Test Kenne dein Risiko

Sind Sie ein Risiko-Realist oder weichen Ihre Einschätzungen weit ab von statistischen Gegebenheiten? Ein Selbsttest gibt Antworten.


Wie gut schätzen Menschen die kleinen und größeren Risiken des Alltags ein? Der Verhaltensökonom Horst Müller-Peters, Professor an der Technischen Hochschule Köln, wollte es genau wissen. Er hat deshalb zusammen mit der Mathematikerin Nadine Gatzert, Professorin an der Universität Erlangen-Nürnberg, eine Studie mit dem Titel „Wahrnehmung und Fehlwahrnehmung von Alltagsrisiken“ erstellt.

Für die Studie haben die Forscher einen umfangreichen Risikotest entwickelt. „Zunächst müssen die Teilnehmer Fragen beantworten, die zeigen, wie gut sie mit großen Zahlen und Wahrscheinlichkeiten umgehen können“, erklärt Professor Müller-Peters. Ein Beispiel: Wie hoch ist beim Münzwurf die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Mal hintereinander „Zahl“ oben liegt? Müller-Peters: „Anschließend geht es um die Beurteilung konkreter Gefahren wie Unfälle, Krankheiten oder auch Terroranschläge. Eine der Fragen lautet, ob Gewaltkriminalität in den letzten zehn Jahren gestiegen oder gesunken ist.“ Den Test haben die Forscher rund 1.000 repräsentativ ausgewählten Menschen vorgelegt. Er wurde aber auch auf der Website kenn-dein-risiko.de veröffentlicht, damit jeder die Möglichkeit hat, seine eigene Risikoeinschätzung zu ermitteln und mit dem Durchschnitt der Bevölkerung zu vergleichen.

Und was sind die Ergebnisse aus der repräsentativen Befragung? Müller-Peters: „Viele Menschen sind schon mit relativ einfachen Wahrscheinlichkeitsfragen überfordert. Sie überschätzten zudem Gefahren wie Flugzeugabstürze oder terroristische Anschläge und unterschätzten das Risiko von Krankheiten, einer Scheidung oder auch einem Rechtsstreit.“

Weil Katastrophenmeldungen in den Medien sehr präsent sind, neigen Menschen dazu, die Bedrohung als zu groß zu empfinden. Noch dazu, wenn sie ihr Schicksal wie in einem Bus oder Flugzeug in die Hand eines Fahrers oder Piloten geben müssen. Dagegen unterschätzen sie Risiken, wenn sie glauben, die Sache selbst in der Hand zu haben. Taschendiebstahl oder Scheidung? Das passiert nur anderen, nicht mir.

Weitere Erkenntnisse aus der Studie, Tipps zum Umgang mit Risiken sowie den kompletten Test finden Sie hier.