Risikomanagement Stabil ans Ziel

So einzigartig das Renditepotenzial von Aktien ist, ihre Verlustrisiken lassen sich nicht wegdiskutieren – aber die Risiken lassen sich mithilfe von Fonds wirkungsvoll reduzieren. Welche Möglichkeiten die Anlagestrategen der Deka dafür nutzen, zeigt fondsmagazin anhand sieben wichtiger Aspekte.


TEXT: Daniel Evensen


Streuung: Was Aktionären im schlimmsten aller Fälle droht, zeigte kürzlich das Beispiel Solarworld. Einst hatte der Hersteller von Solaranlagen große Erfolge gefeiert, doch in diesem Mai musste er Insolvenz beantragen. Die Aktionäre haben in den letzten fünf Jahren fast ihre komplette Investition verloren. Damit das bei einem Fonds ausgeschlossen ist, muss er gesetzliche Anforderungen zur Risikostreuung erfüllen: Keine Aktie darf mehr als 10 Prozent des Fonds ausmachen. Und die Summe aller Titel mit mehr als 5 Prozent Anteil am Portfolio muss unter 40 Prozent bleiben. In der Praxis enthalten Fonds in aller Regel mindestens 20 Werte, die der Deka sind aber noch weitaus breiter aufgestellt. Deka-DividendenStrategie zum Beispiel verteilt sein Fondskapital auf mehr als 150 Unternehmen. Sollte eines davon ins Straucheln geraten, hätte zwar auch dies negative Folgen, allerdings eben nur für einen Bruchteil des Portfolios. Die Streuung soll aber nicht nur den Worst Case verhindern, sondern auch die Schwankungen des Fondspreises glätten. (siehe Punkt 5)


Fundamentale Analyse: Um mögliche Fehlgriffe von vornherein zu vermeiden, prüfen die Fondsmanager und Analysten der Deka alle Unternehmen bis ins Detail, bevor sie in deren Aktien investieren. Das fängt bei Kennzahlen wie Umsatz, Gewinn, Cashflow und Buchwert an und setzt sich fort mit der Marktpositionierung und den Geschäftsaussichten. Diese lassen sich am besten beurteilen, wenn man nicht nur alle Informationen über das Unternehmen und seine Branche auswertet, sondern sich auch selbst ein Bild macht. Die Experten der Deka schwärmen regelmäßig aus, um sich vor Ort die Produktion und neueste Entwicklungen zeigen zu lassen und die Vorstände zu befragen. Sie nehmen zudem an internationalen Fachkongressen und Messen teil. So ergibt sich aus vielen Mosaiksteinchen ein Gesamtbild, das ein fundiertes Urteil ermöglicht.

Volkswirtschaftliches Research: Jedes Unternehmen agiert mit seinem Geschäftsmodell im übergeordneten gesamtwirtschaftlichen Kontext. So wird die Gewinnentwicklung eines export­orientierten Maschinenbauers von der Wachstumsdynamik auf den Auslandsmärkten beeinflusst. Und für die Finanzierungsbedingungen von Unternehmen ist es wichtig, wie lange die Zinsen niedrig bleiben werden. Die Deka legt daher großen Wert auf die Makroanalyse, quasi die Vogelperspektive auf die Wirtschaft, und beschäftigt dafür eine eigene volkswirtschaftliche Abteilung mit 22 Mitarbeitern unter der Leitung von Dr. Ulrich Kater. Sein Team stellt vor allem Prognosen zu Wachstum, Inflation, Zinsentwicklung und Währungen auf. Dabei verfolgt es mit Argusaugen die Geldpolitik der Notenbanken, die seit der Finanzkrise einen extremen Einfluss auf die Kapitalmärkte haben.

