Börsenkurse Atemholen am Aktienmarkt

Die globalen Börsenplätze wurden im Oktober von kräftigen Kurseinbrüchen bei Aktien geprägt. Die Experten der Deka erwarten aber deutliche Erholungen bis zum Jahresende.


TEXT: Peter Weißenberg

Die US-Aktienmärkte halten sich etwas besser, der deutsche Aktienmarkt hat aber von seinem Hochpunkt im Januar mittlerweile knapp 20 Prozent an Wert eingebüßt. „Ein beachtlicher Wertverlust, der vom Ausmaß her allerdings nicht aus einem üblichen Rahmen herausfällt”, analysiert Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Im Gegenteil entspreche diese Entwicklung im DAX-Index dem langfristigen Mittelwert von Kursrückgängen, die innerhalb eines Jahres zwischenzeitlich auftreten können.

Die Quartalsberichte der Unternehmen waren nach einigen Gewinnwarnungen eher durchmischt und konnten bislang noch nicht die erhoffte Stabilisierung der Aktienkurse bringen. „Allerdings wurden die Erwartungen mittlerweile massiv nach unten reduziert”, so Kater. Weitere unerwartete Enttäuschungen mit entsprechenden negativen Kursreaktionen seien dadurch unwahrscheinlicher. In der Summe könnten sich die Unternehmenszahlen zudem durchaus sehen lassen - was die Marktteilnehmer wieder positiver stimmen dürfte. Einige Schwellenländer-Märkte, die bereits vor dem Oktober Kurskorrekturen verdauen mussten, konnten sich inzwischen relativ gut stabilisieren.

Die Korrektur als Chance?

Fundamental schlechtere geldpolitische oder konjunkturelle Rahmenbedingungen oder unerwartet negative Prognosen haben die Finanzmärkte in den vergangenen Wochen nicht überrascht. Daher dürften es nach Ansicht der Experten eher die alten Themen sein, die jetzt wieder verstärkt zutage treten: ein fortgesetzter, aber nachlassender Aufschwung und zugleich die geldpolitische Wende durch die Notenbanken. Hinzu kommt, dass die US-Aktienmärkte entgegen dem weltweiten Trend in diesem Jahr zunächst stark zugelegt hatten. „Insofern ist die jetzige Bewegung auch eine Korrektur von zu euphorischen Erwartungen, die durch die Wirtschaftspolitik der Regierung Trump hervorgerufen worden waren”, so Ulrich Kater. Schließlich belasten auch noch Risikothemen wie etwa der Streit um den italienischen Staatshaushalt, der steigende Ölpreis und die handelspolitische Konfrontation der USA mit China. Das Umfeld trübt sich also ganz langsam ein. Das ist zusammen mit den vielfältigen Risikofaktoren ein Grund für die vorsichtigere Stimmung.

"An der Aktie führt kein Weg vorbei"

Die DekaBank hatte bereits zu Jahresbeginn betont, dass sich die äußerst dynamische Entwicklung der vergangenen Jahre an den Aktienmärkten so kaum fortsetzen werde. „Nach vielen Jahren mit guten Erträgen bei Aktien und Anleihen sowie einem der längsten Konjunkturaufschwünge der Wirtschaftsgeschichte müssen die Märkte auch mal eine Pause einlegen“, erklärt Ulrich Kater. Deutliche Rücksetzer seien aber eine Chance, die Investitionsquoten an den Aktienmärkten wieder zu erhöhen. Kater erwartet nicht, „dass wir in einen Bärenmarkt fallen, sondern mangels Nachschub an schlechten Fundamentalnachrichten auch wieder deutliche Erholungen sehen”. Ein freundlicheres Jahresende sei in Sicht. Nach der heftigen aktuellen Bewegung werde es aber sicherlich schwieriger fallen, das prognostizierte Kursziel von 13.200 Punkten beim DAX bis Silvester zu erreichen.

Selbst wenn es nun eine Weile lang nicht mehr so kräftige Kursgewinne geben sollte, ist dies ist aus Sicht der Deka-Volkswirte kein Grund, in Zeiten fortgesetzter extremer Niedrigzinspolitik Aktien strategisch unterzugewichten. Ulrich Kater: „An der Aktie als wichtigem Portfoliobestandteil führt kein Weg vorbei."

Stand: 26.10.2018