Anlagestrategie Vier Fonds für die Zukunft

Die Coronakrise zeigt, was für ein enormes Potenzial die Digitalisierung auch für Wertpapiersparer hat. Mit unterschiedlichen Strategien kann man daran teilhaben.


TEXT: Daniel Evensen

„Die Digitalisierung bekommt zurzeit einen gewaltigen Schub. Aus einem Zukunftsthema wird noch mehr ein echtes Gegenwartsthema“, sagt Andreas Wagenhäuser, Fondsmanager des Aktienfonds Deka-Digitale Kommunikation. Denn wenngleich auch Menschen in Zeiten von Corona in vielen Bereichen zurückstecken müssen, so machen ihnen dabei doch die modernen Technologien das Leben leichter. „Wir kommunizieren noch häufiger per Whatsapp, halten mit Videokonferenzen den Kontakt zu Kollegen, kaufen auf Amazon und Zalando ein oder schauen abends auf dem Sofa Netflix“, nennt Wagenhäuser Beispiele. „Die Digitalisierung prägt den Alltag der Menschen mittlerweile ganz erheblich, das ist uns allen gerade sehr bewusst geworden.“

Ansturm auf digitale Dienstleistungen

Vom steigenden Tempo profitieren die Digital-Spezialisten extrem, wie das Beispiel Netflix zeigt: Allein von Januar bis März 2020 stieg die Zahl der Abonnenten um 15,8 Millionen auf 182 Millionen weltweit. Analysten hatten lediglich einen Anstieg von 7,2 Millionen erwartet. Der digitale Zahlungsdienstleister Paypal wiederum rechnet für das Quartal von April bis Juni mit 15 bis 20 Millionen neuen Nutzern. Bereits jetzt bezahlen 325 Millionen Menschen aus aller Welt ihre Interneteinkäufe mit Paypal.

Andreas Wagenhäuser, Fondsmanager Deka-Digitale Kommunikation

Auch Online-Unterhalter wie Nintendo und Spotify berichten von einem wahren Kundenansturm, weil die Menschen mehr Zeit zu Hause verbringen. Die Anbieter solcher digitaler Services machen beim Deka-Digitale Kommunikation die eine Hälfte des Fondsportfolios aus. Auch Aktien wie Facebook, Alphabet (Google) und Amazon finden sich in diesem Teil des Fonds.

Mit der anderen Hälfte des Fondsvermögens setzt Andreas Wagenhäuser auf Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom oder Anbieter von Rechenzentren wie Equinix: „Denn ohne schnelles Internet und eine stabile Infrastruktur gibt es auch kein Netflix.“ Dieser Teil des Portfolios hat einen defensiveren Charakter, was sich auch an der durchschnittlichen Dividendenrendite der Aktien von gut 4 Prozent zeigt. Beide Hälften zusammengenommen ist der Deka-Digitale Kommunikation eine Art „Spiegelbild des digitalen Alltags der Menschen“, so Wagenhäuser.

Wechselnde Trends antizipieren

Mit diesem Profil unterscheidet sich der Deka-Digitale Kommunikation deutlich vom Deka-Industrie 4.0, der sich stärker mit dem digitalen Wandel in der Unternehmenswelt befasst. Das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz, die Medizintechnik oder smarte Roboter zählen hier zu den spannenden Themen. Wichtig ist das aktive Fondsmanagement, um das Portfolio auf wechselnde Trends auszurichten.

Fondsmanager Bernd Köcher hat in der Coronakrise zum Beispiel Softwareunternehmen wie Citrix, die das Arbeiten im Homeoffice erleichtern, aufgestockt. Dagegen macht er aktuell um Softwareanbieter, die in erster Linie für die Auto- oder Ölindustrie arbeiten, einen Bogen. Nach Köchers Einschätzung wird auch die Automatisierung in der Produktion durch Corona weiteren Aufwind erhalten – schon allein, um das Abstandhalten unter den Beschäftigten zu gewährleisten. Insgesamt kann der Fondsmanager unter weltweit 6.000 Unternehmen die interessantesten Titel für sein Portfolio auswählen. 65 Aktien haben aktuell den harten Aufnahmetest bestanden und befinden sich im Deka-Industrie 4.0.

