18.3.2019 | Geldanlage Die Fondsrepublik

Immer mehr Deutsche investieren in Aktien – das zeigen aktuelle Zahlen. Und wer mit Aktien spart, macht das meist über Fonds; aus gutem Grund.


TEXT: Peter Weißenberg

Aktien bekommen seit Jahren mehr und mehr Aufmerksamkeit. Gerade in Zeiten der Niedrigzinsen erkennen Anleger den Reiz der Börse. Aktuelle Zahlen aus einer Studie des Deutschen Aktieninstitutes (DAI) belegen das: 2018 ist die Zahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfonds das vierte Jahr in Folge gestiegen auf numehr 10,3 Millionen. Das sind 16,2 Prozent der Deutschen, die älter als 14 sind. „Wir freuen uns, dass sich das Interesse an der Aktien- und Aktienfondsanlage in den letzten Jahren spürbar verfestigt hat“, sagt Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des DAI.

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DIE ZAHL DER AKTIENBESITZER STEIGT WIEDER

Eine interessante Entwicklung: Immer mehr Deutsche vertrauen beim Schritt aufs Börsenparkett der Expertise von Profis. 2018 sind 617.000 Aktienfondsbesitzer hinzugekommen, die Zahl der direkten Aktionäre sank dagegen um 373.000. Prinzipiell spricht zwar nichts gegen den direkten Aktienkauf. Ein Wertpapierportfolio selbst aufzubauen, ist jedoch wesentlich aufwändiger und bedarf gewisser Kenntnisse und Recherchen. Zudem erreichen Aktionäre kaum ein gleichermaßen breit gestreutes Portfolio über Regionen und Branchen wie Besitzer von Aktienfonds. Zwar treten auch bei der Fondsanlage Kursschwankungen auf, die in den negativen Bereich führen können. Dennoch sind Fonds gerade für Einsteiger eine einfachere Anlageform als Aktien.

Je früher die Geldanlage in einen guten Aktienmix beginnt, um so größer ist die Chance auf einen attraktiven Kapitalzuwachs am Ende des Anlagezeitraums. Eine monatliche Geldanlage in die Aktien des Dax von Ende 1990 bis Ende 2018 erbrachte beispielsweise eine durchschnittliche jährliche Rendite von 6,2 Prozent, sagt das DAI. Und dass, obwohl auch mehrere starke Kurseinbrüche in diese Zeit fielen. Auch die jüngeren Jahrgänge sind deswegen nach den neuesten Zahlen des DAI inzwischen „stärker an Aktien interessiert,“ so Bortenlänger.

Die meisten Deutschen lassen die Renditechancen der Aktie allerdings noch immer an sich vorbeiziehen. 84 Prozent besitzen keine einzige Aktie und keinen Aktienfonds. Ihr Geld schlummert häufig auf Girokonten und nahezu zinslosen Sparbüchern. Nach Abzug der Inflationsrate wird es dort immer weniger wert. Ihr Tag der Aktie muss erst noch kommen. Vielleicht ja schon in diesem Frühling?

Stand: 18.3.2019