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Sie fragen, unsere Experten antworten

Ich möchte den Rentenanteil meines Depots breiter aufstellen und Emerging Markets berücksichtigen. Welche Fondslösungen bieten sich hier an?
Angesichts niedriger Ausfallraten und hoher Zinskupons sind Schwellenländer-Rentenfonds interessant. Die Emerging Markets haben schnell auf den Wachstumspfad zurückgefunden und sollten auch zukünftig deutlich höhere Wachstumsraten als viele Industrieländer aufweisen. Neben attraktiven Zinserträgen sind Währungsgewinne möglich, insbesondere vor dem Hintergrund der lockeren Geldpolitik vieler Industriestaaten. Zudem können die meisten Schwellenländer infolge niedriger Staatsschulden und intakter Konjunktur mit geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen in weltwirtschaftlichen Schwächephasen gegensteuern. Die Deka bietet drei Schwellenländer-Rentenfonds an: Deka-ConvergenceRenten konzentriert sich auf Osteuropa, Deka-Global ConvergenceRenten investiert weltweit in Lokal- und Hartwährungsanleihen, DekaLuxTeam-EM Bond legt ebenfalls global an, sichert Währungsschwankungen aber ab.
Welche sachwertorientierten Fondsanlagen können Sie neben Immobilienfonds empfehlen?
Auch Aktien gehören zu den realwirtschaftlichen Anlageklassen. Der Aktienfonds Deka-DividendenStrategie investiert weltweit in dividendenstarke Unternehmen. Er bietet attraktive Ausschüttungen, was vor dem Hintergrund eines historisch niedrigen Zinsniveaus am Renten- und Geldmarkt interessant ist. Zusätzlich besteht die Chance auf Kursgewinne, wenn sich die Aktienmärkte erholen. Gerade dividendenstarke Titel entwickelten sich in der Vergangenheit nach einer Rezessionsphase häufig besser als Titel mit niedriger Dividendenrendite. Für Deka-DividendenStrategie spricht auch, dass seine Anlagepolitik einen vergleichsweise defensiven Einstieg in den Aktienmarkt ermöglicht. Qualitätsaktien mit überdurchschnittlicher Dividende bieten bei sinkenden Kursen einen Sicherheitspuffer.
Wie hat sich DekaStruktur: 5 ErtragPlus im Aktiensegment angesichts des unsicheren Kapitalmarktumfelds positioniert?
Seit Anfang August zeigen sich die Kapitalmärkte mit Blick auf den weiteren Verlauf der Schuldenkrise in Euroland und die Konjunkturrisiken verunsichert. Besonders schlimm traf es die Aktienindizes in Euroland und Deutschland, die – gemessen an den Jahreshöchstständen – zeitweise über 30 Prozent einbüßten. In diesem Umfeld reagierte das Management des Dachfonds umsichtig und reduzierte zunächst den Aktieninvestitionsgrad auf die Minimalquote von 10 Prozent. Um die Einhaltung der für die ErtragPlus-Variante angestrebten maximalen Verlustuntergrenze von 5 Prozent im Kalenderjahr nicht zu gefährden, entschloss sich das Management im weiteren Verlauf, den Aktienanteil auf ein Minimum zu reduzieren. Sollte sich in den nächsten Monaten abzeichnen, dass die Aktienindizes einen Boden gefunden haben und auch die Aussichten für die Volkswirtschaften im Allgemeinen und für die Unternehmen im Speziellen klarer werden, wird das Management wieder gezielt Chancen an den Aktienmärkten wahrnehmen. Denn auch in Zukunft werden Firmen in aller Welt Geld verdienen und weiter wachsen. Es stellt sich nur die Frage, wann das wieder honoriert wird.
Welche sinnvollen Anlagemöglichkeiten bieten sich, wenn ich bereit bin, ein gewisses Risiko zu akzeptieren?
