Edelmetall als Beimischung Gold auf Allzeithoch

Fast neun Jahre hielt der alte Höchststand. Dann hat der Goldpreis seinen lange gehaltenen Rekord gebrochen. Lohnt es sich, jetzt noch zu investieren?


TEXT: Olivier Löffler

In der Nacht vom Sonntag auf Montag stieg der Preis für eine Feinunze Gold bis auf 1944,71 US-Dollar – und übertraf damit das Intraday-Kurshoch von gut 1921 US-Dollar vom September 2011. Kein Wunder, denn in Krisenzeiten sehen viele Anleger im Gold einen sicheren Hafen. Zumal erscheint das Edelmetall immer dann besonders attraktiv, wenn die Zinsen niedrig sind.

„Denn genau dann fällt die Tatsache nicht mehr so stark ins Gewicht, dass Gold einen entscheidenden Nachteil hat: es wirft keine Erträge ab, wie das bei festverzinslichen Anlagen oder auch bei vielen Aktieninvestments die Regel ist“, erklärt Deka-Rohstoffexpertin Dr. Gabriele Widmann. In Zeiten, in denen die Zinsen sogar negativ sind, zieht dieses Argument natürlich umso mehr. „Wenn die Gefahr steigt, dass für Guthaben auf dem Girokonto Strafzins bezahlt werden muss, kaufen die Menschen eben verstärkt Gold“, so Widmann.

Kurzfristig könnte es zu einer Kurskorrektur kommen

Ein weiteres starkes Argument für die zum Gold strömenden Anleger sei die Angst vor den negativen Folgen der coronabedingt steigenden Staatsschulden. „Es grassiert die Angst vor einer daraus resultierenden starken Inflation. Damit rechnen wir als Deka zwar nicht, doch angesichts der Aussicht auf eine noch für sehr lange Zeit anhaltende Phase extrem niedriger Zinsen ist der Goldpreis auch mittelfristig gut unterstützt.“

Kurzfristig könnte es allerdings nach den jüngsten kräftigen Anstiegen durchaus zu einer Korrektur beim Goldpreis kommen: „Grundsätzlich raten wir, das Anlagevermögen breit auf alle Anlageklassen einschließlich Aktien zu streuen. Der Anteil von Gold bzw. Rohstoffen am Gesamtvermögen kann dabei im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen“, so die Deka-Expertin.

Stand: 28.07.2020