ETF Kein Lemming sein

ETFs sind einfach und günstig, folgen aber sklavisch dem Index. Damit Anleger die richtigen Indizes erwischen und Risiken minimieren, hat die Deka hier etwas ganz Neues entwickelt.


TEXT: Birgit Wetjen

Für manchen Privatanleger sind die drei Buchstaben noch ein Rätsel. „Ich habe ETFs gekauft“, hört man hin und wieder am Kneipentisch. ET-was? Gemeint sind börsengehandelte Indexfonds, also Exchange Traded Funds. ETFs kopieren die Zusammensetzung von Indizes und gelten eigentlich längst nicht mehr als Geheimtipp. In Europa feiern sie im kommenden April ihren 20. Geburtstag und liegen – auch und vor allem bei Börsenneulingen – voll im Trend. Die Nachfrage wächst rasant und das Angebot hat sich seit dem Jahr 2008 weltweit auf gut 7.500 ETFs mehr als vervierfacht.

Hauptursache für die Beliebtheit: Indexfonds treffen vordergründig die Bedürfnisse der Privatanleger. Denn einfach soll Geldanlage sein – und günstig. Genau das versprechen ETFs. Einfach – weil Anleger mit einem einzigen ETF alle Werte eines Index wie beispielsweise des DAX in exakt der gleichen Zusammensetzung kaufen können. Hier streuen die Anleger dann mit einem Schlag über 30 Aktien und die Wertentwicklung ist transparent an den Index gekoppelt. Günstig ist das Ganze, weil die Indexkopie ohne ein aktives Management auskommt, so dass die laufenden Kosten gering sind. Jährliche Verwaltungsgebühren zwischen circa 0,1 und 0,5 Prozent sind üblich. Wegen ihrer Vorzüge stehen die Indexklone auch häufig in den Medien und bei Verbraucherschützern auf der Empfehlungsliste.

ETFs im Aufwärtstrend

Doch einfach und günstig ist nicht alles. „ETFs gehören nicht in jedem Markt zur ersten Wahl“, weiß Thorsten Saemann, Leiter Product Sales Asset Management bei der Deka. „Hinzu kommt: Wer ETFs kauft und liegen lässt, verzichtet nicht nur auf Renditechancen, sondern auch auf jedes Risikomanagement.“ Die Deka bietet den Sparkassenkunden deshalb mit Deka-PortfolioSelect und Deka-Vermögensverwaltung Select zwei neue Anlagemöglichkeiten, die die Vorteile von passiven Indexfonds und aktivem Portfoliomanagement vereinen.

Durchblick behalten

ETFs gelten als Alleskönner. Sie ermöglichen es Anlegern, in unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Immobilien zu investieren und eine Vielfalt an Strategien gezielt umzusetzen: Eine breite Streuung bieten Doppelgänger von Standardindizes wie dem MSCI Weltaktienindex, dem amerikanischen Aktienbarometer S&P 500 oder dem europäischen Euro Stoxx 50. Gezielte Partizipation an der Entwicklung enger Märkte und Branchen ist ebenso möglich. So werden konzentrierte Indizes – etwa auf Cloud-Anbieter, Robotik oder Cyber-Security – zum Teil eigens konstruiert, um ETFs ableiten zu können.

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Diese Wertpapierpakete werden auch deshalb gerne als Fonds aufgelegt, weil das investierte Kapital als sogenanntes Sondervermögen geführt wird. Wie bei aktiv gemanagten Fonds gilt: Selbst im Fall der Insolvenz der Fondsgesellschaft ist die Anlage als Sondervermögen geschützt. Bei Zertifikaten ist das nicht der Fall. Die Menge an börsengehandelten Indexfonds ist groß. Allein in Deutschland sind rund 1.500 ETFs zugelassen und damit mehr als Unternehmen, die an der Börse gelistet sind. Die Vielfalt ist Fluch und Segen zugleich: Privatanleger müssen nicht nur die Zusammensetzung der Indizes, sondern auch noch die jeweilige Ausgestaltung der Produkte kennen. Entspricht der ETF der EU-Investmentdirektive? Werden die Dividenden reinvestiert oder ausgeschüttet? Gibt es Währungsrisiken oder sind sie abgesichert? Darüber informieren kryptisch anmutende Zusätze im Namen wie UCITS, ACC, DIST, „quanto“ oder „hedged“.

