Interviews „Die Niedrigzinsen machen mir nichts mehr“


Beim Finanzforum der Stadtsparkasse Düsseldorf gab Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater seinen Ausblick auf die Märkte. Nach der Analyse hörte fondsmagazin bei den Kunden nach, wie sie sich in Nullzinszeiten positionieren.


TEXT: Daniel Evensen

Ein milder Dezemberabend in Düsseldorf. Fast 300 Kunden sind zur Stadtsparkasse Düsseldorf in der Berliner Allee gekommen, um sich beim Finanzforum über die Aussichten für Konjunktur und Kapitalmärkte zu informieren. Nachdem Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka, dargelegt hat, warum die Weltwirtschaft in einer blendenden Verfassung ist, liest er in den Gesichter seines Publikums vor allem noch eine Frage: Wann gibt es wieder ordentliche Zinsen? Katers Antwort löst ein Raunen aus: „Sparzinsen, wie wir sie von früher kennen, werden wir vielleicht um das Jahr 2030 wieder sehen. In den kommenden fünf Jahren müssen wir uns wohl mit maximal 2 Prozent zufrieden geben. Und 2 Prozent Zins abzüglich 2 Prozent Inflation ergibt …“

Der Deka-Chefvolkswirt macht den Zuhörern dennoch Mut: „Die Weltwirtschaft wird nicht nur 2018, sondern auch danach weiter wachsen und mit ihr die Gewinne international tätiger Unternehmen. Beteiligen Sie sich an diesen Chancen – mit Unternehmensanleihen und Aktien.“ Kater weist aber auch darauf hin, dass es an der Börse nicht wie 2017 immer nur aufwärts geht und stimmt das Düsseldorfer Publikum auf stärkere Kursschwankungen ein. „Es kann schon mal zu Abschlägen von 10 Prozent kommen“, sagt Kater. „Schwächephasen bieten aber eine Gelegenheit, um Aktienbestände mit langfristiger Perspektive aufzustocken.“

Nach dem Kapitalmarktausblick des Deka-Experten wollte fondsmagazin wissen, wie die Düsseldorfer Sparkassenkunden es mit Zinssparen und Wertpapieren halten:

Herbert Fischer

Herr Fischer, der Deka-Chefvolkswirt prognostiziert viele weitere Jahre mit mageren Zinsen. Was sagen Sie dazu?
Die Niedrigzinsen machen mir nichts mehr, seit 2012 investiere ich vor allem in Wertpapiere. Und die heutige Veranstaltung bestätigt mich in diesem Schritt. Mein DekaBank-Depot ist breit aufgestellt, ich habe Aktien-, Renten- und auch Immobilienfonds. Früher hatte ich damit wenig am Hut, da habe ich in der Zeitung auch zuerst den Lokalteil gelesen, heute sind es die Wirtschaftsseiten.

Warum seit 2012?
Damals habe ich eine Erbschaft gemacht und musste mich bei der Abwicklung mit fünf Banken auseinandersetzen. Die einzige, die mir wirklich weitergeholfen hat, war die Stadtsparkasse Düsseldorf. Mein Berater hat mir viel über die Kapitalmärkte und die Chancen und Risiken von Wertpapieren erklärt – und in aller Regel folge ich bei meiner Geldanlage seinen Empfehlungen.

Mit welchem Ergebnis?
Meine bisherigen Erfahrungen sind top. Ich sehe regelmäßig online ins DekaBank-Depot. Hin und wieder gibt es schwächere Tage, aber im Großen und Ganzen läuft es toll. Für mich persönlich ist das zwar gar nicht mehr so wichtig, aber ich denke an meine Nachkommen. Ich möchte meinen Kindern und Enkeln etwas mitgeben.


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Hans-Walter Buckels

Herr Buckels, warum sind Sie zum Finanzforum gekommen?
Seit ich 19 bin, investiere ich in Aktien. Das weiß mein Berater und hat mich eingeladen. Mit ihm arbeite ich seit Jahren gut zusammen, bei anderen Banken bin ich hingegen öfters reingefallen. Einmal wurde ich überredetet, am Neuen Markt zu investieren, und habe dabei viel Geld verloren. Mit der Beratung hier in der Stadtsparkasse bin ich aber sehr zufrieden.

Und was nehmen Sie von dieser Veranstaltung mit?
Dass sich bei den Zinsen nicht viel ändern wird. Für mich ist das eine Bestätigung, dass ich richtig gehandelt habe. Mein Depot ist breit über mehr als 40 Aktien, Fonds und Immobilien diversifiziert.

