Immobilien Deka kauft Tower 185

Das vierthöchste Bürogebäude Deutschlands wechselt den Besitzer: Die Deka Immobilien hat sich Tower 185 in Frankfurt am Main für rund 775 Millionen Euro kaufvertraglich gesichert. fondsmagazin sprach mit Ankaufsleiter Victor Stoltenburg. 


TEXT: Olivier Löffler, Volker Tietz

Mit dem Bürohochhauses Tower 185 nahe der Frankfurter Messe hat die Deka Immobilien ein Objekt erworben, das mit dem Leadership in Energy and Environmental Design (LEED)-Standard Gold sowie mit dem DGNB Gütesiegel Gold für nachhaltiges Bauen zertifiziert ist. Der Wolkenkratzer verdankt seinen Namen der ursprünglichen Planung, die eine Höhe von 185 Metern vorsah. Obwohl er letztlich eine Gesamthöhe von 200 Metern (inklusive Technikgeschosse) erreichte, wurde die Bezeichnung „185“ nicht mehr geändert. Der Tower 185 umfasst eine vermietbare Fläche von mehr als 100.000 qm sowie 552 Parkplätze und ist langfristig an mehr als 20 bonitätsstarke Nutzer mit internationaler Ausrichtung vermietet. Hauptmieter ist die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC).

fondsmagazin sprach mit Victor Stoltenburg, Leiter An- und Verkauf Deutschland der Deka Immobilien, über den Ankauf dieser exklusiven Immobilie in einem der begehrtesten Immobilienmärkte Europas.

Victor Stoltenburg

Herr Stoltenburg, verursachen große Ankäufe auch größere Herausforderungen im Vorfeld?
Die Prüfung von Objekten erfordert immer viele Ressourcen, aber dieser Ankauf ist schon besonders. Schließlich handelt es sich beim Erwerb des Tower 185 um eine der größten Einzeltransaktionen, die 2017 in Deutschland durchgeführt wurden. Wahrscheinlich ist es sogar die größte, die es in Deutschland bisher je gab.

Wann fing die Arbeit für Ihr Team und Sie an?  
Zum ersten Mal beschäftigt mit dem Investment haben wir uns schon in den Sommerferien, da wurde das Objekt gemeinsam mit dem Fondsmanagement und Thomas Schmengler, unserem Head of Investment, besichtigt. Die ‚Heads of Terms‘, die Basis für die exklusive Ankaufsprüfung sind, wurden dann Ende September 2017 unterschrieben. Von da an haben intern rund 30 bis 40 Mitarbeiter an dem Deal mitgearbeitet und viele haben in den letzten zwei, drei Wochen vor dem Abschluss bestimmt nichts anderes mehr gemacht. Auch extern war ein ähnlich großes Team von Beratern – Rechtsanwälte, Steuerberater, Techniker – knapp acht Wochen unter ‚Volldampf‘. Die größte Herausforderung für meine Mitarbeiter und mich besteht darin, dieses Riesenteam zu koordinieren und punktgenau zum Ziel zu führen.

Das Objekt wird anteilig gleich in vier verschiedene Fonds eingebracht. Welche Gründe gibt es dafür?
Der Tower 185 wird das größte Einzelinvestment für das Geschäftsfeld Asset Management Immobilien sein. Unser ‚großer‘ Fonds, der Deka Immobilien-Europa, ist zwar auch schon fast 15 Milliarden Euro schwer, aber selbst in diesem Portfolio ist so ein knapp 800 Millionen Euro teures Objekt ziemlich groß. Deshalb ist meinen beiden Fondsmanagement-Kollegen Esteban de Lope und Mark Wolter sehr schnell die Idee gekommen, das Haus auf mehrere Fonds zu verteilen. Das haben wir dann über eine Joint-Venture-Struktur erledigt. Die Liegenschaft wird daher anteilig in die offenen Immobilienfonds Deka-ImmobilienEuropa, WestInvest InterSelect, Deka-ImmobilienGlobal und das für institutionelle Anleger konzipierte Sondervermögen WestInvest ImmoValue eingebracht.

Wurde eine Immobilie bei der Deka schon einmal auf vier Fonds verteilt?
Nein, das war eine zusätzliche Herausforderung, denn bisher wurde diese Struktur nur bei maximal zwei Fonds praktiziert. Auf der anderen Seite waren aber tatsächlich auch mehrere unserer Fonds sehr interessiert, ein solches Landmark-Gebäude, also ein Wahrzeichen der Stadt, in ihrem Portfolio zu haben.

Wie schätzen Sie die Perspektiven für den Frankfurter Immobilienmarkt generell ein? Nicht alle EU-Behörden oder britische Banken, die mal im Gespräch waren, kommen ja wirklich nach Frankfurt, oder?
Der Vermietungsmarkt in Frankfurt war in der Tat viele Jahre sehr schwierig. Zudem waren wir hier auch schon eher gut vertreten, so dass wir ‚einen Bogen‘ um Frankfurt gemacht haben. Aber der Vermietungsmarkt hat seit einigen Jahren in ganz Deutschland erheblich angezogen. Frankfurt hat davon zunächst kaum profitiert, spätestens seit der Brexit-Entscheidung spürt man hier aber fast so etwas wie einen Vermietungshype und eine sehr positive Entwicklung.

Wie wirkt sich das beim Tower 185 konkret aus?
Es führt aktuell dazu, dass vor allem Bestandsmieter versuchen, sich die wenigen Restflächen zu sichern. Für uns ist Frankfurt und damit auch der Tower 185 sozusagen die natürliche Absicherung zu London, wo wir auch stark investiert sind. Sollte es dort Rückgänge geben, können wir das in Frankfurt auffangen.

Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank oder von der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de  erhalten.