29.10.2021 | KATERS WELT Niedrige Zinsen trotz hoher Inflation

Eine Flut von ökonomischen Daten hat die Finanzmärkte in der abgelaufenen Handelswoche überschwemmt. Die Aktienmärkte blieben stabil.


Zu Beginn deutete das ifo-Geschäftsklima eher auf einen für die deutsche Wirtschaft düsteren Konjunkturherbst hin, wozu nicht nur die anhaltenden Produktionshindernisse, sondern auch die ansteigenden Belastungen des Gesundheitswesens durch wieder stark zunehmende Infektionszahlen beitragen. Trotzdem bleibt die Nachfrage stabil.

Angesichts der erfreulichen Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt stiegen die Einzelhandelsumsätze gegenüber dem Vorjahr weiter an. Während die USA für das dritte Quartal langsam eine Beruhigung der Konjunkturrallye melden, belebte sich die europäische Wirtschaft in diesem Zeitraum deutlich. Dies sowie Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB), die Zinsen weiter niedrig zu halten, sorgte dafür, dass sich die Aktienmärkte stabil hielten.

US-Geldpolitik wieder restriktiver

Während die hohen Inflationszahlen von der EZB als vorübergehend angesehen werden, fühlt sich die US-Notenbank durch den Preisauftrieb stärker bedrängt. Beim Zinsentscheid der US-Notenbanker in der kommenden Woche wird sie wohl erstmals nach Beginn der Corona-Krise wieder restriktiver werden, indem sie künftig weniger Anleihen ankaufen wird.

Ob die Fed damit die US-Wirtschaft richtig einschätzt, wird am Ende der Woche zu beurteilen sein: Dann werden die für die US-Konjunkturbeurteilung wichtigen Zahlen vom Arbeitsmarkt veröffentlicht.

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen

Mikro trifft Makro

Im Podcast „Mikro trifft Makro – Das Finanzmarktgespräch“ sprechen Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater und Moderator Dirk Huesmann über alles, was die Welt und die Börsen aktuell bewegt. Hören Sie rein in die aktuelle Folge.

Stand: 29.10.2021