Brexit Poker auf Englisch

Die Töne werden schriller im Endspurt um einen Deal zwischen der Europäischen Union und Großbritannien.


TEXT: Peter Weißenberg

Die Töne werden schriller im Endspurt um einen Deal zwischen der Europäischen Union und Großbritannien. Und die Zeit läuft beiden Seiten davon; besonders, weil Großbritanniens Premier Boris Johnson die EU massiv unter Druck setzt.

Nach den Analysen der Deka-Volkswirte ist „die Kompromissbereitschaft in Kernfragen gering“.▪Größter Streitpunkt: Für ein zollfreies Handelsabkommen verlangt die EU, dass das Vereinigte Königreich die EU-Wettbewerbsbedingungen einhält. Genau das aber will die Regierung Johnson nicht. Nach ihrer Meinung könnte es die Briten darin einschränken, Handelsverträge mit Drittstaaten zu vereinbaren. Boris Johnson droht deswegen erneut mit dem No-Deal-Brexit, um die EU zu Kompromissen zu bewegen, und setzt zugleich dafür den 15. Oktober als Ultimatum. Sogar das bestehende EU-Austrittsabkommen bezüglich der Sonderrolle Nordirlands stellt er infrage.

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Diese harte Verhandlungstaktik provoziert ein Scheitern der Brexit-Verhandlungen. Letztlich könnte es aber so kommen wie beim letzten Showdown im Oktober 2019: Johnson gibt in letzter Minute nach, ein Teilabkommen zum freien Warenhandel wäre dann noch möglich. Das halten die Deka-Experten immer noch für den wahrscheinlichsten Ausgang.

In diesem Poker ist nur eins sicher, so der Rat der Volkswirte: Langfristig orientierte, breit streuende Anleger können gelassen bleiben. Der Brexit sei „nichts, worauf man spekulieren sollte, aber auch nichts, was man fürchten muss“.

Stand: 28.09.2020