Zukunftsvisionen
Auf den Spuren unserer Zukunft

Jetzt geht die Fantasie mit ihm durch, mag mancher gedacht haben, als er hörte, was der britische Physiker Joseph John Thomson im Jahr 1909 voraussagte. Zu einer Zeit, als manche Gegenden Deutschlands noch nicht einmal elektrifiziert waren, prognostizierte der Nobelpreisträger von 1906, dass der Strom eines Tages knapp werde. Dann könnten die Menschen um alle größeren Städte „Sonnenstrahlenfallen“ aufbauen, die das Sonnenlicht bündeln und in Energie umwandeln – damals Utopie, heute Wirklichkeit.
Von der nahen Zukunft haben viele Menschen eine realistische Vorstellung. Die nächsten technischen Revolutionen stehen möglicherweise kurz bevor, etwa ein Siegeszug von Elektroautos oder der Beginn des Weltraumtourismus für Reisende mit dem nötigen Kleingeld. Mit zunehmender zeitlicher Entfernung aber werden die Vorhersagen vager – und die Frage nach dem Kommenden wird umso interessanter: Wie sieht die Welt im Jahr 2050 aus? Was für ein Leben werden die Menschen von übermorgen führen?
Optisch dem Flügelschlag einer Libelle nachempfunden: In dem von Vincent Callebaut entworfenen Hochhaus „Dragonfly“ sollen auf 360.000 m² mitten in New York zum Beispiel Obst, Getreide, Milch und Fleisch produziert werden.
Über den Wolken
Einen Eindruck davon, was sich ändern könnte, bekommt man unten in der Episode „Ich wache über den Wolken auf.“ Sie klingt wie aus einer fernen Zeit, ist in Teilen aber in greifbarer Nähe. „Schon heute könnten wir Gebäude mit einer Höhe von mehr als 2.000 Metern errichten“, sagt der Ingenieur und Architekturprofessor Werner Sobek. Für derartige Giganten wären allerdings riesige Anstrengungen der Ingenieure notwendig, damit die Immobilie auch starken Stürmen standhalten kann. Das derzeit höchste Gebäude der Welt, der Burj Khalifa in Dubai, misst 828 Meter, in Saudi-Arabien wird mit dem Kingdom Tower erstmals ein Wolkenkratzer mit einem Maß von über 1.000 Metern geplant. „Die Hochhäuser der Zukunft könnten als eigene Stadt konzipiert werden – mit allem, was man zum Leben braucht“, so Sobek.
Der Umweltwissenschaftler Dickson Despommier von der Columbia University in New York geht noch weiter: In seinen Vorstellungen von futuristischen Wohntürmen bauen die Bewohner sogar ihre Nahrung selbst an. Das spart nicht nur Platz, der bereits heute in Ballungsräumen sehr knapp ist – auch fallen die Transportwege weg. Auf den einzelnen Stockwerken gedeihen dank besonders lichtdurchlässiger Scheiben Weizen oder Mais. Sogar exotische Pflanzen wachsen dort, weil sich das Klima je nach Bedarf regulieren lässt. Ananas aus Etage 135 – kein Problem. Und der Futtermais fährt im Aufzug ein Stockwerk tiefer, wo die Schweine bereits hungrig im Hightech-Stall warten.
Personalisierte Pillen
„Wir haben faszinierende Optionen“, urteilt der Brite Mark Stevenson, der sich ein ganzes Jahr lang auf eine „Reise in die Zukunft“ begeben hat. Der Wissenschaftsjournalist sprach mit Forschern und Denkern in aller Welt. Er besuchte Molekularbiologen, die daran arbeiten, „Fabriken“ zu bauen, die kleiner als ein Sandkorn sind. Er sah Medizinern über die Schulter, die an personalisierten Pillen forschen. Als Stevenson zurückkehrte, schrieb er einen Reisebericht mit dem Titel „An Optimist’s Tour of the Future“. Und so liest sich das Buch auch: zuversichtlich und vielversprechend. „Am meisten beeindruckt hat mich, wie die neuen Entwicklungen zusammenhängen und sich gegenseitig verstärken“, berichtet Stevenson begeistert.
Internet und Biotechnologie sind laut Stevenson ein bedeutendes Paar: Anne Wojcicki, Biologin und Ehefrau von Google-Gründer Sergey Brin, rief die Firma 23andMe ins Leben. Dort können Interessenten bereits heute ihr Erbgut auf Krankheiten oder Vorprägungen untersuchen lassen – eine Art Googeln des Genoms. Diese Methode wendet das Unternehmen auch bei der Erforschung der Nervenkrankheit Parkinson an. Es analysiert die Daten von 10.000 betroffenen Patienten, um daraus neue Therapieansätze zu entwickeln. Am Ende der Untersuchungen könnte in einigen Jahrzehnten eine individuelle Medizin stehen: Pillen gegen Krebs etwa, die auf das spezifische Genprofil eines Betroffenen abgestimmt werden und deswegen optimal wirken können.