Die Kapitalmärkte befinden sich derzeit in einer sehr unruhigen Phase. Grund hierfür sind die Probleme, die sich aus der hohen Verschuldung der Euro-Peripherieländer ergeben. Hinzu kam die Angst vor einer Konjunkturabschwächung. Diese Rahmenbedingungen wirken derzeit negativ auf viele Anlageklassen, sodass zum Beispiel deutsche Aktien weit unter dem Jahreshöchststand notieren. Viele Anleger fragen sich deshalb, ob man jetzt Neuinvestitionen tätigen sollte. Dies hängt von der persönlichen Risikoeinstellung und anderen individuellen Faktoren ab, die am besten in einem persönlichen Beratungsgespräch in der Sparkasse geklärt werden. Unabhängig davon sollten Kunden bei einer Neuinvestition gegenwärtig über einen schrittweisen Einstieg nachdenken. Hierfür eignet sich etwa das neue Deka-Vermögenskonzept Aktiv, das in vier Varianten angeboten wird. Neben einer professionellen Einstiegssteuerung bietet dieses Anlagekonzept viele weitere individuelle Ausgestaltungsmöglichkeiten. Konkrete Informationen hierzu erhalten Sie bei Ihrem Berater in der Sparkasse.
Die enthaltenen Aussagen geben unsere aktuelle Einschätzung zum 31. Oktober 2011 wieder, die sich jederzeit und ohne vorherige Ankündigung ändern kann.


Vertrags-Check
Papiere prüfen

Im vergangenen Jahr zahlte jede Privatperson in Deutschland durchschnittlich 1.870 Euro an Versicherungsprämien, gab der Gesamtverband der deutschen Versicherer bekannt. Auf jeden Einwohner entfielen somit etwa sechs Policen. Das Problem: Viele Menschen sind falsch versichert – davon gehen zumindest die Verbraucherzentralen aus. Weil sich Notwendigkeit und Umfang der Versicherungen je nach Lebenssituation ändern, empfiehlt sich spätestens alle fünf Jahre eine grundlegende Überprüfung (-> „Was kann, was muss“).
Vorrangig sind in jeder Lebenslage die „größten anzunehmenden Unfälle“ abzusichern, wie Krankheit, Invalidität und der Schutz vor Haftpflichtansprüchen Dritter. Wer beispielsweise einen Schaden verursacht, muss dafür in unbegrenzter Höhe haften. „Auf eine private Haftpflichtversicherung zu verzichten, ist daher mehr als fahrlässig“, sagt Ralf Meyer vom Verband öffentlicher Versicherer in Düsseldorf.
Einkommen absichern
Ebenfalls wichtig: die Absicherung des regelmäßigen Einkommens. Bei einer vorübergehenden oder dauerhaften Berufsunfähigkeit droht schnell der finanzielle Abstieg. Mehr als jeder Vierte muss laut Angaben des Statistischen Bundesamts aus gesundheitlichen Gründen irgendwann den Job aufgeben. Wer sich hier nur mit einer privaten Unfallversicherung schützt, tut zu wenig. Denn zu 90 Prozent sind nicht Unfälle, sondern Krankheiten die Ursache für einen längeren Ausfall. Allerdings sorgen derzeit lediglich 19 Prozent der Erwerbstätigen mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) vor. Durch sie erhält der Versicherte eine monatliche Rente, wenn er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann; die Unfallversicherung zahlt bei Invalidität lediglich einmalig.
