Prozent sagen, dass ihnen ein Ökostromtarif zu teuer sei.
 

Internet

Silversurfer gehen online

Sie sind im Kommen, die sogenannten Silversurfer, die sich wie ihre jüngeren Vorbilder ganz selbstverständlich im Internet bewegen. 34,5 Prozent der Deutschen, die 60 Jahre und älter sind, nutzen heute das Internet – 2010 betrug ihr Anteil nur 28,2 Prozent. Dies geht aus einer aktuellen Onlinestudie von ARD und ZDF hervor. Demnach sind inzwischen 73,3 Prozent aller Deutschen online; 2010 waren es 69,4 Prozent. Damit ist Deutschland der größte Internetmarkt in Europa. Der Zuwachs von 2,7 Millionen neuen Nutzern kam nahezu ausschließlich aus den mittleren und älteren Alterssegmenten.
 

Riester

400.000 Verträge

Im September 2011 wurde der 400.000. Riester-Vertrag bei der DekaBank abgeschlossen. Viele Sparkassenkunden nutzen somit bereits die Vorteile einer staatlich geförderten Altersvorsorge mit Investmentfonds – und vertrauen auf zwei Angebote: Deka-BonusRente und Deka-ZukunftsPlan. Kunden, die ausrechnen möchten, wie hoch ihre individuelle Riester-Förderung und mögliche Steuervorteile sind, können den prämierten Deka Riester-Rentenrechner unter www.deka.de/riester nutzen (Platz 1 im Test „Riester-Förderrechner“, Öko-Test Kompakt Riester-Renten 2010, Ausgabe 1/2010). Mit dem neuen Vorsorgerechner auf der Homepage lassen sich zudem die individuelle Rentenlücke und der monatliche Vorsorgeaufwand ermitteln.
 

Verbraucherpreise

Teure Fortbewegung

Deutsche Autofahrer müssen immer tiefer in die Tasche greifen: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben sich die Preise rund um das Automobil zwischen September 2009 und August 2011 um 7,2 Prozent erhöht – die Verbraucherpreise nur um durchschnittlich 3,8 Prozent. Die Entwicklung sei vor allem auf die stark angestiegenen Kraftstoffpreise zurückzuführen. Superbenzin wurde im betrachteten Zeitraum um 18 Prozent teurer, Diesel sogar um mehr als 27 Prozent. Auch die Prämien für Kraftfahrzeugversicherungen stiegen: um 4,5 Prozent. Positive Ausnahme: Die Anschaffung eines neuen Autos verteuerte sich kaum. Die Preise legten von September 2009 bis August 2011 lediglich um 0,5 Prozent zu.
 

Steuererleichterung

Wohngebäudesanierung

Mit dem Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie wird die Förderung alternativer Energien verbessert. So erhalten Immobilienbesitzer neue Steueranreize für energetische Sanierungsmaßnahmen. Geplant ist, dass die Eigentümer jährlich 10 Prozent der Aufwendungen für Wärmedämmung und Ähnliches über einen Zeitraum von zehn Jahren steuermindernd geltend machen dürfen. Neben steuerlichen Anreizen soll das CO2-Gebäudesanierungsprogramm um 1,5 Milliarden Euro aufgestockt werden.