Katers Welt Hört, hört, die Fed hat gesprochen!

Hat die amerikanische Notenbank angedeutet, dass sie weniger Zinsanhebungen vornehmen wird als angenommen? Einige Marktteilnehmer interpretieren das so.


Die abgelaufene Woche bot tendenziell freundliche Aktienmärkte und geringere Renditen an den Rentenmärkten. In den vergangenen Monaten waren in der Regel politische Risiken (Handelskonflikt, Brexit, Italien, etc.) marktbewegend. Nun hat sich die US-amerikanische Notenbank Fed einmal in den Vordergrund gerückt. Der Ton des Protokolls der letzten Fed-Sitzung knüpft an die Kommentare von Fed-Chef Powell vom Mittwoch an, wonach die Normalisierung der US-Geldpolitik die Leitzinsen schon recht nahe an das neutrale Zinsniveau gebracht hat. Dies wurde an den Märkten derart interpretiert, dass weniger Zinserhöhungen noch bevorstehen als bislang erwartet. Dazu passte ergänzend, dass auch im Geleit der gesunkenen Ölpreise die Inflationserwartungen an den Märkten zurückgegangen sind. Dies wurde an den Börsen wohlwollend aufgenommen.

G20-Gipfel und Datenflut

In den nächsten Tagen gibt es für die Finanzmärkte viel zu verarbeiten. Schon allein beim G20-Gipfel wird speziell mit Blick auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China aufmerksam beäugt, ob der Eskalationszug beschleunigt oder etwas Fahrt rausnimmt. Aufmerksamkeit wird auch dem OPEC-Treffen am Donnerstag geschenkt werden, wenn Förderkürzungen beschlossen werden, um den Ölpreis zu stabilisieren. Durchaus gewichtige Konjunkturindikatoren von Einkaufsmanagerindizes bis hin zum US-Arbeitsmarktbericht dürften zu einem moderaten konjunkturellen Expansionstempo passen und auch deshalb an den Märkten vermutlich nicht so stark wahrgenommen werden.

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen; Stand: 01.12.2018