Die synthetische Biologie ist noch atemberaubender: In diesem jungen Zweig der Lebenswissenschaften geht es darum, Zellen so zu kultivieren, dass neues Gewebe entsteht. Irgendwann, prophezeien die Experten, werden Biologen mit diesem Verfahren neues Leben bauen – fast so, wie Kinder heute Legosteine zusammensetzen. Es gilt schon jetzt als wahrscheinlich, dass Mediziner im Jahr 2050 in der Lage sein werden, Organe zu „züchten“. Patienten mit Leber- oder Nierenkrankheiten werden dank der künstlichen Organe mit viel geringerem Aufwand geheilt.
Künstliche Intelligenz spielt schon lange eine zentrale Rolle, wenn Menschen sich die Zukunft ausmalen. Geht der Fortschritt so weiter wie bisher, sind lernfähige Roboter in 40 Jahren Realität. Die Roboterindustrie wird der Autoindustrie den Rang ablaufen, schreibt etwa der Physiker und Zukunftsforscher Michio Kaku aus New York. Und die intelligenten Maschinen werden folgerichtig auch den Verkehr regeln. Denn die Autos der Zukunft kommen ohne Fahrer aus. Kaku stellt sich vor, dass ein zentraler Computer den Gesamtüberblick hat und die Steuerung aller Autos übernimmt. Er bringt die Fahrgäste sicher an jeden gewünschten Ort. Und wer heute als Rom-Besucher noch darüber enttäuscht ist, dass vom Römischen Reich nur noch Ruinen übrig sind, könnte künftig mithilfe einer intelligenten Kontaktlinse das antike Rom in seiner Blütezeit als Rekonstruktion mit eigenen Augen sehen. Weil die Roboter außerdem einen großen Teil der mechanischen Arbeiten übernehmen, werden sich die Menschen in ihren Berufen stärker auf die kreativen Tätigkeiten und Dienstleistungen konzentrieren. Kaku hat übrigens eine pragmatische Einstellung zu Utopien: Alle Visionen, die keine Naturgesetze verletzen, haben die Aussicht, einmal Realität zu werden. Das gilt für Gedankenlesen ebenso wie für Teleportation und Unsichtbarkeit. Der Wissenschaftler ist fest überzeugt: „Wir stehen am Anfang einer neuen Physik.“
Kleine Ursache, große Wirkung
Große Veränderungen könnte auch ein Zweig der Wissenschaft bewirken, der im Kleinen zu Hause ist: die Nanotechnologie. Sie beschäftigt sich mit allem, was kleiner als 100 Nanometer ist; das sind gerade einmal zehn Millionstel Meter. Die Wissenschaftler widmen sich hier den einzelnen Molekülen. Eines Tages sollen sie in der Lage sein, aus diesen Molekülen mikroskopisch kleine Nanofabriken zu konstruieren, die wiederum Nanoroboter produzieren. Diese schickt man beispielsweise in den Körper, wo sie Verkalkungen entfernen, geschädigte Zellen reparieren oder Krankheitserreger zerstören. Vielleicht kommt es aber auch ganz anders: Nanoroboter machen sich selbstständig, weil die Menschen die Kontrolle über die Fertigungsprozesse verlieren.
Das klingt wie im Science-Fiction-Roman. Doch wer weit in die Zukunft blicken will, muss auch weit über das heute Machbare hinausdenken. Darin versucht sich Nick Bostrom, Leiter des Future of Humanity Institute an der Oxford University. Ihm geht es nicht um Details, sondern um grundlegende Entwicklungen und ihre Endpunkte. Große Chancen – aber auch die damit verbundenen „existenziellen Risiken“, wie Bostrom sie nennt: „Das sind Gefahren, welche die Menschheit sogar auslöschen könnten“, sagt der schwedische Philosoph. „Die größten dieser existenziellen Risiken werden von technischen Durchbrüchen ausgehen. Eine fortgeschrittenere künstliche Intelligenz oder der Vormarsch der Nanotechnologie führen im schlechtesten Fall auch zu völlig neuen Waffensystemen.“ Biotechnologie oder Gedankensteuerung bergen ebenfalls beträchtliche Gefahren. „Und“, so Bostrom, „es werden Risiken auftauchen, die wir heute noch gar nicht kennen.“
Bei aller gesunden Skepsis haben wir es aber auch dem Fortschritt zu verdanken, dass die Lebenserwartung heute so hoch ist wie nie zuvor. „Sie wird noch weiter steigen und mit ihr die Lebensqualität“, meint Bostrom. Ließen sich alle krankhaften Alterserscheinungen behandeln, könnten die meisten Menschen etwa 120 Jahre alt werden. Wenn irgendwann doch der Zeitpunkt erreicht ist, an dem man Hilfe benötigt, machen Pflegeroboter das Leben leichter. Und weil Maschinen niemals Menschen ersetzen, erinnern die Roboter die Kinder, Enkel und Urenkel daran, regelmäßig zu Besuch zu kommen.
