Katers Welt Amerika im Aktienglück

Die konjunkturellen Nebelschwaden haben sich zwar nicht gelichtet, aber dennoch erreichen die US-Aktienindizes neue Höchststände.


Der amerikanische S&P 500-Aktienindex hat in dieser Woche sein Allzeithoch erreicht. Der Dax ließ sich nicht lumpen und schaffte es auf sein Jahreshoch. Was war passiert? Haben sich alle konjunkturellen und geopolitischen Nebelschwaden gelichtet? Mitnichten! Es gab täglich wechselnde Wasserstandsmeldungen über die Handelsgespräche zwischen den USA und China und auch nur gemischte Konjunkturdaten. Und völlig überraschend sind die Briten weiter in der EU, auch Premierminister Johnson hat den Brexit immer noch nicht hinbekommen. Die Berichtssaison der US-Unternehmen verläuft weiter euphoriebefreit.

Von aufgeklarten Perspektiven für die Börsen kann also kaum die Rede sein, aber all dies und die von der US-Notenbank Fed gelieferte Zinssenkung haben in dieser Woche für freundliche Aktienmärkte gereicht.

Briten schalten in den Wahlkampfmodus

In der anstehenden Woche gibt es keinen echten Hingucker. So können die Marktteilnehmer ein wenig durchschnaufen. Es sind drei Themen, denen etwas Beachtung geschenkt werden darf: Der Brexit flackert auf, wenn sich am Mittwoch das britische Parlament auflöst und der Wahlkampf beginnt. Auch die Bank of England wird bei ihrer Sitzung Worte zum Brexit verlieren. Neue Konjunkturdaten sind von Interesse, hier könnten die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungsbereich Hinweise geben, ob die geopolitische Verkrampfung auf die Binnenwirtschaft stärker durchschlägt. Und schließlich schreitet die US-Bilanzsaison voran.

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen; Stand: 02.11.2019