Unwissenheit kann teuer werden

Bereits die Indexauswahl ist nicht ohne. Und Anleger sollten Bescheid wissen, wenn sie keine bösen Überraschungen erleben möchten. Wie teuer Unwissenheit werden kann, haben etwa 2008 viele Anhänger von Indexfonds erlebt, die vor der Pleite des US-Bankhauses Lehman Brothers per ETF auf den Euro Stoxx 50 gesetzt hatten. Zur damaligen Zeit waren Finanztitel in diesem europäischen Aktienindex stark vertreten und entsprechend rasant rauschte der Index während der Finanzmarktkrise in die Tiefe – und riss die ETFs mit.

„Noch wichtiger als die Auswahl eines einzelnen Fonds ist das Zusammenspiel unterschiedlicher Investments im Depot“, erklärt Saemann: „Die Asset-Allokation – also die Aufteilung des Anlagevermögens auf unterschiedliche Anlageklassen, Märkte und Branchen – macht am Ende 90 bis 95 Prozent des Erfolgs aus.“ Privatanleger haben das nicht im Blick und oft falsche Vorstellungen von den Risiken, so der Deka-Experte: „Solange es nach oben geht, sind alle mit einfachen ETF-Investments zufrieden. Aber den wenigsten ist bewusst, dass sie auch eins zu eins dabei sind, wenn es an der Börse gegen sie läuft.“ Im schlechtesten Fall wird dann in Panik mit Verlusten verkauft.

Dass Geldanlage aus mehr besteht als dem einmaligen Kauf eines Indexfonds zeigt sich eben vor allem, wenn es an den Märkten turbulent wird. „Anleger stehen dann alleine mit ihrem ETF da und müssen Entscheidungen treffen, obwohl sie die Auswirkungen konjunktureller Entwicklungen und politischer Ereignisse auf ihre Geldanlage nicht einschätzen können“, so Saemanns Erfahrung. Beispiel Handelsstreit: Welche Regionen und Wirtschaftszweige sind von möglichen Folgen besonders betroffen? Wer könnte zu den Profiteuren gehören? Für Saemann ist eine aktive Steuerung der Wertpapieranlage gerade im aktuellen Umfeld unverzichtbar. Ein gut strukturiertes Depot, das regelmäßig angepasst wird, verbessert nicht nur die Renditeaussichten, sondern senkt auch die Risiken.

Zwei neue Deka-Angebote

Deshalb bringt die Deka für Sparkassenkunden jetzt zwei neue Produkte auf den Markt, die kostengünstige ETFs mit einem professionellen Management kombinieren. Bei Deka-PortfolioSelect sowie Deka-Vermögensverwaltung Select können Anleger jeweils zwischen unterschiedlichen Risikoklassen wählen. Je nach Risikoprofil variiert der Aktienanteil: von maximal 40 Prozent in der Variante moderat bis zu 100 Prozent in der dynamischen Version.

In der Deka-Vermögensverwaltung Select gibt es zusätzlich eine vierte sehr dynamische Variante, die den Aktienanteil mit Derivaten auf bis zu 120 Prozent hebeln kann. Die Fondsmanager wählen zwischen rund 1.500 ETFs von 21 Anbietern. Für die Beimischung von Spezialthemen stehen zudem 9.300 aktiv gemanagte Fonds zur Wahl – ein Anlageuniversum, das kein Laie überblicken kann. Aber selbst die Deka-Strategen können natürlich nicht garantieren, dass sie in Korrekturphasen besser abschneiden als die Märkte.

Vom Sparer zum Anleger

Spätestens mit den Schlagzeilen über Negativzinsen für ganz normale Bankkunden hat aber das Umdenken bei den Sparern begonnen. Wer sein Vermögen erhalten oder vermehren will, muss Risiken nehmen und kommt um Aktien nicht herum. „Unsere Vermögensverwaltungsprodukte auf ETF-Basis richten sich daher auch an Sparkassenkunden, die an der Seitenlinie stehen oder bisher lediglich kleine Teile ihres Vermögens am Kapitalmarkt anlegen“, sagt Saemann.

Seine Befürchtung: Ohne aktives Management ganz auf sich allein gestellt könnten Einsteiger bei Turbulenzen und Rücksetzern schnell wieder die Freude an Wertpapieren verlieren. Denn er weiß aus langjähriger Erfahrung: Der Wohlfühl-Faktor spielt bei der Geldanlage eine wesentliche Rolle. „Besser schläft es sich, wenn das Vermögen breit gestreut ist und die Asset-Allokation zum individuellen Risikoprofil passt.“

Deka-Portfolio Select auf einen Blick

Stand: 30.10.2019