Wenn Sie schon so lange in Aktien investieren, kennen sie auch Börsenkrisen. Wird es Ihnen nie zu wild?
Ich liebe das Wilde.


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Peter und Petra Weber

Herr Weber, Sie haben Herrn Kater nach seiner Meinung zum Euro/Dollar-Kurs gefragt. Sie sind auch wegen konkreter Einschätzungen gekommen?
Peter Weber: Ja, das Finanzforum bietet eine gute Möglichkeit, sich mit Experten und Beratern auszutauschen, die sich mit den Märkten auskennen. Meine Frau und ich interessieren uns schon sehr lange für die Börse. Wir haben mit 25 die ersten Aktien gekauft.

Petra Weber: Früher sind wir oft abends bei der Sparkasse vorbeigegangen, um uns im Aushang anzusehen, ob die Kurse unserer Aktien gestiegen oder gefallen sind. Heute sind wir abgeklärter. Wir investieren breit in Aktien, Anleihen und Fonds.

Peter Weber: Unter anderem auch in den USA. Deshalb die Frage nach der Währung.

Was nehmen Sie von der Veranstaltung und den Gesprächen mit?
Petra Weber: Dass uns der Niedrigzins wohl noch viele Jahre erhalten bleibt. Herr Kater hat auch überzeugend dargelegt, dass dem Aktienmarkt wahrscheinlich nicht so schnell die Luft ausgehen wird . Bei allen Risiken, die er sieht, hält er die steigenden Kurse durch die wachsende Weltwirtschaft für gerechtfertigt. Und das Wachstum sollte anhalten. Vor allem in den Schwellenländern.

Was machen Sie mit diesen Erkenntnissen?
Peter Weber: Wir waren eigentlich immer so eingestellt, dass wir 30 Prozent in Aktien und 70 Prozent in Anleihen angelegt haben. Aber wegen der niedrigen Zinsen tendieren wir jetzt in Richtung 50/50. Möglicherweise werden wir uns bei Investments künftig etwas mehr in Richtung Schwellenländer orientieren. Ich war beruflich viel in Indonesien und anderen asiatischen Ländern tätig, das sind interessante Märkte.


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Roger von den Steinen

Herr von den Steinen, hätten Sie gedacht, dass die Aussichten für Zinssparer so schlecht sind?
Ich kenne Herrn Kater und seine Ausführungen schon aus dem Fernsehen und bin deshalb nicht überrascht. Sparbriefe, Bundesobligationen und ähnliches sind für mich schon lange kein Thema mehr. Zumal ich mich selbst um eine ausreichende Vorsorge kümmern muss, weil ich mein Leben lang selbständig tätig war und mich nicht auf eine gesetzliche Rente verlassen kann.

Wie machen Sie das?
Vor allem mit Aktien und Optionen. Mir erschien die Aktie schon vor mehr als 30 Jahren als ein interessantes Investment, aber in den vergangenen fünf Jahren hat sie durch den Niedrigzins nochmal eine ganz andere Bedeutung bekommen. Meine Frau und ich hatten zu dieser Zeit einen bestimmten Betrag angespart und wir überlegten, was wir damit anstellen. Dann sind wir zur Sparkasse gegangen und haben uns beraten lassen, denn Vertrauen ist uns am wichtigsten bei der Geldanlage. Das gilt für den Berater und die Bank dahinter.

Die vergangenen fünf Jahre sind an der Börse sehr positiv verlaufen. Was, wenn es 2018 anders kommt?
Irgendwann werden die Kurse auch mal nachgeben. Dann muss man psychologische Stärke beweisen, weil alle zum Ausstieg raten, aber das Gegenteil die richtige Entscheidung ist. Sehen Sie, ich habe schon den schwarzen Freitag 1987 an der Wall Street miterlebt. Selbst wer damals am Tag vor dem Crash eingestiegen ist und seine Aktien gehalten hat, ist heute sehr glücklich. Der Dow Jones stand 1987 bei 2.000 Punkten, heute sind es fast 25.000. In der Langzeitbetrachtung ist der schwarze Freitag nur noch eine kleine Delle.


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J. Sturr und B. Süsens

Herr Sturr, ist es nicht eine etwas trockene Angelegenheit, abends zu einem Kapitalmarktausblick in der Sparkasse zu gehen?
Herr Sturr: Gar nicht. Wir waren schon im vergangenen Jahr da, um zu sehen, ob wir etwas aufschnappen können. Input, wie man sich positioniert, wo man investiert. Ich habe nämlich das ganze Depot voll mit Wertpapieren und überlege, welche ich rausschmeißen und welche ich neu kaufen soll.