Couchsurfing
Zimmer frei

Couchsurfing ist wie eine Schachtel Pralinen. Der Reisende weiß nur ungefähr, was ihn erwartet: Lage der Privatwohnung, Ausstattung, Fakten zum Gastgeber – die Schokolade drumherum also. Unbekannt hingegen ist die Füllung. Sprich: Ist die Wohnung gepflegt, der Vermieter sympathisch, entstehen gar Freundschaften? Eine Reise voller Überraschungen – die allermeisten sind positiv. Das bestätigt auch Couchsurfing-Profi Michael Wigge. 2010 reiste der Journalist 150 Tage lang um den Globus, meist von Sofa zu Sofa – immer ohne zu zahlen. Seine Bilanz: Abgesehen von ein paar bizarren Begegnungen hat Wigge „zu 95 Prozent gute Erfahrungen gemacht“. Auch der ehemalige DekaBank-Mitarbeiter Patrick Köhler schwärmt: „Ob als Gastgeber oder selbst als Gast: Ich wurde weder von den Menschen noch von den Räumlichkeiten enttäuscht.“
Mehr noch: Anders als im anonymen Hotel findet hier tatsächlich ein Austausch zwischen den Kulturen statt – und das auf persönlicher Ebene. „Mein bisher bestes Couchsurfing-Erlebnis hatte ich ohne Zweifel in Perth“, erzählt Köhler. „Gerade neu im Land und noch mit einigen Umstellungen kämpfend, wohnte ich zwei Tage bei einem Football-Spieler an der australischen Westküste. Das Wochenende verbrachten wir mit seinen Freunden an einem Strand, den ich als ‚normaler‘ Tourist nie entdeckt hätte. Die Krabben, die wir beim Schnorcheln im Ozean fingen, gab es danach frisch zubereitet mit Kartoffelsalat.“
Wer eine Unterkunft sucht oder sein Gästebett zur Verfügung stellen möchte, veröffentlicht sein Profil auf einer Internetplattform wie couchsurfing.org. Das internationale Netzwerk ist mit über drei Millionen Mitgliedern in 246 Ländern das derzeit größte Online-Portal für kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten. Dank eines Bewertungssystems für Gast und Gastgeber bekommen beide Seiten einen ersten Eindruck voneinander.
Wer in der umgebauten Boeing in Costa Rica eincheckt, will vermutlich mit keiner anderen Airline mehr fliegen.
Mehr als ein Sofa
Inzwischen gibt es auch Netzwerke wie Airbnb, Wimdu oder 9flats, die Quartiere vermitteln, für die ein vom Gastgeber festgelegter Preis und eine Vermittlungsgebühr gezahlt werden. Dafür darf der Tourist auch mehr erwarten als eine Couch, nämlich ein ganzes Zimmer – mindestens. Dennoch sind die Übernachtungen durchschnittlich 40 Prozent günstiger als im Hotel, verspricht der deutsche Betreiber Wimdu.
Die Palette reicht von der Altbauwohnung in Hamburg über das WG-Zimmer in Berlin, Lofts in London und New York bis hin zu ganzen Anwesen in Südfrankreich. Sogar ausgefallene Übernachtungsmöglichkeiten in Leuchttürmen, Baumhäusern oder einem ausrangierten Flugzeug sind im Programm. Gebucht wird online über das jeweilige Portal; um Zahlungsmodalitäten, Versicherungen und die weitere Organisation kümmert sich der Vermittler.
Bilder in allen Größen, farbenfrohe Bettdecken und liebevolle Accessoires – ein cooles und zugleich lauschiges Appartement.
