Katers Welt Angst vor dem Abschwung

Insbesondere die auf breiter Basis rückläufigen Einkaufsmanagerindizes haben die Aktienmärkte weltweit zuletzt spürbar abrutschen lassen.


Lange Zeit schienen die Aktienmärkte immun gegen schwache Konjunktursignale, doch jetzt keimen angesichts der trüberen Unternehmensstimmung vermehrt Abschwungsängste auf. Hinzu kam die jüngste Entscheidung der Welthandelsorganisation WTO, dass die USA gegenüber der EU zusätzliche Zölle verhängen dürfen, weil der Flugzeughersteller Airbus unzulässige Subventionen eingestrichen hat.

Damit könnte der Handelsstreit zwischen den USA und Europa eskalieren – und das ausgerechnet jetzt, wo wieder Hoffnung geschöpft wurde, dass die Handelskonflikt-Wogen zwischen den USA und China geglättet werden könnten. Das alles machte sich auch am Rentenmarkt mit – vor allem in den USA – nochmals sinkenden Renditen bemerkbar.

Handelsgespräche machen Hoffnung

In der kommenden Woche stehen Nachrichten aus den USA im Rampenlicht. Da ist zum einen am Dienstag die US-Inflationsrate für September, die sich weiterhin stabil im Wunschbereich der Zentralbank bewegen dürfte und damit der Fed freie Bahn lässt für eventuelle weitere Leitzinssenkungen. Zum anderen gibt es wohl ab Donnerstag erneute Handelsgespräche zwischen den USA und China, die zur Folge haben könnten, dass die für 15. Oktober angekündigten Zollerhöhungen zunächst nicht umgesetzt werden. Aus deutscher Sicht spannend wird die Veröffentlichung des Dreiklangs aus Auftragseingängen, Industrieproduktion und Außenhandelszahlen.

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen; Stand: 05.10.2019