Wie sind Sie zu Wertpapieren gekommen?
Frau Süsens: Das war so etwa 2010, als die Zinsen gefallen sind. Da haben wir uns gedacht, dass wir mal anders investieren müssen, um ein solides Polster aufzubauen.

Herr Sturr: Bei Dir waren es die Zinsen, bei mir mehr die Neugier: Was geht denn eigentlich noch bei der Geldanlage? Eben Wertpapiere, vor allem Aktien. Und die gehen ziemlich gut, bislang haben wir jedes Jahr Plus gemacht.

Herr Kater hat gesagt, dass noch nicht einmal jeder zehnte Deutsche Aktien besitzt. Sie gehören als Aktionäre also zu einer seltenen Spezies.
Herr Sturr: Wie kann es sein, dass so wenige Leute Aktien kaufen? Bei den Amerikanern und Engländern sind das mehr als doppelt so viele.

Vielleicht scheuen deutsche Anleger mögliche Kursrückgänge?
Frau Süsens: Wer davor Angst hat, darf wirklich nicht investieren. Ich persönlich mache mir aber keine großen Gedanken, wenn eine Aktie mal von 50 auf 40 Euro fällt. Man muss das Ganze einfach als eine langfristige Angelegenheit betrachten.


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Sparkassenvorstand Dr. Michael Meyer will mit dem Finanzforum den Kunden eine Gelegenheit bieten, sich über die aktuellen Entwicklungen an den Märkten zu informieren. Zudem will er sie für das Thema Niedrigzins sensibilisieren, wie er im Interview mit fondsmagazin erläutert:

„Achten Sie auf den zugrundeliegenden Trend!“

  Herr Dr. Meyer, ist es überhaupt noch nötig, auf den Niedrigzins aufmerksam zu machen?  
Absolut. Zwar registrieren wir seit einigen Jahren, dass die Kunden sich Anlagealternativen wie Wertpapieren immer mehr öffnen. Nichtsdestotrotz haben wir auch weiter wachsende Bestände bei den Einlagen. Das ist gerade auf lange Sicht fatal. Denn da entgeht den Menschen neben dem Zins auch noch der Zinseszins, quasi der Turbo für den Vermögensaufbau. Dabei haben wir interessante Anlagemöglichkeiten direkt vor der eigenen Haustür, man muss nur an die erfolgreichen Unternehmen aus dem DAX denken. Ausländische Investoren erkennen die Chancen, ihnen gehört inzwischen bei vielen DAX-Werten die Mehrheit der Anteile.

Wenn Ihre Kunden den Schritt hin zu Wertpapieren machen, zu welchen Investments greifen sie?  
Fonds und Zertifikate stehen dabei im Mittelpunkt. Beliebt sind etwa Angebote wie die Deka-BasisAnlage und Deka-DividendenStrategie. Und wenn man sich die Fondsqualität ansieht, ist die Deka ja auch sehr gut unterwegs. Natürlich haben wir auch Anleger, die Aktien und Anleihen gemeinsam mit ihrem Berater selbst aussuchen möchten. Wir können allen Kundengruppen eine passende Lösung anbieten, weil wir bei der Stadtsparkasse Düsseldorf traditionell großen Wert auf die Wertpapierberatung legen. Das machen wir nicht erst, seit die Zinsen sinken. Der rege Kundenzulauf von anderen Banken zeigt uns, dass unser Beratungsangebot geschätzt wird.

Wer erst seit Kurzem in Wertpapieren anlegt, kennt nahezu ausschließlich freundliche Börsenphasen. Sind diese Anleger auch für stürmischere Zeiten gewappnet?  
Wir wollen unsere Kunden zwar für Wertpapiere begeistern, aber zu einer guten Beratung gehört genauso, auf die Risiken hinzuweisen und sich entsprechend zu positionieren. Aber es gibt ja einfache und effiziente Strategien wie das regelmäßige Fondssparen oder Absicherungsstrategien, um in unruhigeren Märkten zurechtzukommen. Wir empfehlen unseren Kunden aber sowieso, langfristig zu investieren und nicht täglich auf die Kursveränderungen zu sehen. Wir raten: Achten Sie auf den zugrundeliegenden Trend! Zurzeit ist klar: Während es auf der Zinsseite an Anlagemöglichkeiten mangelt, sind die Unternehmensdaten ausgesprochen gut.


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Diese Umfrage unter Kunden ist eine Stichprobe, die nicht den Anspruch erhebt, repräsentativ zu sein. Wir können nicht ausschließen, dass andere Kunden andere Erfahrungen gemacht haben.  

Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank oder von der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de erhalten.

Stand: 05.02.2018