Brexit Teilabkommen wahrscheinlich

Die Brexit-Verhandlungen rücken wieder in den Fokus, denn die Uhr tickt. Bis Jahresende müssen Vereinbarungen getroffen werden.


TEXT: DekaBank

Nachdem das Vereinigte Königreich bereits Ende Januar politisch die EU verlassen hat, soll am 31. Dezember auch der wirtschaftliche Brexit vollzogen sein. Inzwischen tickt die Uhr, ohne dass die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen echte Fortschritte gemacht hätten. Der größte Streitpunkt: Für ein zollfreies Handelsabkommen verlangt Brüssel die Einhaltung der EU-Wettbewerbsbedingungen.
Das aber lehnt London ab.

Die Deka-Volkswirte geben einem umfangreichen Freihandelsabkommen zum 31. Dezember nur eine Wahrscheinlichkeit von 5 Prozent. „Wegen des Zeitmangels wird es zunächst wohl nur ein
Teilabkommen zum freien Warenhandel geben“, sagt Deka-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater. Dies könnte mit einer Verlängerung der Brexit-Übergangsphase oder einer neuen, schrittweisen Einführungsphase
einhergehen. Während die Deka-Volkswirte die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario auf 60 Prozent einstufen, sehen sie die Chance auf einen No-Deal-Brexit ohne Handelsabkommen bei 35 Prozent. „Boris Johnson hat eine Parlamentsmehrheit für seinen Kurs, gleichzeitig ist die EU weniger kompromissbereit.“

An den Finanzmärkten ist in Sachen Brexit ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten. Kater: „Die Verhandlungen mögen sich weiter schwierig gestalten, doch alles in allem ist der Brexit für eine diversifizierte, auf lange Sicht ausgerichtete Vermögensanlage nichts, auf das man spekulieren sollte, aber auch nichts,
was man als Anleger fürchten muss.“

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Stand: 29.06.2020