Interview „Die ganze Welt schaut auf die Impfstoffentwicklung“

Es vergeht keine Woche, in der weltweit nicht mindestens ein Pharmaunternehmen seine Fortschritte in Sachen Corona-Impfstoff präsentiert. Noch ist aber nichts produziert, was die Menschen nachhaltig vor dem Corona-Virus schützen kann. fondsmagazin sprach mit Jennifer Jürgens, Pharmaexpertin und Fondsmanagerin des DekaLux Pharmatech, über die Suche nach einem Impfstoff und die Perspektiven für Anleger.


TEXT: Michael Merklinger

Frau Jürgens, derzeit scheinen zwei deutsche Unternehmen mit der Entwicklung einer Schutzimpfung recht weit zu sein.
Jennifer Jürgens: Weltweit haben die Pharmaunternehmen den Turbogang eingelegt, was angesichts der herkömmlichen Entwicklungszeiten schon bemerkenswert ist. Über das Jahr hinweg gab es immer wieder Updates zu den Fortschritten, und einige davon sahen bislang sehr vielversprechend aus. An der Spitze ist aktuell das deutsche Unternehmen Biontech, zusammen mit seinem Partner Pfizer. Beide konnten nun erstmals auch zeigen, dass beim Einsatz des Impfstoffes nicht nur die Reaktionen des Immunsystems vielversprechend aussieht, sondern auch tatsächlich deutlich weniger geimpfte Menschen in der aktuell noch laufenden klinischen Studie an Corona erkrankt sind. Ähnliches konnte nun auch das amerikanische Biotechunternehmen Moderna berichten. Wenn auf den letzten Metern der klinischen Studie nichts mehr schiefgeht, kann schon bald mit einer Zulassung gerechnet werden.

Und wann wird der Impfstoff auf dem Markt sein?
Das hängt von den Zulassungsbehörden ab. In den USA gibt es die Möglichkeit einer Emergency Use Autorisation - eine Notfallzulassung, die mit einer beschleunigten Zulassung einhergeht. Nutznießer wären voraussichtlich bestimmte Bevölkerungsgruppen, die hohen Risiken ausgesetzt sind, wie etwa medizinisches Personal. Auch in Europa arbeiten die Behörden an beschleunigten Zulassungsverfahren. Hier gibt es aktuell jedoch weniger Transparenz, welche Daten genau die Behörden für eine Zulassung sehen wollen. Deshalb ist der genaue zeitliche Rahmen auch schwer abzuschätzen. Sollten die zuständigen Behörden allerdings zeitnah ihr Go geben, dann könnte der Impfstoff bereits Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen.

Jennifer Jürgens, Pharmaexpertin und Fondsmanagerin des DekaLux Pharmatech

Wie lange dauert es dann, bis dieser Impfstoff für die breite Masse zugänglich ist?
Der limitierende Faktor wird vermutlich die Produktionskapazität sein. Biontech beispielsweise hat mitgeteilt, in diesem Jahr 50 Millionen und in 2021 1,3 Milliarden Impfdosen produzieren zu können. Pro Patient werden allerdings zwei Impfdosen benötigt. Moderna gibt an, über 20 Millionen Dosen Produktionskapazität in diesem Jahr und in 2021 über 500 Millionen bis zu 1 Milliarden zu verfügen. Anhand dieser Kapazitäten kann man in etwa abschätzen, wann die ersten Impfmedikamente für den Normalbürger bereitstehen sollten.

Jetzt forschen aber weltweit nicht nur Biontech und Moderna an einem Impfstoff.
Genau. Zahlreiche Unternehmen wollen hier einen Beitrag leisten. So auch einige der großen Pharmaunternehmen wie beispielsweise Astrazeneca, Johnson und Johnson sowie Sanofi zusammen mit GlaxoSmithKline. Je mehr Unternehmen erfolgreich sind, desto schneller ist eine breite Massenimpfung möglich, da damit die globalen Kapazitäten deutlich schneller hochgefahren werden können.

Was bedeutet es für eine Pharmafirma, der „Erste“ in Sachen Massenproduktion zu sein?
Das ist von Unternehmen zu Unternehmen ganz unterschiedlich. Einige arbeiten eng mit Staaten zusammen und haben staatliche Unterstützung für ihre Forschung erhalten. Manche dieser Produzenten wollen die ersten Dosen verkaufen, ohne damit Profit zu generieren. Dann ist es weniger relevant, Erster zu sein. Andere Pharmafirmen verfolgen einen anderen Ansatz und verdienen bereits mit den ersten Dosen am Verkauf des Impfstoffes. In diesem Fall kann es von Vorteil sein, zeitlich früh dabei zu sein. Gerade in den entwickelten Ländern, wo oftmals ein großer Teil der ersten Dosen verkauft wird, ist die Profitabilität höher. Aber natürlich schaut derzeit die ganze Welt auf die Impfstoffentwicklung. Ich denke, es ist ein hohes Qualitätsmerkmal, wenn Unternehmen zügig unter Einhaltung aller Anforderungen und höchster Güte einen Impfstoff auf den Markt bringen können. Gerade Biotechunternehmen, die noch weniger etabliert sind, hätten die Möglichkeit unter Beweis zu stellen, was in ihnen steckt.

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Privatanlegern stellt sich nun die Frage, ob sie an den möglichen Erfolgen bei der Impfstoffherstellung partizipieren können.
In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Unternehmensnachrichten, die Hoffnungen auf einen Durchbruch machten und damit auch die entsprechenden Aktienkurse steigen ließen. Da es aber bisher keinen zugelassenen Impfstoff gibt und es immer die Möglichkeit von Misserfolgen geben kann, rate ich, nicht auf einzelne Aktienwerte zu setzen, sondern die Investitionen in diesem Bereich breit auf diverse Unternehmen zu streuen. Darüber hinaus sollte man nicht vergessen, dass gerade die großen Pharmaunternehmen neben der Impfstoffentwicklung noch viele andere interessante Projekte in der Pipeline haben. Zum Beispiel neue Krebsmedikamente, Entwicklungen im Bereich der personalisierten Medizin oder die Gentherapie.

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Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen wesentlichen Anlegerinformationen, Verkaufsprospekte und Berichte, die in deutscher Sprache bei der Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt, und unter www.deka.de erhältlich sind.

Stand: 17.11.2020

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