Katers Welt Der Coronavirus überschattet alles

Es war extrem viel los und die Märkte hatten in der zurückliegenden Woche viel zu verarbeiten - vom Brexit bis zum Coronavirus.


Ein leicht enttäuschender ifo Geschäftsklimaindex in Deutschland machte den Auftakt, die amerikanische Notenbank Fed präsentierte sich zur Wochenmitte unaufgeregt und zum Wochenschluss tritt das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Union aus. Dies und die ordentlichen Meldungen aus der Unternehmensberichtssaison hätten schon für unterschiedliche und auch spürbare Marktbewegungen sorgen können.

Doch zumindest medial dominant war unzweifelhaft der Coronavirus. Die Ansteckungszahlen in China sind weiter spürbar angestiegen. Dies hat in der Wochenbilanz Aktienkurse, Staatsanleiherenditen und den Rohölpreis mit gedrückt. Indes sind die Marktreaktionen begrenzt, weil auch die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft als zeitlich wie im Ausmaß begrenzt zu erachten sind.

US-Präsidentschaftswahl wirft Schatten voraus

Die anstehende Börsenwoche wird abermals von der medialen Aufmerksamkeit für den Coronavirus begleitet sein. Nicht zuletzt aufgrund der sehr strikten Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in China, wird davon ausgegangen, dass bis Ende der Woche der Höhepunkt der Ansteckungen erreicht wird. Ein Blick der Anleger gen Westen in die USA lohnt sich in anderer Hinsicht: Dort beginnt der eigentliche Vorwahlkampf der Demokraten um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten. Ergänzend schauen Börsianer auf die Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes sowie den Arbeitsmarktbericht, um die Einschätzung zum konjunkturellen Fortgang in den USA zu überprüfen.

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen; Stand: 01.02.2020