International Highrise Award 2020 Nur hoch ist nicht genug

Am 29. Oktober wird der Internationale Hochhaus Preis 2020 der Deka verliehen. Sie können ab 17 Uhr per Livestream dabei sein. Der Link: www.international-highrise-award.com. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Fünf sehr unterschiedliche Gebäude sind in der Endausscheidung.


TEXT: Peter Weißenberg

Begeisternde Bauten setzen Zeichen. Das gilt ganz besonders, wenn diese Gebäude in große Höhen gehen – und wenn sie es in die Shortlist für den renommiertesten Hochhaus-Preis schaffen: den International Highrise Award. Er wird von der Stadt Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) und der DekaBank am 29. Oktober in der Frankfurter Paulskirche verliehen.

Die Finalisten des diesjährigen Internationalen Hochhaus Preises, wie er auf Deutsch heißt, stehen fest. Fünf Gebäude, drei aus Europa und zwei aus Asien, hat die Jury aus insgesamt 31 nominierten Hochhäusern aus 14 Ländern ausgewählt. Architekten und Bauherren müssen in den vergangenen zwei Jahren einen Wolkenkratzer fertiggestellt haben, der mindestens 100 Meter hoch ist. Aber die reine Höhe allein reicht natürlich nicht, um die Statuette des international bekannten Künstlers Thomas Demand und das Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro zu gewinnen.

Die Jury aus Architekten, Tragwerksplanern, Immobilienspezialisten und Architekturkritikern beurteilt die nominierten Projekte nach den sechs folgenden Kriterien: zukunftsweisende Gestaltung, Funktionalität, innovative Bautechnik, städtebauliche Einbindung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Die Juroren halten diese Merkmale der fünf Finalisten für besonders herausragend:

Frankfurt: Omniturm

Noch nie war ein Hochhaus aus Frankfurt unter den letzten fünf. Das erste Hybridhochhaus in einem deutschen Stadtzentrum macht seinem Namen alle Ehre, so Jurorin Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt. Der Omniturm von BIG – Bjarke Ingels Group aus New York / Kopenhagen vereine „Gastronomie, Büros, Wohnungen und Geschäfte unter einem Dach – und ist im internationalen städtebaulichen Vergleich auf der Höhe der Zeit“.

Singapur: Eden

Ein Stückchen Paradies in der Vertikalen: Muschelförmige Pflanzkübel machen das Hochhaus Eden von HeathenNick Studio aus London zum „City in a Garden“. Als „Garten Eden“ empfindet auch der Bauingenieur Klaus Fäth als Jury-Mitglied das Begrünungskonzept: Die Pflanzen im Eden werden geschickt „durch zurückspringende Balkone und vorspringende Wandscheiben geschützt“ – gerade im Bezug zu seiner Umgebung ein herausragendes Merkmal.

Stockholm: Norra Tornen

Ein Hochhaus-Ensemble in der Tradition mittelalterlicher Stadttore: Das zeichnet Norra Tornen vom Office for Metropolitan Architecture aus. Die Rotterdamer Architekten haben im Stadtteil Hagastaden das höchste Wohngebäude von Schwedens Hauptstadt Stockholm errichtet. Das Hochhaus begeistert Jury-Mitglied Victor Stoltenburg. Der Geschäftsführer der Deka Immobilien Investment lobt besonders die „Ausgestaltung der Baukörper mit modularen kastenartigen Erkern und die Oberflächengestaltung mit rauen Betonelementen“. Das sei ein bemerkenswerter Akzent im Stadtbild.

London: The Stratford

Eigentlich ist das Büro Skidmore, Owings & Merill aus New York eher für besonders hoch aufragende Bürohäuser bekannt. Ins Finale geschafft hat es aber ein gar nicht so hoher Turm, der Heim für ein Design-Hotel und Design-Wohnen bietet. Die markante Großform mit tiefen Einschnitten macht das Gebäude zum weithin sichtbaren Wahrzeichen. Juror und Architekt L. Benjamin Romano findet unter anderem „die Räumlichkeit, die durch doppelte und einfache Raumhöhen im gesamten Gebäude geschaffen wird“, sehr inspirierend.

Peking: Leeza SOHO

Ein Turm, der zu schweben scheint ... Die herausragende Tragwerksleistung des Bauwerks von Zaha Hadid Architects in Peking entspringt einem Trick: Unter der Glashülle verbirgt sich eine Doppelturmanlage. Das mehr als 190 Meter hohe Atrium zwischen den Türmen ist das höchste der Welt. Für den Direktor des Deutschen Architekturmuseums Peter Cachola Schmal ist das Leeza SOHO „die skulpturale Lösung eines Doppelhochhauses, das auf räumliche Überwältigung und Erlebnisse setzt“.

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Der Internationale Hochhaus Preis wird bereits seit 2004 vergeben. Seitdem wird er alle zwei Jahre von der Deka, der Stadt Frankfurt und dem DAM zusammen organisiert und finanziert. Die neunte Preisverleihung in der Frankfurter Paulskirche kann aber Corona-bedingt am 29.Oktober nur virtuell live mitverfolgt werden - hier auf der Seite des Internationalen Hochhauspreises.

Stand: 24.09.2020