Fondssparpläne Im Zickzack ans Ziel

Der gerade Weg aufwärts muss an der Börse nicht immer der beste sein. Wenn Anleger regelmäßig in einen Fondssparplan einzahlen oder mit einem Tauschplan schrittweise in die Märkte einsteigen, kann ihnen das ungeliebte Auf und Ab von Aktien sogar Vorteile bringen.


TEXT: Daniel Evensen

Sommer 2007: Die deutsche Wirtschaft brummt und der Dax markiert ein neues Rekordhoch. Doch für Börsianer soll das der vorerst letzte Anlass zur Freude sein. Denn am Horizont braut sich da bereits die Finanzmarktkrise zusammen. Kaum hat sich dieser Sturm gelegt, wirbeln Eurokrise und Griechenland-Drama die Kurse durcheinander.

Zehn Jahre danach können Fondssparer sagen: Schwamm drüber. Sie mussten zwar Nerven beweisen, dafür wurden sie aber Stand heute mit glänzenden Ergebnissen belohnt. Trotz des zwischenzeitlichen Kurstiefs erzielten Sparpläne auf deutsche Aktienfonds seit Sommer 2007 im Schnitt 8,7 Prozent Rendite per anno, hat der Fondsverband BVI errechnet. Bei europäischen waren es 6,7 Prozent und globale Fonds kamen auf 7,4 Prozent*

Einer der Gründe für die starke Bilanz ist das Comeback der Aktienmärkte in den vergangenen Jahren. Doch auch die regelmäßigen Einzahlungen hatten einen positiven Effekt auf die Ergebnisse. Denn wenn Anleger beispielsweise jeden Monat 200 Euro in einen Aktienfonds investieren, erwerben sie bei tieferen Kursen – also in Krisenzeiten – mehr Anteile als bei hohen Kursen und erzielen so einen vorteilhaften Durchschnittspreis. Das macht sich bei der nächsten Börsenerholung bemerkbar. „Wenn ich meine Kunden auf diesen Cost-Average-Effekt aufmerksam mache, dann betrachten sie die Kursschwankungen in einem anderen Licht“, sagt Katharina Schmidmayer, Privatkundenberaterin bei der Stadtsparkasse München. „Und das ist ja nicht das einzige Plus. Sparpläne punkten auch mit ihrer Flexibilität. Man kann die Sparraten jederzeit anpassen oder auch aussetzen und, wenn man möchte, sich die angesparte Summe auszahlen lassen.“

Nachhaltiges Sparen zahlt sich aus

Nicht zu vergessen die große Auswahl an Fonds und die Transparenz: Börsentäglich lässt sich die angesparte Summe samt Renditeangabe abrufen. Noch dazu gibt es Extras wie die Dynamisierung. Damit können Sparer klein anfangen und ihre Sparraten jedes Jahr beispielsweise automatisch um 3, 4 oder 5 Prozent erhöhen. Wegen Vorzügen wie diesen sind Fondssparpläne von jeher sehr beliebt bei Schmidmayers Kunden. In jüngster Zeit ist die Nachfrage aber besonders hoch: „Manche Sparer sind von den Nullzinsen so frustriert, die kommen von selbst und sagen: Frau Schmidmayer, jetzt ist es genug.“ Die Klientel reicht vom jungen Einsteiger, der mit 25 Euro monatlich erste Erfahrungen mit Wertpapieren sammeln möchte, bis zur gut verdienenden Führungskraft, die bereits ein Fondsdepot hat und nun zusätzlich jeden Monat 500 Euro in den Vermögensaufbau steckt.

Wahre Volkssparpläne

Nicht nur in der Stadtsparkasse München, deutschlandweit gewinnt die Idee des regelmäßigen Fondssparens neue Anhänger. Allein in der ersten Jahreshälfte wurden 300.000 Sparpläne auf Fonds der Deka abgeschlossen, so viele wie im gesamten Jahr 2016. Es lässt sich „fast von einer neuen Volksbewegung sprechen“, schreibt die „Welt am Sonntag“ angesichts des Wechsels von Zins- aufs Fondssparen und kommentiert: „Das ist eine gute Entscheidung. Vor allem langfristig.“

Damit spielt die Zeitung auf eine in Kooperation mit der Deka entstandene Studie des Deutschen Aktieninstituts an. Das DAI hat sich die Sparplanrenditen für alle erdenklichen Zeiträume zwischen 1967 und Ende 2015 angesehen. Resultat: Je länger die Sparer am Ball bleiben, desto höher die Wahrscheinlichkeit für attraktive Erträge.

Komplett ausschließen lassen sich Verluste bei Sparplänen allerdings nicht – zum Beispiel wenn man früher als gedacht an sein Geld muss und der Aktienmarkt gerade in einer Schwächephase steckt. In eine ähnliche Situation kann ein Anleger kurz vor Ende des geplanten Sparzeitraums geraten. Rutschen die Kurse dann in den Keller, bleibt ihm nicht die nötige Zeit, um das Tief auszusitzen. Dieses Risiko lässt sich aber reduzieren. „Einige Jahre vor Erreichen des Sparziels sollten sich Anleger defensiver aufstellen“, sagt Elmar Gaugenrieder, Sparplanexperte der Deka. „Sie können beispielsweise Anteile von Aktien- in schwankungsärmere Mischfonds umschichten und beim Sparplan ebenfalls auf diese Fonds schwenken.“

Übrigens: Wer nicht 200 Euro im Monat, sondern 20.000 Euro auf einen Schlag anlegen möchte, kann mit dem Deka-TauschPlan ebenfalls auf den Cost-Average-Effekt setzen. Dabei wird der Betrag zunächst geparkt, etwa in einem Geldmarktfonds. Von dort fließt das Geld in Etappen in den Wunschfonds – zum Beispiel jeden Monat 1.000 Euro. Experte Gaugenrieder: „Anleger reduzieren so das Risiko, zu einem ungünstigen Zeitpunkt einzusteigen.“ Und dann gelassen beim Zickzack zusehen – es muss ja nicht immer nur aufwärts gehen.