Internationaler Hochhaus Preis 2018 Fünf außergewöhnliche Finalisten

Die Jury des Internationalen Hochhaus Preises 2018 hat sich entschieden: Fünf Projekte stehen im Finale um den renommierten Architekturpreis. Sie alle sind zukunftsweisend und einzigartig.


Skulpturen ragen in den Himmel. Ambitionierte Hochhausarchitekten begnügen sich nicht damit, funktionale Wohn- und Bürotürme zu errichten. Sie schaffen Kunstwerke, die im Wechselspiel mit ihrer Nachbarschaft stehen. „Was gibt das Gebäude zurück?“ An dieser Frage und ihren sozialen, städtebaulichen, ökologischen und künstlerischen Facetten orientierte sich die Jury des diesjährigen Internationalen Hochhaus Preises (IHP). Bereichert das Gebäude das städtische Gefüge und das urbane Leben? Welche ästhetischen und technischen Qualitäten weist es auf? Wie wird es genutzt – und ist es bei all dem auch nachhaltig und wirtschaftlich? Unter diesen Aspekten betrachteten die acht Jurorinnen und Juroren – Architekten, Ingenieure, Kunstexperten und Immobilienfachleute – 36 nominierte Objekte aus 15 Ländern. Sie wählten die folgenden fünf Finalisten aus:

MahaNakhon – Das Büro Ole Scheeren hat den mit 314 Metern höchsten Turm Thailands errichtet und Bangkok ein neues Wahrzeichen geschenkt. Markant ist nicht nur die Höhe von 314 Metern, sondern vor allem die „verpixelte“ Fassade. Von Terrassen, Balkonen und freischwebenden Räumen aus genießen die Hotelgäste und die Bewohner der Apartments einen Blick über die Metropole.

Beirut Terraces – Herzog & de Meuron verbinden in ihrem Wohnturm Innen und Außen. Sie haben die rundum verglasten Geschosse gegeneinander verschoben und so am Beiruter Yachthafen eine Skulptur geschaffen. Tiefe Überstände schützen die Wohnungen vor direktem Sonnenlicht.

Torre Reforma – L. Benjamin Romano hat an einem Boulevard im Herzen von Mexiko-Stadt einen dreieckigen Büroturm konzipiert, der nicht nur bestehende historische Architektur integriert, sondern auch erdbebensicher und nachhaltig ist. Eine der drei Seiten des Hochhauses ist verglast und öffnet sich zum Stadtpark.

Chaoyang Park Plaza – die MAD Architects ließen sich für ihren Komplex im Pekinger Finanzdistrikt von der chinesischen Landschaftsmalerei inspirieren. Die zehn amorphen Gebäude, die Büros, Wohnungen und Läden beherbergen, wirken wie Felsbrocken.

Oasia Hotel Downtown – WOHA pflanzten ein begrüntes Hochhaus ins Zentrum von Singapur. Die rote Fassade besteht aus perforierten Aluminiumpaneelen, über die sich Kletterpflanzen ausbreiten. Drei Sky Gardens bieten einen Blick in alle vier Himmelsrichtungen.

Drei der fünf Finalisten kommen aus Asien. In Fernost scheinen derzeit die Trends im Hochhausbau gesetzt zu werden – weg vom Einzelobjekt hin zum Ensemble, das auf viele Arten genutzt wird.

Architekten und Bauherren eines dieser fünf Hochhäuser werden am 1. November in der Frankfurter Paulskirche mit dem Internationalen Hochhaus Preis ausgezeichnet – einer Statuette des Künstlers Thomas Demand und 50 000 Euro Preisgeld. Der IHP wurde 2003 von der Stadt Frankfurt – Deutschlands einziger Stadt mit einer Hochhaus-Skyline –, dem Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank initiiert und 2004 erstmals verliehen. Er ist die weltweit wichtigste Auszeichnung im Bereich Hochhäuser.

Info: Mehr zum Internationalen Hochhauspreis auf www.highrise-frankfurt.de. Das Deutsche Architekturmuseum zeigt vom 3. November 2018bis zum 3. März 2019 die Ausstellung „Best Highrises 2018/19“ Bilder der ausgewählten Hochhäuser; www.dam-online.de