Harte Aufnahmeprüfung

So verschieden die Portfolios des Deka-Digitale Kommunikation und des Deka-Industrie 4.0 sind, beide Aktienfonds haben in der Coronakrise deutlich besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt. Sie sind aber nicht nur kurzfristige Krisengewinner, Technologieaktien stehen bereits seit Jahren bei Anlegern besonders hoch im. Davon profitiert auch der Deka-Technologie, der Dritte im Bunde der Deka-Fonds zum digitalen Wandel. Dieser Aktienfonds investiert breit gestreut in marktführende Technologieunternehmen aus aller Welt. Dazu gehören unter anderem der Softwaregigant Microsoft, der Chiphersteller Intel oder auch das Technologiekonglomerat Samsung.

Hohes Tempo bei Technologie

Da jeder der drei Fonds trotz des gemeinsamen Grundthemas seinen eigenen Charakter hat, können Anleger sie auch gut miteinander kombinieren. Bernd Köcher, der für Deka-Industrie 4.0 und Deka-Technologie verantwortlich zeichnet: „Einige wenige Aktien sind durchaus in mehreren der Fonds vertreten – aber mit klaren Unterschieden bei der Gewichtung. Nehmen wir einmal das Beispiel Industrieautomations- und Robotikunternehmen: Im Deka-Industrie 4.0 können sie durchaus einen Anteil von 30 Prozent haben, im Deka-Technologie geht es eher in Richtung 10 Prozent.“

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Sechsmal Zukunft

Eine Option für Anleger, die noch breiter auf vielversprechende Zukunftsthemen setzen möchten, ist der Deka-MegaTrends. Dieser Aktienfonds bündelt die Anlagebereiche der drei anderen Fonds und ergänzt sie um weitere Megatrends wie Umwelt, Pharma- und Biotechnologie. Daher enthält der Deka-MegaTrends mit 120 bis 180 Unternehmen auch mehr Positionen als die übrigen Portfolios. Neben Technologiefirmen zählen dazu Unternehmen wie der amerikanische Krankenversicherer United Health und der koreanische Batteriespezialist Samsung SDI. Der Blick auf die aktuelle Wertentwicklungsstatistik zeigt, dass sich auch diese Abmischung langfristig lohnt und in der Coronakrise viel Widerstandskraft beweist.

So erfolgreich dieses Fondsquartett in der Vergangenheit war, es gibt keine Garantie, dass es künftig immer so weitergeht – zwischenzeitliche Kursrückschläge müssen Anleger einkalkulieren. Da sich vor allem Deka-Digitale Kommunikation, Deka-Technologie und Deka-Industrie 4.0 auf vergleichsweise wenige Branchen konzentrieren, ist zudem die Risikostreuung gegenüber breiter investierenden Fonds begrenzt. Zudem sollten Anleger beachten, dass Währungsschwankungen die Fondsrendite beeinträchtigen können – denn die Fonds haben höhere Gewichtungen im US-Dollar.

„Wir haben es hier mit fokussierten Anlagethemen zu tun, da stehen den höheren Renditechancen auch größere Risiken gegenüber“, sagt Deka-Produktmanager Martin Käseberg. „Solche Fondsspezialitäten sind vor allem als attraktive Beimischung im Wertpapierdepot gedacht.“

Auf lange Sicht dürften die Dynamik der Digitalisierung und die damit verbundenen Anlagechancen aber kaum zu stoppen sein. Denn wer will schon die Zeit zurückdrehen und ohne Smartphone, Onlineshopping oder TV-Streaming auskommen?

Vier Fonds für den digitalen Wandel

Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen Wesentlichen Anlegerinformationen, Verkaufsprospekte und Berichte, die in deutscher Sprache bei der Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de, erhältlich sind

Stand: 02.06.2020