Idee mit Potenzial
Das System Couchsurfing basiert auf zwei Grundvoraussetzungen: Offenheit und Vertrauen. Das wird durch Online-Profile und Bewertungen gestärkt, wie Gastgeber Aaron Rosen meint: „Wenn mich jemand anschreibt, sehe ich automatisch, ob wir über Facebook gemeinsame Freunde haben. Dann habe ich noch mehr Vertrauen.“ Das alles macht nicht zuletzt den guten „Spirit“ aus und beflügelt zu weiteren Ideen: Schon beginnen die Portale, in den Markt der Langzeitvermietung einzusteigen. Wie sagte jüngst Gunnar Froh, Deutschland-Chef von Airbnb? „Die Dimension, in die unsere Idee hineinwächst, wird mit Amazon und Facebook vergleichbar sein.“ An Optimismus mangelt es nicht.
Museum für Moderne Kunst
Nach Art des Hauses
„Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau“, grüßte Sprecherlegende Karl-Heinz Köpcke jeden Abend um 20 Uhr per Bildschirm in die deutschen Wohnzimmer. Hinter ihm an der Wand des Fernsehstudios: eine Weltkarte – grau, grob und bis heute eingegraben ins kollektive Zuschauergedächtnis. Genauso grob, genauso grau wie das Original bildete der Medienkünstler Thomas Demand die Kontinente aus Papier nach, beleuchtete sie von hinten und fotografierte das Imitat. Das Modell vernichtete er anschließend. Nach diesem Prinzip arbeitet der gebürtige Münchener immer. Er inszeniert historisch oder politisch vertraute Orte aus Papier, schafft perfekte Täuschungen. Demand zählt längst zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern, hatte Ausstellungen in den großen Museen wie dem Museum of Modern Art in New York und der Neuen Nationalgalerie Berlin. Seine Version der Tagesschau-Weltkarte hängt im Konferenzsaal der DekaBank.
Demands Arbeiten dürfen auch in der Sammlung des MMK in Frankfurt nicht fehlen. Sie umfasst inzwischen über 4.500 Kunstwerke von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart. „Gerade einmal 10 Prozent unserer Schätze können wir regelmäßig präsentieren, weil die Flächen begrenzt sind“, erläutert MMK-Direktorin Susanne Gaensheimer. Für die Jubiläumsausstellung „20 Jahre Gegenwart“ wurden dem Museum 4.000 zusätzliche Quadratmeter auf dem Frankfurter Maintor-Areal zur Verfügung gestellt – beinahe eine Verdoppelung der Museumsfläche. „Damit haben wir das Unmögliche möglich gemacht und konnten unseren Besuchern die Sammlung des MMK in einer nie dagewesenen Überblicksausstellung präsentieren“, sagt Gaensheimer und fügt hinzu: „Möglich war dieses Mammutprojekt nur dank unserer großzügigen Förderer.“
Mehr als Geld
Die Sparkassen-Finanzgruppe, vertreten durch den Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), die DekaBank und die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), ist der Hauptsponsor der Jubiläumsausstellung. Seit 2002 fördert die DekaBank als Partner des MMK kontinuierlich den Aufbau der Sammlung im Rahmen eines außergewöhnlichen Modells: Über einen Zeitraum von drei Jahren engagieren sich Unternehmen mit einem Förderbeitrag von jährlich 40.000 Euro, die gleiche Summe gibt die Stadt Frankfurt am Main dazu. „Neu ist, dass wir jetzt das MMK nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch ein gemeinsames Projekt realisieren“, berichtet Silke Schuster-Müller, Leiterin Gesellschaftliches Engagement bei der DekaBank. Im Rahmen der großen Jubiläumsausstellung zog ein Teil der MMK-Sammlung vorübergehend zu den Sponsoren aus der Sparkassen-Finanzgruppe. „Parallels“ heißt die Ausstellung, in der die drei Häuser zeitgleich Kunstwerke aus dem MMK präsentieren. Während sich die Helaba Künstlerbüchern mit dem Schwerpunkt Fotografie widmet und der DSGV Werke der langjährigen FAZ-Fotografin Barbara Klemm zeigt, werden im Trianon-Hochhaus bei der DekaBank Fotografien von Thomas Ruff, Beat Streuli, Taryn Simon, Candida Höfer und Tobias Zielony ausgestellt.
Kunst in der Bank
Namen, die auch in der Kunstkollektion der Deka auftauchen. „MMK und DekaBank sind in ihren Sammlungen durch zahlreiche Parallelen verbunden“, erklärt Schuster-Müller. Die DekaBank Kunstsammlung des 21. Jahrhunderts wird seit 2003 systematisch aufgebaut. Derzeit umfasst sie knapp 900 Arbeiten der Malerei, Fotografie, Skulptur und installativen Kunst. Die Werke begleiten Mitarbeiter und Gäste in den Fluren und Foyers.
