Interview „Ich brauche immer einen Plan“

Thomas Rickmann ist Leiter des Beratungs-Centers Hückeswagen der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen; seit fast 30 Jahren berät er Einzelkunden und Firmen zur optimalen Altersvorsorge – und setzt auf einen nachhaltigen Ansatz.


TEXT: Peter Weißenberg

Herr Rickmann, wie sorgen Sie eigentlich für Ihr Alter vor?
Ich habe eine Immobilie, die ich noch abbezahle, eine Rentenversicherung, dann natürlich die gesetzliche Rente …

… also ganz der typische Kunde?
Nicht unbedingt. Ich habe meine betriebliche Altersvorsorge schon seit 2002 in einem Fonds angelegt, um die Chancen der Börse zu nutzen – und in Deka-Industrie 4.0 habe ich auch investiert. Geld, das ich nicht so schnell brauche. Bei diesem Zukunftsthema will ich dabei sein.

Altersvorsorge-Experte Thomas Rickmann

Bei den Chancen der Börse sind manche Kunden noch zögerlich?
Das ändert sich. Denn in den Niedrigzinszeiten erkennen viele die Überlegenheit von Wertpapieren in Sachen Rendite.

Es ist aber sicher nicht einfach, einem 19-jährigen Azubi den Segen eines Fondssparplans zu erklären. Der will doch lieber ein neues iPhone oder einen Elektroroller.
Sie werden lachen – genau das habe ich heute Morgen gemacht. Ich bin nämlich auch Ausbildungsbeauftragter. Und wenn ein junger Mensch auch nur 50 Euro im Monat in den Deka-ZukunftsPlan steckt, hat er bis zur Rente sicher ein stattliches Vermögen. Staatliche Zulagen gibt es noch obendrauf.

Die Botschaft ist Ihrer Ansicht nach bei den Jüngeren angekommen?
Ja. Viele junge Menschen kommen ohnedies in Begleitung der Eltern oder Großeltern zu mir. Die älteren Kunden haben oft bereits Erfahrungen mit Fonds – und geben die an die nächste Generation ­weiter. Generell gilt ja: Wenn sie die ­individuelle Lebenssituation, die Risiken und deren Absicherung, Ziele und deren Zeit­horizont besprechen, dann kommt die Einsicht. Die Menschen wissen ja, dass sie selbst etwas für die Altersvorsorge tun müssen. Übrigens in jedem Alter.

Wie meinen Sie das?
Wer 15 Jahre vor der Rente steht, kann oft noch einmal Geld im Fondssparplan effektiv für sich arbeiten lassen. Auch in der dritten Lebensphase nach der Berufstätigkeit kann frei werdendes Kapital in Fonds noch weiter Rendite erwirtschaften, wenn es nicht so bald benötigt wird. Gerade diese Menschen sind nach meiner jahrelangen Beobachtung so agil und fit wie noch nie zuvor. Bei diesen Kunden schaue ich mir ihre Situation und ihre Ziele ganzheitlich an – und berate sie entsprechend. Ich brauche immer einen Plan, der zur Lebenssituation passt.

Stand: 13.11.2018