Katers Welt Wirre Informationsflut

Ein hin und her bei Konjunkturindikatoren und dem Handelskonflikt lässt die Marktteilnehmer ratlos zurück.


Eine überdurchschnittlich ereignis- und informationsreiche Woche hat Volatilität an den Finanzmärkten mit sich gebracht. Freundliche Markteröffnungen bröckelten im Tagesverlauf oder umgekehrt. Es konnte sich kein frischer, klarer Markttrend in der aktuellen Gemengelage herausbilden. Die deutschen Einkaufsmanagerindizes unterboten die bescheidenen Erwartungen, woraufhin der ifo Geschäftsklimaindex überraschend leicht gestiegen ist.

Das britische Parlament darf nach der Entscheidung des Obersten Britischen Gerichtshofs wieder tagen - eine Niederlage für Premierminister Johnson. US-Präsident Trump droht ein Amtsenthebungsverfahren. Ein Hin und Her wird auch bezüglich der Handelsgespräche zwischen den USA und China vermittelt. Unter dem Strich stand an den Börsen ein leichtes Minus im Wochenvergleich.

Konjunkturdaten im Rampenlicht

In der kommenden Woche können gewichtige Konjunkturindikatoren die Blicke der Marktteilnehmer auf sich ziehen, und zwar aus allen wichtigen Regionen der Welt. Es beginnt mit sehr moderaten Inflationsdaten aus der Eurozone am Montag. Von Dienstag bis Donnerstag werden Ergebnisse von Unternehmensbefragungen aus den USA, aus China, Japan und der Eurozone Aufschluss darüber geben, ob die geopolitische Verkrampfung anhält oder gar zugenommen hat. Uneingeschränkte Aufmerksamkeit findet am Ende der Woche der US-Arbeitsmarktbericht. Für die Märkte wird es bedeutsam sein, ob die Lohndynamik angesichts der sehr niedrigen Arbeitslosenquote weiter zunimmt.

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen; Stand: 28.09.2019