Deutlich mehr Wert legen die Deutschen auf die Absicherung materieller Güter, allen voran die des Autos. Laut einer Befragung des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) fühlt sich jeder zweite Bundesbürger bei der Kfz-Versicherung sehr gut geschützt. Die Bürger achten aber auch auf das Preis-Leistungs-Verhältnis: 30 Prozent wollen den Anbieter wechseln, sofern sie einen günstigeren Tarif oder ein umfangreicheres Leistungsangebot erhalten. Die Chancen dafür stehen gut. Bis zu 1.000 Euro können Versicherte im kommenden Jahr sparen, wenn sie vom teuersten in den günstigsten Basistarif umsteigen, so das Ergebnis einer repräsentativen Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ). Ein Wechsel ist grundsätzlich bis zum 30. November möglich. Zudem besteht ein Sonderkündigungsrecht nach einer Beitragserhöhung. Versicherungsfachmann Meyer rät, die Vertragsbedingungen genau zu vergleichen: „Die Leistungsunterschiede der Anbieter sind zum Teil erheblich.“
Für Hausbesitzer ist wiederum eine Wohngebäudeversicherung sinnvoll, die greift, wenn etwa ein Sturm das Dach abdeckt. Für Bauherren, die ihre vier Wände in Eigenregie hochziehen, empfiehlt sich darüber hinaus für die Bauzeit eine spezielle Haftpflichtversicherung.
Hausrat-, Rechtsschutz- oder Fahrradversicherung sind hingegen in vielen Fällen überflüssig. Verbraucherschützer raten, sich bei jeder Versicherung kritisch zu fragen: „Droht ein finanzieller Ruin, wenn ich nicht versichert bin?“ Heißt die Antwort „Nein“, kann man sich das Geld sparen.

Fitness und Gesundheit
Fit über 40

In den ersten Lebensjahrzehnten schenkt die Natur dem menschlichen Körper scheinbar unerschöpfliche Vitalität. „Doch bereits ab Mitte 30 nimmt die Muskelmasse kontinuierlich ab, die Knochen verlieren an Festigkeit, der Stoffwechsel verlangsamt sich, der Wassergehalt sinkt – wodurch die Haut faltiger wird und die Bandscheiben an Elastizität verlieren“, beschreibt Ernährungswissenschaftler Günter Wagner vom Bad Nauheimer Institut für Sporternährung die natürlichen Alterungsprozesse. „Außerdem sinkt der Energieverbrauch von durchschnittlich 2.400 Kilokalorien pro Tag beim 45-jährigen Mann auf rund 1.900 Kilokalorien beim 65-Jährigen, bei Frauen von 1.900 auf 1.700 Kilokalorien.“ Wer also lebenslang Portionen wie ein 20-Jähriger verzehrt, nimmt zwangsläufig zu. Übergewicht wiederum ist ein Risikofaktor für eine Vielzahl von Erkrankungen wie Bluthochdruck, Rückenbeschwerden, Arthrose oder Diabetes mellitus. Winfried Banzer, Gesundheitsexperte des Deutschen Olympischen Sportbundes, ist überzeugt: „Ältere Menschen erkranken oft nicht deshalb, weil sie älter geworden sind, sondern weil sie sich nicht genug bewegen.“
Fitness für Leib und Seele
Bewegung ist die beste Prävention, darüber sind sich Ernährungswissenschaftler und Mediziner einig. Orthopäde Thomas Wessinghage, Klinikdirektor und ehemaliger Europameister im 5.000-Meter-Lauf, nennt einige der positiven Nebenwirkungen: „Regelmäßige Bewegung trainiert das Herz-Kreislauf-System, aktiviert den Stoffwechsel und stärkt das Immunsystem.“
„Ich habe nie eine Erkältung“, bestätigt Frank Linck diese Effekte. Der 55-Jährige fährt täglich 21 Kilometer inklusive einer Steigung von 400 Höhenmetern mit dem Rad zur Arbeit. Auch Pensionär Gerhard Müller sieht seinen Arzt nur zu Vorsorgeuntersuchungen. Pro Jahr nimmt der 65-Jährige an 14 Triathlon-Veranstaltungen und zwei Marathons teil. Außerdem steht zweimal jährlich ein Duathlon, eine Kombination aus Laufen und Radfahren, auf dem Fitnessprogramm. Ruth Frei, die mehrmals pro Woche zum Klettern geht, sagt: „Ich bin zwar nicht immer gesund, aber immer guter Laune. Stimmungsschwankungen, wie sie meine Freundinnen durch die Wechseljahre erleben, kenne ich nicht.“ Tatsächlich weisen zahlreiche Studien nach, dass Sport Wechseljahresbeschwerden nicht nur lindern, sondern sogar verhindern kann. Sport ist ein anerkannter Stimmungsaufheller und wird auch gezielt bei der Behandlung von Burnout oder Depressionen eingesetzt.
