Coronakrise Die Rechnung ist da

Wie erwartet brach das deutsche Bruttoinlandsprodukt im letzten Quartal massiv ein. Gut, dass die Jahrhundertrezession aber auch eine Turborezession zu sein scheint.


TEXT: Olivier Löffler

„Nun ist sie amtlich – die Jahrhundertrezession. Was bislang weder Börsencrashs noch Ölpreisschocks geschafft haben, vollbrachte ein 160 Nanometer kleiner Winzling namens Corona. Jetzt liegt die Rechnung auf dem Tisch“, bringt es Dr. Andreas Scheuerle, Leiter Konjunktur Industrieländer bei der Deka, auf den Punkt.

Fakt ist: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt sank innerhalb nur eines Quartals um 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Die Coronakrise mit geschlossenen Geschäften, Hotels, Restaurants und Fabriken hat damit für einen historischen Absturz der deutschen Wirtschaft gesorgt – für den stärksten Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen Berechnungen im Jahr 1970.

Nicht wie mit dem Lineal gezogen

Die guten Nachrichten: Die Jahrhundertrezession sei aber eben auch eine Turborezession, wie der Deka-Volkswirt betont: „Sie begann im März und hat im April den Tiefpunkt erreicht. Seit Mai geht es wieder aufwärts.“ Doch werde die Erholung nicht wie mit dem Lineal gezogen erfolgen und mit Risiken wie einer möglichen zweiten Infektionswelle verbunden sein. „Bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht wird, muss man sich sehr wahrscheinlich bis zum Jahresende 2021 gedulden."

Stand: 30.07.2020