Innovative Investments Megatrends für Anleger

Nicht nur der Milliardenmarkt Medizin, auch weitere fortschrittliche Wirtschaftszweige sind spannend für Fondsanleger, die auf Megatrends setzen wollen.


TEXT: Daniel Evensen und Peter Weißenberg

Warum ist Gesundheit ein Megatrend? Alexander Eickhoff muss da nicht lange überlegen. „Gesundheit beschäftigt uns alle. Das gilt umso mehr, weil das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung kontinuierlich steigt“, sagt der Fondsmanager von Deka-Mega-Trends. Im Alter habe man eben höhere Wahrscheinlichkeiten für Herzinfarkt, Diabetes, Schlaganfall oder Krebserkrankungen, so Eickhoff. „Damit steigen auch die Gesundheitsausgaben der Länder, in denen viele ältere Menschen leben.“

Die Welt wird immer älter

Mit seinem Fonds setzt Eickhoff auf sechs verschiedene Megatrends. Sein Aktienfonds mit 120 bis 180 Titeln richtet sich an Anleger, die sich an den besonderen Chancen von Wachstumsfirmen beteiligen – und bereit sind, damit verbundene Kursrisiken zu tragen. Gerade bei dynamischen Wachstumswerten kann es dabei zu stärkeren Schwankungen und damit einhergehenden Verlusten kommen. Beispiel Gesundheit: Fondsmanager Eickhoff bevorzugt kleinere bis mittelgroße Biotech-Unternehmen: „Sie sind häufig innovativer und weisen daher mehr Kursfantasie auf.“

Typischerweise werden die Kleinen von den Großen gefressen, wenn Forschungsreihen Erfolg versprechen. So hat Roche im Februar den Aktionären von Spark Therapeutics eine höchst attraktive Prämie geboten, um sich den Gentechnik-Spezialisten einzuverleiben. Mit der Kraft des Großinvestors können die innovativen Unternehmen nun leichter abheben – und machen zugleich auch die Käufer zukunftssicherer. Eine gute Aussicht auch für die Anleger. Weisen kleinere Biotechs indes trotz aller Anstrengungen keine positiven Studienergebnisse vor, droht ihnen das Geld auszugehen. Im schlimmsten Fall macht die Firma dicht.

Beim Megatrend Gesundheit geht es aber nicht nur um das Potenzial der medizinischen Forschung. Eickhoff: „Selbst eine Apothekenkette wie Sinopharm in China kann auf Grund der höheren Wachstumsraten auf dem chinesischen Gesundheitsmarkt bessere Chancen bieten als vergleichbare Unternehmen in Europa oder den USA.“ Gesunde Nahrungsmittel, Wellness oder auch Krankenpflege bieten ebenfalls Investitionsmöglichkeiten.

Für Megatrends wie Konsum oder Klimaschutz gilt ähnliches. Denn wir leben in einer Welt, die sich grundsätzlich wandelt. Alle sechs Megatrends im Fonds sind darum annährend gleich gewichtet. Fondsmanager Eickhoff kann bei der Auswahl aus dem Vollen schöpfen: „Weltweit kommen aktuell circa 780 Unternehmen in Frage, die besonders stark und mit viel Substanz in den Megatrends vertreten sind.“

780 Trendsetter in der engeren Wahl

Aber ist nicht gerade eine schwierige Phase für Wachstumswerte? „Im Gegenteil“, sagt der Experte. In den vergangenen Jahren waren Wachstumswerte im Niedrigzinsumfeld sehr erfolgreich – weil Investoren Wachstum gesucht haben.“ Nach den jüngsten Schritten der Notenbanken könne man davon ausgehen, dass sie erfolgreich bleiben; denn zinsorientierte Alternativen fallen nun auf unabsehbare Zeit aus. Weiteres positives Zeichen: Die Bewertungen seien zwar in Teilen bei Firmen bereits weit vorangeschritten – aber auch die Gewinne seien stark gestiegen. „Die Unternehmen sind also sozusagen in ihre Bewertung hineingewachsen – und damit eher günstiger als vor einem Jahr“, so Eickhoff. Viele Megatrendsetter sind heute also sogar noch attraktiver.

Wer dabei noch gezielter allein auf die Entwicklungen im Gesundheitsmarkt setzen möchte, findet eine Alternative im DekaLux-PharmaTech. Das Fondsmanagement legt risikogestreut global in Aktien von Unternehmen an, die ihre Umsatzerlöse oder ihr Jahresergebnis vor allem auf diesem Gebiet erzielen – bei Herstellung, Vertrieb, Service und Vermarktung rund um Gesundheits-Produkte. Pharmakonzerne wie Roche oder Merck machen rund die Hälfte des derzeitigen Portfolios aus.

Gerade kommen in diesem Segment aber auch ganz neue Akteure auf den Markt. Tech-Giganten wie Amazon, Samsung oder Alphabet beispielsweise investieren Milliarden in ihre Medizin-Tochterunternehmen, die per digitaler Diagnose ganz neue Gesundheitsprodukte kreieren.

Die Mischung macht´s

Und auch der Deka-Industrie 4.0 setzt auf den fundamentalen Wandel der Wirtschaft, allerdings mit einer anderen Herangehensweise. Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz, smarte Roboter und individuelle Produkte zu Preisen einer Massenproduktion sind Elemente, die die Industrie-4.0-Vorreiter nutzen. Allein für die deutsche Industrie rechnen Unternehmen durch den Einzug der Digitalisierung in industrielle Fertigungsprozesse mit Produktivitätssteigerungen von 20 Prozent und mehr.

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Die Umsetzung der 4.0-Strategien wird zudem die Investitionen beflügeln. Die Unternehmensberatung PwC hat in einer Studie ermittelt, dass so in den nächsten fünf Jahren „allein auf dem deutschen Markt Umsatzzuwächse in Höhe von rund 276 Milliarden Euro sowie Effizienzsteigerungen von rund 186 Milliarden Euro möglich“ sind. Fondsmanager Bernd Köcher berichtet hier über seinen Ansatz.

Stand: 27.08.2019