Geldpolitik Bewährungsprobe für FED-Präsident

Jerome Powell, der mächtigste Notenbanker der Welt, steht vor großen Herausforderungen. Feingefühl bei der Zinspolitik ist 2019 besonders gefragt.


Noch beschäftigen internationale Handelskonflikte, Währungskrisen in Schwellenländern und Rekordgewinne von US-Unternehmen die Börsia­ner. Doch mit jeder Anhebung der Leitzinsen in den USA gerät die Geld­politik von Jerome Powell stärker in den Blickpunkt. Den letzten Schritt hat der Notenbank-Präsident im September gemacht, das Zinsniveau liegt seither bei 2 bis 2,25 Prozent. Die nächste Zinsanhebung dürfte bereits im Dezember folgen, drei weitere im Jahr 2019.

Einerseits erscheinen diese Zinsschritte der Fed angemessen, um die Inflation im Zaum zu halten, da die US-Wirtschaft mit einer Rate von gut 3 Prozent wächst und die Arbeitslosigkeit unter 4 Prozent liegt. Andererseits hat eine restriktive Geldpolitik in der Vergangenheit so manchen Wirtschaftsaufschwung abgewürgt - mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Aktien­märkte in der ganzen Welt. Gelingt Powell aber die Gratwanderung, wäre dies positiv für Aktien. Geldpolitische Spannung ist jedenfalls garantiert.

Stand: 13.11.2018