Katers Welt Darf´s ein bisschen weniger sein?

Der Handelskonflikt der USA mit China und die Währungskrise der Schwellenländer drücken auf die Kurse.


Schritt für Schritt ging es in den vergangenen Tagen an den Aktienmärkten abwärts – auch in den Vereinigten Staaten, wenngleich dort etwas langsamer als hierzulande. Die Gründe für die Schwäche sind nicht neu: die Drohung aus den USA, den Handelskonflikt mit China weiter eskalieren zu lassen, und die schwelende Währungskrise in Schwellenländern wie Türkei, Argentinien oder Südafrika. Neu ist lediglich, dass sich die Märkte nach Abschluss der insgesamt positiv verlaufenen Quartalsberichtssaison wieder stärker auf die Krisengeschichten konzentrieren. Da wird schnell mal zumindest für eine Weile vergessen, dass der globale Aufschwung weiterhin stabil ist, insbesondere dank des starken US-Wachstums. Vergleichsweise ruhig ging es zuletzt bei den 10-jährigen Bund-Renditen und bei Gold zu, wo sich die Kurse weitgehend seitwärts bewegten.

Zinsanstieg belastet Schwellenländer

Selbst wenn es wohl zu keiner ausgewachsenen Schwellenländer-Krise kommen wird, dürften die Sorgen hier in der näheren Zukunft kaum geringer werden. Denn das Umfeld steigender Zinsen in den Industrieländern belastet, und zwar insbesondere die Länder mit hohen Leistungsbilanzdefiziten und Auslandsschulden. In der kommenden Woche wird die Europäische Zentralbank wohl am Donnerstag im Zuge ihres Zinsentscheids eine weitere Reduktion ihrer monatlichen Wertpapierkäufe beschließen und damit ihren Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik fortsetzen. Nicht minder interessant wird die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten, bei denen wir die Bestätigung eines moderat aufwärtsgerichteten Trends erwarten.

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen; Stand: 08.09.2018