Für Sport ist man nie zu alt
Dabei ist es nie zu spät, mit Sport anzufangen. Vor sieben Jahren zählte Ruth Frei noch zu den 87 Prozent Bewegungsmuffeln in Deutschland, die das Robert Koch-Institut seinerzeit ermittelt hatte, und plagte sich mit den ersten Zipperlein. Ihre Ärztin empfahl leichtes Krafttraining für die Rückenmuskulatur und schnelle Spaziergänge für die Ausdauer – insgesamt ausreichend, um sich im Alter fit zu halten. Die damals 43-Jährige fand schnell Gefallen am Sport und ließ sich von ihrer Tochter zu einem Kletterkurs überreden. Heute ist sie überzeugt: „Man muss nur eine Sportart finden, die einem wirklich Spaß macht – dann besiegt man auch seinen inneren Schweinehund.“ Und mit regelmäßigem Training wachsen Kraft und Kondition.
Auch Frank Linck fand „seinen“ Sport erst mit Mitte 30. Inzwischen hat der Unternehmer mehrere berühmte Routen absolviert, darunter den Ultra Bike Marathon durch den Schwarzwald und die Pyrenäen-Pässe der Tour de France vom Atlantik zum Mittelmeer. In diesem Jahr verknüpfte er den längsten Radmarathon Europas von Trondheim nach Oslo mit der größten Amateur-Fahrradtour der Welt, der Vätternseerunde in Schweden. An vier Tagen radelte er insgesamt 1.220 Kilometer. „Bei der Fahrt um den Vätternsee war ich sechs Stunden vor meinem 22 Jahre jüngeren ‚Konkurrenten‘ im Ziel, der schon lange stichelt, ich sei altersbedingt auf dem absteigenden Ast“, erzählt der Radsportler mit einem Augenzwinkern. Gerhard Müller war über 40, als er seinen ersten Triathlon absolvierte. „Dafür musste ich erst einmal richtig schwimmen lernen“, erinnert er sich. Obwohl geübter Marathonläufer, ging ihm im Wasser schon nach 200 Metern die Puste aus. Er nahm eine Trainingsstunde, korrigierte Atmung und Technik und schaffte gleich 1.000 Meter. Inzwischen blickt Müller auf 290 Zieleinläufe bei Triathlon-Veranstaltungen zurück. Damit ist der Erlanger deutscher Rekord-„Finisher“, er errang 15 Medaillen bei deutschen Meisterschaften und sammelte vier deutsche und fünf bayerische Meistertitel im Triathlon, Duathlon und Marathon. „Das ist nur mit der nötigen Regeneration zu schaffen“, sagt er besonnen. Nach der Wettkampfsaison hält er zwei Monate Ruhe, danach baut er seine Muskeln durch spezielles Training der Schnellkraft wieder auf. Der Wechsel zwischen Anstrengung und Erholung ist gerade für ältere Sportler wichtig, weil ihre Stoffwechselprozesse langsamer vonstattengehen. Sportmediziner raten Einsteigern vorab zu einem Gesundheits-Check und einem Aufbautraining in der Startphase.
In seinen späten 50ern musste Gerhard Müller lernen, dass auch zusätzliches Training nicht mehr zu Leistungssteigerungen führt: „Das muss man dann akzeptieren.“ Statt sich an früheren Leistungen zu messen, sollte man sich an seiner Altersklasse orientieren. Müller ist zuversichtlich: Der Triathlet möchte auch mit 100 Jahren noch zum Wettkampf antreten.



