Prognose 2020 Aktien werden immer unverzichtbarer

Auf den ersten Blick bietet das neue Jahr eher bescheidene Renditechancen. Die Deka-Volkswirte erklären, warum sich ein zweiter Blick lohnt.


TEXT: Daniel Evensen

Die Deka-Volkswirte blicken verhalten optimistisch auf das neue Jahr und die kommende Dekade. Für Anleger wird es zwar nicht einfach, lukrative Investmentmöglichkeiten zu finden – doch es gibt sie noch, die attraktiven Alternativen zum dauerhaften Nullzins bei Tagesgeld und Co. Wer regelmäßig über interessante Anlagechancen investiert werden möchte, kann hier den monatlichen, kostenlosen fondsmagazin-Newsletter abonnieren.

Von allem etwas weniger

Schon in den vergangenen Jahren war die Weltwirtschaft von moderatem Wachstum, wenig Inflation und sehr niedrigen Zinsen geprägt. So ähnlich wird es 2020 und darüber hinaus weitergehen. Die Exportnation Deutschland ist besonders betroffen vom stagnierenden Welthandel und dem verblassenden Glanz der Industrie. Die gute Nachricht: Immerhin ist keine Rezession in Sicht. Eine der wichtigsten Stützen für die Wirtschaft ist die hervorragende Lage am Arbeitsmarkt.

Asien zieht davon

Das Wachstumspotenzial Asiens sticht positiv hervor – trotz des gegenwärtigen Handelsstreits zwischen China und den USA. Dazu dürfte künftig auch noch RCEP beitragen: Im kommenden Jahr werden voraussichtlich 15 asiatische Staaten dem größten Handelsabkommen der Welt beitreten. Die Schwellenmärkte Asiens und anderer Regionen sind auch für risikobereite Wertpapieranleger spannend.

Unterm Strich positiv

Wer künftig auf den Geldmarkt oder Bundesanleihen setzt, dürfte in die Realzinsfalle tappen und ein dickes Minusgeschäft machen. Das Renditepotenzial von Aktien sinkt zwar auch leicht auf etwa 4 bis 6 Prozent jährlich – nach Abzug von rund 1,5 Prozent Inflation per anno bleiben Aktien dennoch weiterhin eine der attraktivsten Anlageklassen.

Wahljahr in den USA

Donald Trump wird alles daransetzen, dass die Konjunktur 2020 gut läuft – um als US-Präsident wiedergewählt zu werden. Schon seine Vorgänger haben dies oft mit Erfolg getan: Im vierten Amtsjahr der Präsidentschaften treten Rezessionen nur mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 30 Prozent auf – der niedrigste Wert aller Amtsjahre. Dennoch könnten heiße Wahlkampf-Diskussionen um Steuern oder die Regulierung von Internet-Konzernen an der Wall Street auf die Stimmung drücken. Deshalb favorisiert die Deka für 2020 Aktien aus Euroland, Deutschland und den Schwellenländern, die noch dazu deutlich günstiger bewertet sind.

Stand: 18.12.2019