Katers Welt Donald Trump bewegt die Märkte

Der US-Präsident twittert weiter über Syrien und China. Auf die jüngsten Aussagen reagieren die Börsianer mit einer gewissen Erleichterung.


Selbst wenn ein begrenzter Militärschlag westlicher Staaten gegen Syrien weiterhin wahrscheinlich ist – die Finanzmärkte blieben in den vergangenen Tagen besonnen. Denn vor allem scheint die Gefahr eines Handelskriegs zwischen den USA und China nach den Kommentaren von US-Präsident Trump im Laufe der Woche deutlich zurückzugehen. Er stellte selbst die Rückkehr der Vereinigten Staaten zu den Verhandlungen über eine transpazifische Partnerschaft (TPP) in Aussicht. Es sollte nicht verwundern, wenn im Laufe der Zeit das bereits ausverhandelte Freihandelspaket TTIP mit den Europäern in abgespeckter Version auch wieder auf der Tagesordnung auftaucht. All dies wirkte sich positiv auf die Aktienmärkte aus. Die Marktteilnehmer warten jetzt auf positive Unternehmensberichte der anstehenden Berichtssaison in Europa und den USA.

Wenn die handels- und geopolitischen Themen zumindest zeitweise in den Hintergrund rücken, dürfte das fundamentale Bild in den kommenden Tagen verstärkt in den Fokus der Märkte geraten. In diesem Umfeld werden Anleihen als sicherer Hafen an Attraktivität verlieren, und die Aufwärtsrisiken bei Renditen nehmen wieder zu. Die Quartalsberichte der Unternehmen könnten positiv ausfallen. Gleichzeitig gerät die Konjunktur vorübergehend unter Druck, denn das Wachstum in Deutschland dürfte im ersten Quartal enttäuschend ausgefallen sein. In der kommenden Woche dürften weitere Frühindikatoren auf diese konjunkturelle Schwäche hindeuten. Alles in allem bedeutet dies jedoch immer noch ein gutes Umfeld für die Aktienmärkte.

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen; Stand: 14.04.2018