Wertpapiersparen fördern Hey Staat, ich brauch´ mehr Zulage

EZB-Geldpolitik und Strafzinsen treiben die Menschen um. Welche Wege gibt es da, um Sparer zu entlasten und ihnen etwas zurückzugeben? Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis denkt hier auch an die Arbeitnehmersparzulage.


TEXT: Olivier Löffler

„Die öffentliche Hand hat durch die Geldpolitik bisher Zinsvorteile von rund 360 Milliarden Euro. Die privaten Sparer haben rund 300 Milliarden Euro verloren. Es läge nahe, durch finanzielle Anreize zur Vermögensbildung einen Teil dieser Mittel an die Bürgerinnen und Bürger zurückzugeben“, so Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis im Handelsblatt. Eine mögliche Maßnahme sei es, „das Wertpapiersparen durch eine modernisierte Arbeitnehmersparzulage attraktiver zu gestalten“.

Doch was genau ist die Arbeitnehmersparzulage? Hier handelt es sich um eine staatliche Förderung im Rahmen der sogenannten Vermögenswirksamen Leistungen. Laut dem 5. Vermögensbildungsgesetz hat jeder Arbeitnehmer, Beamte, Soldat, Richter oder Auszubildende in Deutschland Anspruch darauf, dass sein Arbeitgeber Teile des Arbeitslohns für ihn vermögenswirksam anlegt. Oft zahlt der Arbeitgeber dabei noch einen Zuschuss von bis zu 40 Euro.

„Wertpapiersparen durch eine modernisierte Arbeitnehmersparzulage attraktiver gestalten“ Empfehlung von Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis

Obendrauf kommt beim Wertpapiersparen die staatliche Arbeitnehmersparzulage von 20 Prozent. Sie wird auf Antrag vom zuständigen Finanzamt mit der Einkommenssteuererklärung festgesetzt. Die Krux dabei: Bei Ledigen darf das zu versteuernde Einkommen bei maximal 20.000, bei zusammen verlangten Paaren bei 40.000 Euro jährlich liegen. Viele Arbeitnehmer liegen deutlich darüber. Die 20 prozentige Arbeitnehmersparzulage greift zudem nur bis zu einem jährlich eingezahlten Betrag von 400 Euro, was die Zulage auf maximal 80 Euro beschränkt.

Würde hier nachgebessert, dann könnte die Arbeitnehmersparzulage einen wichtigen Beitrag leisten, um das Wertpapiersparen in Deutschland populärer zu machen. Denn wer noch Rendite will, für den führt angesichts Realzinsfalle und Negativzinsen eigentlich fast kein Weg an Aktienfonds vorbei – auch wenn er gerade derzeit mit stärkeren Kursschwankungen rechnen muss. Alle Experteneinschätzungen weisen darauf hin, dass das Zinssparen auf absehbare Zeit keine Zukunft hat.

Stand: 01.09.2019