Fonds mit US-Bezug Ohne Amerika geht es kaum

Der US-Anlagemarkt ist das Zugpferd der Weltbörsen. US-Werte gehören daher nicht nur in Nordamerikafonds, sondern auch in vielen global ausgerichteten Deka-Produkten zu den zentralen Bausteinen.


TEXT: Heinz-Peter Arndt

„Ohne amerikanische Aktien kann man nicht weltweit ausgewogen investieren“, sagt Deka-Fondsmanager Mario Adorf, der seit seit Auflegung des Fonds im Jahre 2006 den Deka-GlobalChampions managt. Diese Vormachtstellung hat mehrere Gründe: Die Vereinigten Staaten sind weiterhin die Wirtschaftsmacht Nummer eins. Das Bruttoinlandsprodukt lag 2019 bei mehr als 20 Billionen US-Dollar – war also größer als das der gesamten Europäischen Union.

Wenn es um den Wert der Unternehmen geht, ist der Unterschied aber noch größer. Amerikanische Blue Chips wie Apple, Amazon oder Microsoft sind weit höher bewertet als europäische Firmen. Allein der Technologie-Riese Apple ist dabei seit August rund 2 Billionen US-Dollar wert – mehr als der gesamte DAX mit seinen 30 Unternehmen. Im MSCI World Index, der rund 1600 Aktien aus 23 Industrieländern enthält, zeigen sich die Größenverhältnisse sehr deutlich. Rund zwei Drittel des Index machen US-Unternehmen aus, deutsche Werte kommen insgesamt gerade mal auf 3 Prozent

„Das strukturelle Wachstum der Wirtschaft ist neben den Schwellenländern in den USA am größten.“Mario Adorf, Deka-Fondsmanager

Wegen der überragenden Bedeutung des amerikanischen Marktes gehören US-Aktien auch für deutsche Anleger zu einer ausgewogenen Anlagestrategie. Und schließlich gibt es in einigen Branchen wie etwa dem Technologiesektor kaum echte Alternativen zu den US-Giganten. In globalen Aktienfonds wie dem Deka-GlobalChampions wird das berücksichtigt: „Das strukturelle Wachstum der Wirtschaft und der Unternehmen ist neben den Schwellenländern in den USA am größten“, erklärt Fondsmanager Adorf. Entsprechend liegt das Gewicht amerikanischer Aktien in seinem Fonds aktuell bei 55 Prozent.

Im Gegensatz zu Europa spielen Dividenden dabei in den USA eine geringere Rolle. „Wichtiger als die Ausschüttung ist eine hohe Ertragskraft“, so Adorf, der darin kein Problem sieht. „Wenn profitable Unternehmen ihre Gewinne in lukrative neue Geschäftsfelder investieren, partizipieren Anleger ebenso an den Ausschüttungen wie über Dividenden.“ Denn die reinvestierten Gewinne erhöhen die langfristigen Gewinnaussichten.

Gerade in den vergangenen sechs Monaten waren die US-Technologieaktien die Performancetreiber an den Märkten. Auch in der Gesundheitsbranche spielen US-amerikanische Unternehmen weltweit eine dominierende Rolle. Die Gesundheit steht in Pandemiezeiten besonders stark im Fokus. Corona ist ein wichtiges Forschungsthema, allerdings längst nicht das einzige: „Durch den Aufschwung der Biotech-Unternehmen gibt es einen massiven Trend zu personalisierter Medizin, vor allem in der Krebstherapie“, erklärt Fondsmanager Adorf.

Die USA dominieren den MSCI World Index

Investoren setzen zum einen auf die großen Pharmakonzerne wie Pfizer oder Eli Lilly, die sich durch Zukäufe inzwischen auch im Biotechsektor positioniert haben. Zum anderen haben auch die Biotech-Pioniere ihren Platz. Amgen etwa stellte einst mit EPO das erste Biotech-Medikament her. EPO und die Nachfolgeprodukte helfen seit mehr als 30 Jahren gegen Blutarmut, haben aber auch als Dopingmittel unrühmliche Bekanntheit erlangt.

Selbst Champions jedoch wachsen nicht immer gerade in den Himmel. Bei amerikanischen Technologie- und Biotechwerten müssen Aktionäre mit stärkeren Schwankungen rechnen als bei Versorgern oder Konsumwerten. In der Theorie sollte dieses Risiko langfristig mit höheren Renditen belohnt werden. Bei den Aktien der sogenannten „Big Five“ (Facebook, Apple, Amazon, Microsoft, Google) fiel die Belohnung bisher auch sehr üppig aus. Aber das ist längst nicht immer der Fall: „Studien zeigen, dass die am wenigsten riskanten Aktien langfristig die höchsten risikoadjustierten Renditen bieten können“, erklärt Björn Strauß, Spezialist für Quantitative Produkte bei Deka.

