Nachhaltige Investmentfonds Nachhaltig? Natürlich!

Wer auch bei der Geldanlage hohe ethisch-ökologische Maßstäbe anlegt, muss deswegen noch lange nicht auf Rendite verzichten. Mehrere Filter sorgen dafür, dass Waffen, Atomkraft oder Kinderarbeit in den Nachhaltigkeitsfonds der Deka keine Chance haben und am Ende die interessantesten ihrer Branche im Portfolio landen.


TEXT: Daniel Evensen

Wer beim Eis auf Vanille schwört, will nicht mit künstlichen Aromen abgespeist werden. Genau wie bei Pudding oder Parfüm geht der Trend zu natürlicher Vanille. Doch so einfach ist es nicht, die wachsende Nachfrage zu bedienen. Denn Ernteerträge, Qualität und die Preise auf dem Weltmarkt schwanken stark.

Die widrigen Bedingungen brachten Symrise, einen Hersteller von Geschmacks- und Duftstoffen, auf eine Idee: Die AG aus Holzminden ging selbst nach Madagaskar, woher fast 80 Prozent der weltweiten Vanilleproduktion stammen, um Partnerschaften mit Kleinbauern zu schließen.

In dem Entwicklungsland engagiert sich Symrise inzwischen seit Jahren für bessere Lebensbedingungen und eine modernere, nachhaltige Landwirtschaft. Mehr als 7.000 Bauern machen bei der Initiative heute mit. Sie erzielen höhere Einkünfte und Symrise hat einen verlässlichen Zugang zu Vanille in bester Qualität.

„So kann das Unternehmen den Absatz steigern und zugleich an Reputation gewinnen“, sagt Fondsmanager Patrick Jahnke. „Das Beispiel zeigt, dass nachhaltiges Wirtschaften und Rendite kein Widerspruch sind.“ Für Deka-Nachhaltigkeit Aktien sucht er nach Aktiengesellschaften, die Wert auf sozial verantwortliches und umweltverträgliches Handeln legen. Noch besser ist es, wenn sie mit ihren Produkten und Lösungen anderen helfen, nachhaltiger zu arbeiten. Der Fondsmanager wird dabei oft auch in Branchen fündig, an die man vielleicht nicht sofort denkt: „Zum Beispiel bietet SAP eine Software an, mit der Firmen ihre Logistik effizienter planen können. Das spart den Kunden nicht nur Geld, sie schicken auch weniger LKWs durch die Welt – und das heißt: der CO2-Ausstoß sinkt.“

Wenn Fondsmanager Jahnke auf die Suche geht, fällt zwar so mancher Titel durchs Raster der Nachhaltigkeitskriterien. Für die Renditechancen muss das aber keinen Nachteil bedeuten. Schon Ende 2014 hatte Professor Christian Klein von der Uni Kassel 35 Studien durchleuchtet, die sich mit der Leistungsfähigkeit von nachhaltigen und konventionellen Fonds befassten: „15 Studien stellten keinen Unterschied in der Performance fest, sechs errechneten schlechtere Ergebnisse für nachhaltige Fonds, aber 14 Auswertungen attestierten ihnen sogar bessere Leistungen.“

Interessantes Detail der Auswertung: Nachhaltige Fonds bergen etwas geringere Risiken als konventionelle. Klein: „Oft sind Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz setzen, zuverlässiger. Sie handeln weniger riskant.“

Auf Spitzenposition

Wie wettbewerbsfähig nachhaltige Investments sein können, belegt auch der Fonds Deka-Nachhaltigkeit Renten. Die Rating-Agentur Morningstar stuft ihn zurzeit mit der Bestnote von fünf Sternen ein*. Fondsmanagerin Saida Eggerstedt verfolgt in punkto Nachhaltigkeit den gleichen Auswahlprozess wie Patrick Jahnke. Bei der Beurteilung von Anleihen gibt es aber Unterschiede zu Aktien. „Auf der Rentenseite spielt es eine große Rolle, wie sich die Kreditqualität eines Unternehmens entwickelt“, so Eggerstedt. „Wichtig ist auch, dass die Verzinsung einer Anleihe im Branchenvergleich attraktiv ist und die Laufzeit zur Portfoliostruktur passt.“ Ihr Fonds enthält unter anderem Anleihen von Vestas, dem größten europäischen Hersteller von Windkraftanlagen, und vom amerikanischen Wasseraufbereiter Xylem. Auch Volvo ist vertreten, denn „ab 2019 will der Autobauer nur noch Elektro- und Hybridmodelle auf den Markt bringen.“

So wichtig es ist, die richtigen Wertpapiere auszuwählen, die Arbeit von Saida Eggerstedt und Patrick Jahnke besteht aus mehr. „Ich tausche mich regelmäßig mit unabhängigen Organisationen wie zum Beispiel dem WWF aus, um eine andere Sicht auf die Wirtschaft zu bekommen“, sagt Jahnke. Seine Kollegin betont, welchen Einfluss der Dialog mit Unternehmen hat. „Wir besprechen, wie sie sich bei den Nachhaltigkeitskriterien weiter verbessern können, und weisen sie auf Defizite wie etwa mangelnde Transparenz hin.“

Saida Eggerstedt ist davon überzeugt, dass Anleger mit Nachhaltigkeitsfonds einen Beitrag dazu leisten, die Welt ein Stück besser zu machen: „Wenn viele Anleger ein nachhaltiges Wirtschaften einfordern, hilft das auch den Unternehmen auf die Sprünge, die ihrer Verantwortung bisher noch nicht gerecht werden.“

Es gibt also gute Gründe, sich für Nachhaltigkeit zu entscheiden – und viele Möglichkeiten: Die Deka bietet einen Aktien-, einen Renten- und einen Mischfonds an. Für Anleger, die ihr Investment besonders breit streuen möchten, ist der Dachfonds DekaSelect: Nachhaltigkeit gemacht. Er investiert in eine ganze Palette an nachhaltigen Fonds. Riester-Sparer können bei der Deka ebenfalls nachhaltig anlegen, die Select-Variante des Deka-ZukunftsPlan hat eine entsprechende Option. Oder man spannt seinen Arbeitgeber ein und setzt bei den Vermögenswirksamen Leistungen das Häkchen bei Deka-Nachhaltigkeit Aktien.

Übrigens: Offene Immobilienfonds gehören zwar nicht in die Kategorie nachhaltiger Fonds. Doch wenn ihre Portfolios wie bei der Deka zu zwei Dritteln aus nachhaltig zertifizierten Immobilien bestehen, passen sie optimal ins Konzept. Auch Deka-UmweltInvest setzt keinen Nachhaltigkeitsfilter ein, er investiert aber in Branchen, die den Abbau von Treibhausgasen erst ermöglichen.

Gut möglich, dass die Liste der Alternativen noch länger wird, wenn das Interesse der Anleger weiter wächst. Und wer weiß, vielleicht erübrigt sich irgendwann die Aufzählung – weil dann Nachhaltigkeit in der Geldanlage Standard ist.

Drei Fonds für mehr Nachhaltigkeit im Portfolio