Katers Welt Handelsstreit heizt auch im Sommer ein

Eine mögliche Verschärfung der amerikanischen Zollmaßnahmen gegenüber China beunruhigt die Marktteilnehmer.


Im Hochsommer erhitzt der von den USA initiierte Handelsstreit die Märkte zusätzlich. Herrschte zu Wochenbeginn noch eine freundlichere Tendenz als Reaktion auf die Einigung zwischen EU und USA vor, drehte diese Entwicklung, als US-Handelspolitiker eine mögliche Verschärfung geplanter Zollmaßnahmen gegenüber China andeuteten. Die US-Regierung ist überzeugt, im Handelspoker mit China die besseren Karten zu haben. Den Worten werden wohl Taten folgen, sofern China nicht bei den wichtigen Themen der geistigen Eigentumsrechte und der Wettbewerbsverzerrungen durch staatlich subventionierte Unternehmen Angebote macht. Eine Erhöhung der Zollmauern ist für Unternehmen weltweit ein Problem, wie jüngste Umfragen ergaben. Ein Umbau der weltweiten Produktionsstrukturen zur Umgehung neuer Handelshemmnisse wäre teuer und würde auf die Unternehmensgewinne drücken.

Inflationszahlen werden wichtiger

Vor dem Hintergrund der Handelsstreitigkeiten treten die wirtschaftlichen Daten in den Hintergrund. In der abgelaufenen Woche wurde die kräftige Konjunktur in den USA bestätigt. Deshalb richtet sich das Augenmerk nun immer mehr auf steigende Inflationszahlen, die den Notenbanken auf Dauer nicht gleichgültig sein können. In der kommenden Woche ist der ökonomische Kalender dünn besetzt. Zahlen zur Industrieproduktion geben einen Eindruck, ob sich auch die deutsche Konjunktur weiter von ihrer Formschwäche zu Jahresanfang erholt. Damit hängen die Börsen wohl kurzfristig auch weiterhin an den Fäden der Handelspolitik.

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen; Stand: 04.08.2018