Marktführer Global geht immer ...

… zumindest bei den Champions. Wer weltweiter Marktführer ist, kommt oft besser durch große Krisen und nutzt den nächsten Aufschwung. Ein Ansatz, an dem auch langfristig orientierte Anleger teilhaben können.


TEXT: Peter Weißenberg

Unterbrochene Warenströme, eingeschlossene Kunden, abgeschottete Länder… da müssten doch eigentlich die Aktienkurse von Firmen besonders leiden, deren Geschäft global aufgestellt ist? Doch genau das ist nicht der Fall, wenn der Blick auf ausgewählte weltweite Marktführer fällt. „Der Deka-GlobalChampions ist sehr gut durch die Coronazeit gekommen; mich verwundert das nicht“, sagt Mario Adorf.

Der Manager des Fonds hat schließlich seit dessen Start im Jahr 2006 schon reichlich Erfahrung mit Krisenzeiten gesammelt – und die Erkenntnis: Echte Champions kommen auch nach harten Schlägen gestärkt zurück. In der Coronakrise haben gerade die Schwergewichte im Fonds sogar an Kraft zugelegt: Denn die Meister der neuen virtuell vernetzten Welt wie Amazon, Alibaba oder Google haben davon profitiert, dass der Digitalisierungstrend notgedrungen noch verstärkt wurde. Sie ziehen aus der starken Marktposition ihres Geschäftsmodells jetzt ihre Vorteile. Einer Studie der Universität St. Gallen nach spielt sich zum Beispiel etwa rund die Hälfte des gesamten deutschen Internethandels bei Amazon ab; in den USA und vielen anderen Ländern der Welt ist es ähnlich.

Ein gesundes Investment

Deka-Fondsmanager Adorf setzt schon lange stark auf die Digitalriesen mit weltweitem Ansatz aus den USA, China und anderen Regionen. Seit einiger Zeit investiert er zudem auch auf Marktführer im weltweit stark wachsenden Gesundheitsmarkt. Deswegen sind im Deka-GlobalChampions auch Pharma-Größen wie Pfizer oder Sanofi genauso vertreten wie Newcomer mit Chancen auf globale Führungspositionen in der Zukunft. Biontech oder Moderna etwa entwickeln nicht nur Coronaimpfstoffe. Ihr besonderer Ansatz der genbasierten Immuntherapie soll bald auch revolutionäre Behandlungen von Krebs ermöglichen.

Globale Marktführer, das sind eben nicht nur altbekannte Champions wie Coca-Cola mit seinen mehr als 4.000 Getränken für den Geschmack von Indern, Russen, Deutschen oder Chilenen. Das ist nicht nur Procter & Gamble mit mehr als vier Milliarden Kontakten zwischen einem Käufer und einem P&G-Produkt – am Tag. Das sind auch Pioniere, die an der Marktmacht von morgen arbeiten oder innovative Platzhirsche wie Tencent, der WhatsApp Chinas, oder Mercadolibre, der Amazon Südamerikas. Mindestens 61 Prozent des Fonds stecken darum in solchen Aktien von Unternehmen, die sich am besten für den globalen Wettbewerb aufgestellt haben.

„In früheren Krisen haben tatsächlich gerade Schwellenländer besonders gelitten – jetzt ist aber zu beobachten, dass Staaten wie China oder Indien die Weltwirtschaft eher stabilisieren.“Mario Adorf, Fondsmanager des Deka-GlobalChampions

Solide Bilanzen und ein stabiles zukunftsweisendes Geschäftsmodell stehen dabei besonders im Fokus. Die „Gewinner weltweit“ eben, so Adorf, aus Industriestaaten und Schwellenländern. Diese Mischung liegt sozusagen in den Genen des Deka-GlobalChampions: „Wir haben schon 2005 den Ansatz gehabt: Lass uns doch die echte Struktur der Weltwirtschaft abbilden – mit ihrer ganzen Dynamik.“ Und die bestand schon damals eben nicht nur aus den Konzernen mit Schwerpunkten in den drei großen Wirtschaftsräumen USA, Japan und Europa.

Welt-Indizes wie der MSCI-World haben damals aber noch im Wesentlichen diesen Ausschnitt der Erde abgebildet. Wer schon kraftvoll ins Geschäft der bevölkerungsstarken Länder wie China, Indien oder Brasilien investierte, den hatten viele Beobachter und Investoren dagegen nicht so im Fokus. Ein Fehler: Denn Schwellenländer haben auch Anfang des Jahrhunderts schon rund 20 Prozent des wirtschaftlichen Weltgeschehens abgebildet; Tendenz stark steigend.

Schon die Bevölkerungsentwicklung in Asien, Teilen Afrikas oder Südamerikas verdeutlicht das. Wer hier stark ist, kann auch im globalen Maßstab als Champion gelten – und umgekehrt: Wer in diesen Regionen schwach ist, kann für Adorfs Fonds nicht als globaler Marktführer gelten.

Angebote für die neue Mittelschicht

Heute – 15 Jahre später – macht der Anteil der Schwellenländer am Weltmarkt fast schon die Hälfte aus. Entsprechend stark sind Champions auch in diesen Regionen vertreten. Mit speziell zugeschnittenen Produkten schneidern Pharmafirmen, Finanzriesen oder Konsumgüterproduzenten ihr Angebot auf die Bedürfnisse und die Kaufkraft der aufstrebenden Mittelschicht in diesen Ländern zu. Wer als Anleger an der globalen Dynamik teilhaben will, der sollte deshalb diesen Teil des weltweiten Wachstums nicht ausblenden – gerade in einer Krise.

China stützt die Weltkonjunktur

Aber sind die Emerging Markets nicht auch besonders anfällig für globalen Abschwung? Hier hat Mario Adorf eine Zeitenwende ausgemacht: „In früheren Krisen haben tatsächlich gerade Schwellenländer besonders gelitten – jetzt ist aber zu beobachten, dass Staaten wie China oder Indien die Weltwirtschaft eher stabilisieren.” Dort ist 2020 trotz Corona zumindest mit einer schwarzen Null beim Wachstum zu rechnen. Europa oder die USA können davon nur träumen.

Globale Champions, das heißt allerdings nicht: Konzentration auf einige wenige Giganten. Die breite Aufstellung und ein langjähriger Investitionshorizont sind Adorf sehr wichtig bei seinem Fonds. Übrigens auch im eigenen Interesse: Der Manager ist seit dem Tag der Erstnotiz auch selbst Anleger des Deka-GlobalChampions: „Es ist also auch ein Teil meiner eigenen Altersversorgung.“

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Stand: 25.07.2020