Katers Welt Die Skepsis steigt

Die Aktienwoche endet mit einem negativen Unterton. Obwohl die wirtschaftlichen Öffnungen für jedermann sichtbar sind, häufen sich die skeptischen Einschätzungen über das Erholungspotenzial der Wirtschaft.


Verbraucher und Unternehmen sind über die weiteren wirtschaftlichen Perspektiven verunsichert. Staatliche Hilfsprogramme sollen zwar die Rezession kurzhalten, aber es wächst die Einsicht, dass es nach einer ersten kräftigen Erholung immer mühsamer wird, die vorherigen Produktionszahlen zu erreichen. Zu viele Unternehmen müssen Kosten senken und zu viele Lieferketten sind noch länger gestört, angesichts der sich weiter ausbreitenden Infektionswelle in den Schwellenländern. Das alles lässt auch am Aktienmarkt wieder Rückschläge erwarten.

Schleppende Erholung

Die mühsame Erholung der deutschen Wirtschaft wird in der kommenden Woche voraussichtlich durch einen nur mäßig ansteigenden Ifo-Geschäftsklima-Indikator untermauert werden. Die Inflationsrate im Euroraum dürfte im Mai auf null gefallen sein. Die Preise von Benzin, Diesel und Heizöl sind im Monatsvergleich weiter gesunken und übertönen den Preisanstieg bei frischen Lebensmitteln. Wie sehr die Corona-Krise auch in die Statistik eingreift, zeigt sich daran, dass angesichts der fehlenden Preisdaten aufgrund des Lockdowns ein großer Teil der Preise von den Statistikämtern geschätzt werden musste.

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen;

Stand: 23.05.2020