Katers Welt Sorgen wegen Inflation

Kaum steigen die Löhne in den USA etwas stärker, bricht an den Börsen gleich Angst aus. Die aktuelle Nervosität könnte noch eine Weile anhalten.


Jetzt ist sie da, die längst erwartete und überfällige Korrektur an den Aktienmärkten. Kaum steigen die Löhne in den USA etwas stärker, bricht gleich die große Angst aus, dass die Inflation und mit ihr die Zinsen nach oben schießen und den Unternehmen die Gewinne vermiesen. Die aktuelle Nervosität an den Märkten könnte durchaus noch eine Weile anhalten. Denn die Marktteilnehmer wollen jetzt Beweise, dass die Inflationsraten, wie von den Notenbanken und den meisten Analysten erwartet, nur langsam ansteigen werden. Da trifft es sich gut, dass in der kommenden Woche Verbraucherpreisdaten aus dem Vereinigten Königreich, Deutschland und den USA veröffentlicht werden. Sollte bei letzteren eine Monatsveränderungsrate von mehr als 0,2 Prozent auf dem Papier stehen, könnte dies allerdings die Inflationsängste nochmals befeuern.

Die Zeiten von fast stetig steigenden Aktienkursen bei niedrigen Schwankungen dürften also fürs Erste vorbei sein, obwohl die Berichtssaison der US-Unternehmen bisher positiv überrascht hat. In Europa haben die Unternehmen ebenfalls deutliche Gewinnsteigerungen vorgelegt. Der Ausblick ist hier jedoch aufgrund der Euro-Stärke gedämpfter. Solange aber die Weltkonjunktur keine Schwächesignale sendet – und das dürften die für nächste Woche zur Veröffentlichung anstehenden Bruttoinlandsproduktzahlen aus aller Welt unterstreichen –, sollte auch die aktuelle Schwächephase an den Aktienmärkten in absehbarer Zeit enden. Nur an die stärkeren Schwankungen werden wir uns wohl dauerhaft wieder gewöhnen müssen.


Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen; Stand: 10.02.2018