Interview „Dieses Jahr macht es besonderen Spass“

Fondsmanager Jan Losen freut sich über die gute Gewinnberichtssaison der Unternehmen. Denn die Gewinne schlagen sich auch in den Dividenden nieder.


TEXT: Volker Tietz

Herr Losen, die Dividenden-Saison 2017 ist fast vorüber. Wie fällt Ihre Bilanz aus?
Da muss ich korrigieren, für Deka-DividendenStrategie und Deka-DividendenStrategie Europa ist die Saison eigentlich noch nicht vorüber. Man darf nicht nur auf Deutschland schauen. Einige europäische Unternehmen  und ein Großteil der Unternehmen in den USA zahlen mehrmals jährlich. Deshalb schütten wir ebenfalls im Frühjahr und im Herbst aus. Nach der Dividende ist also vor der Dividende.

Der Dividenden-Experte

Dann anders formuliert: Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus?
Dieses Jahr macht das Dividenden-Thema besonderen Spaß. Zum einen, weil der Zuspruch der Anleger so groß ist. Der globale Aktienfonds Deka-DividendenStrategie kommt inzwischen auf ein Volumen von mehr als 4,5 Milliarden Euro und der jüngere Fonds Deka-DividendenStrategie Europa liegt jetzt immerhin bei 150 Millionen Euro. Es freut uns, wenn so viele Anleger in guten Börsenzeiten in Dividendenwerten engagiert sind.

Und was macht zum anderen Spaß?
Wie sich die Unternehmensgewinne entwickeln. Das ist schließlich die Basis, wenn es um Dividendenzahlungen und Aktienkurse geht. In den vergangenen Jahren waren die Analysten des Öfteren etwas zu optimistisch bezüglich der Ertragsaussichten der Unternehmen. Die Folge: Gewinnrevisionen – also Anpassungen der Prognosen – nach unten. Dieses Jahr ist es umgekehrt. Die Gewinne überraschen positiv, die Dividenden steigen auf Rekordniveaus und die Analysten müssen ihre Schätzungen nach oben anpassen.

Wie hoch?
Wir sehen weltweit Gewinnwachstum, aber ganz besonders in Europa. Hier liegen die Unternehmensergebnisse durchschnittlich rund 20 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das wird zwar nicht auf ewig in dem hohen Tempo weitergehen, aber die positive Tendenz sollte bis 2018 anhalten.

Was macht Sie da zuversichtlich?
Ein guter Frühindikator für die Wirtschaft ist die Stimmung bei den Einkaufsmanagern der Unternehmen. Aus den Befragungen gewinnt man einen Index, der ab 50 Punkten auf Expansion deutet. Bei 50 bis 52 Punkten, die in den letzten Jahren häufiger gemessen wurden, kann man von einem moderaten Wachstum ausgehen. Aktuell stehen die Einkaufsmanagerindizes für die Industriestaaten aber bei etwa 56 Zählern. Das ist ein Zeichen für ausgesprochenen Optimismus, den wir länger nicht gesehen haben. Die Konjunktur dürfte weiter gut laufen, vielleicht sogar so richtig brummen.

Dann ist für Anleger alles im grünen Bereich?
Was Konjunktur, Unternehmensgewinne und die Geldpolitik angeht ja. Aber bei den Aktienbewertungen würde ich eher von gelb sprechen – die Kurse haben schon einen ordentlichen Anstieg hinter sich. Wenn ich als Beispiel aus unserem Portfolio die Kering-Holding nehme, zu der Marken wie Gucci, Yves Saint Laurent und Puma gehören. Die Geschäfte mit Luxusgütern und Sportartikeln laufen gut – aber die Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten schon nahezu verdoppelt.

Die Dividenden-Rendite von Kering liegt aktuell auch nur bei gut 2 Prozent. Passt die Aktie überhaupt in einen Dividenden-Fonds?
In die Dividenden-Fonds der Deka auf jeden Fall. Wir haben schon immer das Hauptaugenmerk auf die Qualität der Unternehmen und ihrer Geschäftsmodelle gelegt und erst danach auf die Höhe der Dividende gesehen. Hätten wir es umgekehrt gemacht, dann hätten wir viele Versorger und Telekoms in die Portfolios gekauft. Aber sehen Sie sich einen Titel wie E.on an: Im Jahr 2010 erhielten die Anleger 1,50 Euro Dividende je Aktie, jetzt sind es noch 21 Cent. Die Dividenden-Rendite liegt trotzdem über 3 Prozent – weil die Aktie in den vergangenen Jahren so stark gefallen ist. Das ist bitter für die Anleger. Natürlich sind auch bei Aktien, die unseren Qualitätscheck bestehen, Kursverluste nicht ausgeschlossen und unsere Fonds Deka-DividendenStrategie und Deka-DividendenStrategie Europa mussten zwischenzeitlich schon Minusphasen mitmachen. Dennoch sehen wir uns durch die Entwicklung der beiden Portfolios in den vergangenen Jahre in unserem Konzept bestätigt.

Dann bleiben Sie bei Qualitätstiteln, obwohl die nicht mehr ganz billig sind?
Nicht falsch verstehen: Aktien sind nicht mehr so günstig wie vor einem Jahr, aber im Vergleich zu anderen Anlagemöglichkeiten weiterhin attraktiv. Und die Auswahl ist so groß, dass wir nach wie vor viele Papiere finden, die ihren Preis wert sind.

Und wie sollten sich Anleger im aktuellen Marktumfeld verhalten?
Da brauche ich keine Ratschläge zu erteilen, denn die Anleger machen es schon richtig: Viele von ihnen setzen auf einen Fondssparplan. Wenn die Märkte weiter laufen – prima. Sollte es mal einen vorübergehenden Rücksetzer an den Börsen geben, nutzen sie die niedrigeren Kurse zum günstigen Einstieg.

Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank oder von der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de erhalten.