Deshalb können Anleger bei der Deka auch mit etwas weniger Gas an den Chancen der globalen Aktienmärkte teil-haben. Der Deka-Globale Aktien LowRisk verfolgt einen risikomindernden Ansatz. Mehr als 4000 Aktien aus aller Welt stehen unter der ständigen Beobachtung der quantitativen Analysten. Sie bewerten die Aktien nach statistischen Methoden und Kriterien wie Risiko, Dynamik und fundamentaler Qualität. Rund die Hälfte der Aktien aus dem Anlageuniversum stammen aus dem Megamarkt USA und auch im aktuellen Fondsportfolio machen US-amerikanische Werte fast 50 Prozent aus.

Drei Sektoren im Fokus

Nach dem Grundsatz „Safety First“ ist aber die Branchengewichtung deutlich ausgeglichener als in anderen globalen Fonds. Die drei Sektoren Gesundheitswesen, Basiskonsumgüter und Informationstechnologie kommen jeweils auf knapp 20 Prozent.

Wenn die Märkte stark ansteigen, bleibt ein defensiverer Fonds wie der Deka-Globale Aktien LowRisk in der Regel hinter riskanter anlegenden Fonds zurück. Aber dafür lässt es sich in Krisenzeiten besser schlafen: Die kontrollierte Offensive des Fonds schlägt sich seit der Auflage Ende 2012 in deutlich geringeren Schwankungen als im MSCI World nieder. „Im Frühjahr etwa gab der Fonds weniger ab als der Gesamtmarkt“, erklärt Strauß.

Für Anleger, die diesen Low-Risk-Ansatz schätzen, aber in ihren Portfolios einen ganz klaren USA-Schwerpunkt setzen möchten, gibt es dabei noch den Deka-USA Aktien Spezial. „Der Fonds verfolgt wie der Deka-Globale Aktien LowRisk eine Strategie der Risikobegrenzung“, erklärt Strauß. So ist der Technologiesektor mit 23 Prozent im Portfolio nicht überrepräsentiert, das Gesundheitswesen und die traditionell stabile Konsumgüterindustrie kommen jeweils auf knapp 20 Prozent. Zudem nutzt das Fondsmanagement Derivate, mit denen die Investitionsquote des Fonds auf über 100 Prozent gesteigert wird. Dennoch bleiben die Schwankungen aufgrund des defensiven Grundportfolios unter denen des US-Markts.

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Doch nicht nur für Aktionäre sind die USA zentral, sondern auch für Immobilienanleger. Deshalb wurde 2016 der Deka-ImmobilienNordamerika aufgelegt. „Die USA sind der größte Immobilienmarkt der Welt“, erklärt Pascal Arnds, Fondsmanager des Deka- ImmobilienNordamerika. „Hier gibt es die Top-Unternehmen sowie mehr Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum als in anderen Industrieländern.“ Zudem kennzeichnen eine hohe Transparenz und Rechtssicherheit den Markt. Der Fonds notiert in der US-Währung. Hierdurch kann der langfristig orientierte Anleger sowohl in den Immobilienmarkt Nordamerika investieren als auch in die Weltleitwährung US-Dollar diversifizieren. Für den Deka-ImmobilienNordamerika ist ein mehrköpfiges Team ständig vor Ort, betreut die Immobilien des Sondervermögens und sucht nach weiteren Investitionsgelegenheiten.

Aktuell sind acht Objekte in größeren US-amerikanischen Städten im Portfolio – von Portland über Chicago bis Boston. Bewusst wurden die Risiken gestreut, denn der Fonds ruht auf vier Säulen: Büroimmobilien, Einzelhandelsimmobilien, Logistikzentren und Hotels. Die Risikostreuung macht sich in der Pandemie positiv bemerkbar. „Hotels etwa haben zwar aufgrund der Reisebeschränkungen und ausfallenden Messen große Probleme“, erklärt Arnds. „Andererseits erweist sich die Logistikbranche als außerordentlich stabil.“

Anders als in der Finanzkrise sind in Zeiten der Viruspandemie die Immobilienpreise in den Vereinigten Staaten bislang nicht unter Druck gekommen. „Die Besitzer glauben an den Wiederaufschwung, nur wenige wollen sich von Bürohäusern oder Logistikcentern trennen“, erklärt Arnds. „Zudem sind bei den auch in den USA anhaltenden Niedrigzinsen attraktive Alternativen zu Immobilien schwer zu finden.“

„Am wenigsten riskante Aktien können langfristig höchste risikoadjustierte Renditen bieten.“Björn Strauß, Spezialist für quantitative Produkte der Deka

Insgesamt zeigt die Entwicklung der Marktpreise, dass der amerikanische Immobilienmarkt stabil ist. Genau wie beim Aktienmarkt kommt man auch bei internationalen Immobilien kaum an den USA vorbei – und für beide Bereiche bietet die Deka eine ganze Reihe von Fondslösungen, die auf die individuelle Risikobereitschaft der Anleger abgestimmt sind.

Stand: 28.09.2020