Für „Parallels“ stellt die DekaBank ihre komplette Konferenzetage im 44. Stockwerk zur Verfügung. Wo sonst Vorstand und Verwaltungsrat tagen, hängt jetzt Tobias Zielonys Bildreihe „Vele“. Dafür lichtete der Berliner die beklemmende Lebenswirklichkeit in einer italienischen Sozialwohnungssiedlung ab. In Taryn Simons „An American Index of the Hidden and Unfamiliar“ bekommen Besucher dagegen Orte im Bild zu sehen, die der Öffentlichkeit meist unzugänglich sind: einen „Hofgangkäfig“ im Hochsicherheitsgefängnis etwa, in dem ein Todeskandidat ein paar Minuten frische Luft atmen darf, oder einen Raum mit Tisch, zwölf Stühlen und venezianischem Spiegel – Geschworene fällen hier ihr Urteil.
Gewinnen Sie Tickets für eine kunstvolle Führung
fondsmagazin verlost 5 mal 2 Tickets für eine Kunstführung am 6. Januar 2012 im Trianon und im MMK – inklusive Dinner in den Konferenzräumen der Deka und Anreise mit der Deutschen Bahn 1. Klasse. Senden Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Parallels“ und Ihrer vollständigen Anschrift an fondsmagazin@deka.de oder schicken Sie uns eine Postkarte: Deutscher Sparkassen Verlag GmbH, Redaktion fondsmagazin, Am Wallgraben 115, 70565 Stuttgart. Einsendeschluss ist der 15. Dezember 2011.
Schlusstakt
Apropos Alter
... die meisten Hundertjährigen in einem kleinen Dorf in Ecuador leben?

Vilcabamba wurde in den 1950er-Jahren als „Tal der Hundertjährigen“ bekannt. So nannte „Reader’s Digest“ das kleine Andenstädtchen, in dem die Einwohner ein sagenhaftes Alter erreichten. Biologisch sind die meisten Greise 20 bis 30 Jahre jünger als der weltweite Durchschnitt. Sie leiden nicht an Diabetes, Krebs, Osteoporose oder anderen Krankheiten. Bis heute starb auch noch kein Einwohner an einem Herzinfarkt. Das Geheimnis ihrer Vitalität: Das Wasser mit besonders hohem Mineralgehalt beugt Durchblutungsstörungen und Arterienverkalkung vor. Das beständige, warme Klima belastet den Kreislauf nicht, und die einfache, ballaststoffreiche Nahrung aus Mais- und Kartoffelprodukten tut ihr Übriges.
... der älteste Erstklässler 78 Jahre alt ist?

In Bulgarien wurde in diesem Jahr ein 78-jähriger Mann eingeschult. Er kam in die erste Klasse einer staatlichen Schule in Gabrowo im Balkangebirge. Apostol Stojanow wuchs in einer armen Familie auf, die in seiner Kindheit das Schulgeld nicht aufbringen konnte. Nun aber will der betagte Erstklässler doch noch Lesen und Schreiben lernen und lässt sich als Sonderschüler unterrichten.
... es in Japan Altersheime für Hunde gibt?

Für umgerechnet 650 Euro im Monat können Hundehalter in Japan ihre alt gewordenen Vierbeiner in einem Heim unterbringen, wenn sie selbst nicht mehr in der Lage sind, die Tiere zu pflegen. Neben einer tierärztlichen 24-Stunden-Betreuung bekommen die tierischen Senioren altersgerechtes Futter und eine spezielle Bewegungstherapie. Damit sie fit bleiben und sich nicht alt fühlen, verbringen sie den Alltag in Gesellschaft von Welpen. In Japan ist Hundeliebe weit verbreitet und der Markt für Wohlfühlartikel floriert: Massagesalons für Vierbeiner und Verjüngungskuren in Thermalbädern sind nicht ungewöhnlich.
... ein 103 Jahre alter Keks für 1.500 Euro versteigert wurde?

Bei einer Auktion in London kam Ende September 2011 ein mehr als 100 Jahre alter Keks unter den Hammer, der es fast bis an den Südpol geschafft hätte. Der Keks stammt aus dem Besitz des britischen Polarforschers Sir Ernest Shackleton, der zwischen 1907 und 1909 eine Expedition zum Südpol unternahm. Die Gruppe hatte damals tausende mit Milchproteinen angereicherte Kekse dabei. Rund 160 Kilometer vor dem Südpol schlug das Wetter um und zwang die Gruppe zur Umkehr. Um nicht zu verhungern, mussten sie ihre Rationen halbieren. Der nun versteigerte Keks wurde im Basislager der Mannschaft gefunden.





