General Electric Die Lichter im Dow gehen aus

Vor 25 Jahren noch das wertvollste Unternehmen der Welt, verabschiedet sich General Electric nun aus dem Dow Jones. Wer den Platz einnimmt, steht bereits fest.


TEXT: Volker Tietz

Mehr als 110 Jahre war der US-Industrieriese General Electric (GE) eine Institution im Dow Jones. Am 26. Juni ist es damit vorbei. Dann wird die Apothekenkette Walgreens Boots Alliance den Platz von GE einnehmen, wie S&P Dow Jones Indices am Abend des 19. Juni mitteilte. Die Begründung des Indexbetreibers: Mit der Aufnahme von Walgreens spiegele der Index die Bedeutung der Verbraucher und der Arzneimittelbranche für die US-Wirtschaft besser wider.

Des einen Freud, des anderen Leid: Der US-Mischkonzern GE war einer von zwölf Firmen, die 1896 zu den Gründungsmitgliedern im neu eingeführten Index zählten. Und GE ist auch das einzige aus dem Dutzend, das sich bis heute – mit einer Unterbrechung von 1898 bis 1907 – dort halten konnte.

Die Wurzeln des einstigen Innovationsmotors gehen auf Glühbirnenerfinder Thomas Edison zurück. Doch in den vergangenen Jahren wurde es immer dunkler um GE, vor 25 Jahren noch der wertvollste Konzern der Welt. Der Niedergang startete mit dem Einstieg in die Finanzbranche, wodurch GE von der Finanzkrise im Jahr 2008 stark betroffen war. Nun gehen für den Siemens-Rivalen im US-Leitindex die Lichter aus und es zeigt sich, dass die einstigen Schwergewichte der US-Industrie stetig an Bedeutung verlieren. Da hilft auch keine Indexzugehörigkeit im weltweit bekanntesten Index. Allerdings: Die Mitgliedschaft im Dow Jones richtet sich anders als beim Dax nicht nach quantitativen Kriterien (z.B. Marktkapitalisierung), Änderungen erfolgen nach Gutdünken der Indexbetreiber.

Bis deutsche Aktiengesellschaften 110 Jahre im Dax verweilen, vergehen noch 80 Jahre, dazu muss man kein Prophet sein. Den Dax, dessen 30-jähriges-Jubiläum in Kürze ansteht und der in fondsmagazin-Ausgabe am 5. Juli beleuchtet wird, gibt es erst seit 1988. Aber es ist absehbar, dass sich nicht sehr viele Firmen Hoffnung machen dürfen, den GE-Rekord einzustellen, denn von 30 Kandidaten sind jetzt schon nur noch 15 im Rennen - Allianz, BASF, Bayer, BMW, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Eon (vorher Veba und Viag), Henkel, Linde, Lufthansa, RWE, Siemens, ThyssenKrupp und Volkswagen.

Den Titel des ältesten Dax-Unternehmens gebührt übrigens Merck. Die Wurzeln des pharmazeutisch-chemischen Unternehmens, das seit Juni 2007 dem Dax angehört, reichen bis ins Jahr 1668 zurück. Da kann auch General Electric, „erst“ 1890 gegründet, nicht mithalten.

Stand: 21.06.2018