Investitionsgrad: Ein Fondsmanager kann das Anlagerisiko reduzieren, indem er in schwierigen Zeiten auf die Bremse tritt und Aktien abbaut. ­Reine Aktien­fonds bremsen nur moderat – schließlich haben sich die Anleger bewusst dafür entschieden, Chancen an der Börse zu nutzen. Hingegen geben sie der Fondsgesellschaft bei flexiblen Mischfonds Spielraum bei der Verteilung des Geldes. Bei Deka-Euroland Balance zum Beispiel reicht die Spanne für Aktien von 0 bis 30 Prozent. Sie wird regelmäßig an das Marktumfeld angepasst. Sinkt der Investitionsgrad auf 0, dann ist das Kursrisiko im Fonds sehr gering. In den letzten Monaten lag die Aktienquote aber oft beim Maximum, weil an den Börsen positive Trends vorherrschten.

Korrelationen: Bei der Zusammenstellung ihrer Portfolios achten die Fondsmanager darauf, wie sich die einzelnen Wertpapiere zueinander verhalten. Laufen ihre Kurse stets in die gleiche Richtung, spricht man von hoher Korrelation. Verhalten sie sich phasenweise unterschiedlich, ist die Korrelation niedriger. Das gilt etwa für konjunktursensible Rohstoffaktien und Konsumwerte mit einem eher stabilen Geschäftsverlauf. Kombiniert man beide Branchen, nehmen die Kursausschläge ab, denn die Titel schießen nicht alle gleich stark nach oben oder unten. Noch stärker fällt dieser Effekt bei Mischfonds aus, die neben Aktien auch andere Anlageklassen enthalten. So steigen die Kurse von Anleihen häufig genau dann, wenn Aktien unter Druck geraten – es besteht eine negative Korrelation, die Schwankungen reduzieren kann.

Wertsicherungsstrategien: Kommt bei der Wertpapierberatung heraus, dass ein Anleger schon beim Gedanken an mögliche Verluste nervös wird, dann kann ein Investment mit Wertsicherungsstrategie die Lösung sein. Bei Deka-BasisAnlage ist das die Höchststandssicherung, die darauf abzielt, einmal markierte Höchstkurse in einem bestimmten Zeitraum mindestens wieder zu erreichen, wenngleich dieses Ziel nicht garantiert werden kann – so wie bei den Depotstrategien von Deka-Vermögenskonzept. Hier stehen Strategien wie angestrebte Verlustbegrenzung oder Gewinnerhalt zur Auswahl. Sie können jederzeit zu- und abgeschaltet werden, etwa wenn die Märkte schwieriger werden oder Anleger vorübergehend konservativer agieren möchten. Wer jedoch viele Sicherheitsnetze spannt, muss Abstriche beim Renditepotenzial machen. Derzeit empfiehlt das Vermögensmanagement die Nutzung der Strategie „Verlustbegrenzung“.

Risikocontrolling: Kann die Deka-Basis­Anlage mit ihrer Wertpapiermischung die angestrebte Höchststandssicherung gewährleisten? Hält Deka-Euroland Balance die Begrenzung von maximal 30 Prozent Aktien ein? Fragen wie diese beantwortet das Risikocontrolling, das unabhängig vom Fondsmanagement arbeitet. Ein 50-köpfiges Expertenteam prüft permanent bei Hunderten Portfolios mit vielen Tausend Wertpapieren, ob alle Risikoparameter eingehalten werden. Dies betrifft neben internen Zielen der Deka für die Fonds auch gesetzliche Auflagen. Die Aufgaben des Risikocontrollings ähneln Fahrerassistenzsystemen im Auto, die warnen, wenn der Wagen die Spur verlässt oder das Tempolimit überschreitet. Deshalb sind die Controller auch im ständigen Austausch mit den Fondsmanagern. Viele ihrer Berechnungen erfolgen am Computer, das Team prüft aber auch im Detail mögliche Veränderungen beim Risiko einzelner Wertpapiere – etwa nach dem Dieselgate-Skandal bei den Aktien und Anleihen von VW.