Katers Welt Frohes neues Börsenjahr?

Nach dem grandiosen Börsenjahr 2019 wäre es für die Aktienmärkte hilfreich, wenn ruhigere Töne in der Geopolitik angeschlagen würden.


Zudem wäre es wünschenswert, dass die Konjunkturindikatoren wieder etwas mehr Zuversicht ausstrahlten. Dazu passen die Verlautbarungen von US-Präsident Trump, Mitte Januar ein erstes Handelsabkommen mit China unterzeichnen zu wollen sowie seine Reiseabsichten zum Weltwirtschaftsforum nach Davos. Sah dies zunächst nach kooperativeren Schritten aus, so hat doch die amerikanische Militärattacke im Iran die politische Risikowahrnehmung an den Märkten schlagartig wieder anspringen lassen. Der schwelende Konflikt in der Region könnte mit weiteren Eskalationen zumindest kurzfristig eine Belastung für die Aktienmärkte werden.

Freundliche Konjunktursignale gewünscht

Für das neue Jahr spielen an den Finanzmärkten die Konjunkturperspektiven eine zunehmende Rolle. Denn die Erwartungen, dass eine Rezession vermieden wird, sollten Bestätigung finden. Zur Veröffentlichung steht insbesondere der US-Arbeitsmarktbericht an, der ebenso wie der ISM-Index für das Nicht-verarbeitende Gewerbe von Robustheit zeugen dürfte.

Die deutschen Produktionsdaten fallen für November zwar leicht positiv aus, ändern aber nichts an der Schwäche in der Industrie. Weder für die Aktien- noch für die Zinsmärkte sind wesentliche Impulse von den Inflationsdaten in Euroland abzusehen. Die Geopolitik dürfte kommende Woche die Märkte eher bewegen.

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen; Stand: 04.01.2020