Ausgaben reduzieren Vergleichen, sparen und fürs Alter vorsorgen

Altersvorsorge ist manchmal keine Frage des Wollens, sondern des Könnens. Manchem Haushalt fehlt schlicht das Geld, um damit zu beginnen. Dabei würden 25 Euro schon genügen, um ins Fondssparen einzusteigen. Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie monatlich allein durch günstigere Tarife bei Strom und Gas sparen können.


Sie möchten fürs Alter vorsorgen, aber am Monatsende ist kein Geld mehr übrig? Ihr Einkommen lässt sich kurzfristig nicht steigern? Dann müssen Sie an die Ausgaben ran. Sparen Sie 600 Euro im Jahr und investieren Sie künftig monatlich in Ihre Altersvorsorge, zum Beispiel mit einem Fondssparplan. Das geht sogar schon ab 25 Euro. Dieses Spar-Spezial zeigt Ihnen, wie Sie dieses Ziel erreichen. Stellen Sie dafür Ihren Strom- und Gastarif auf den Prüfstand. Sie erfahren, welche Ersparnis möglich ist, was Sie dafür tun müssen und wie lange es dauert, bis Sie sparen.

1. Was ist drin für mich, wenn ich den Stromtarif wechseln möchte?

Stecken Sie etwa noch in der Grundversorgung? Das ist der Standardstromtarif beim örtlichen Versorger, zum Beispiel den lokalen Stadtwerken. In der Grundversorgung befinden sich die Kunden, die noch nie ihren Stromanbieter gewechselt haben. Laut Bundesnetzagentur ist das in Deutschland knapp ein Drittel aller Haushalte.

Und dieser Tarif ist meist teuer, der Wechsel lohnt fast immer. Ein Vergleich der Stromtarife in den 50 größten deutschen Städten zeigt: Eine vierköpfige Familie spart durch einen Wechsel aus der Grundversorgung zum günstigsten Anbieter im Schnitt 395 Euro im Jahr. Ein Single-Haushalt hat ein durchschnittliches Sparpotenzial von 189 Euro.

So viel sparen Sie beim Strom

Was muss ich tun?

Wer noch in der Grundversorgung steckt und es bequem haben möchte, ruft einfach bei seinem Versorger an und fragt nach günstigeren Alternativen. Den Preisnachlass bezahlt er meist durch eine längere Laufzeit des Vertrags, während der kein Wechsel zu einem anderen Anbieter möglich ist.

Alle anderen Stromkunden sollten sofort und dann einmal pro Jahr rechtzeitig vor dem Kündigungstermin Tarife vergleichen. Dafür gibt es Vermittler wie Verivox.de und Check24.de, die Tarifdatenbanken pflegen, Vergleichsrechner bereitstellen und am Anbieterwechsel mitverdienen. Bei ihnen können Sie Preise und Vertragsbedingungen vergleichen. Bemühen Sie ruhig mehrere Vergleichsrechner, denn keiner ist zu 100 Prozent vollständig, objektiv und neutral.

Für den Stromanbieterwechsel sind neben den persönlichen Daten folgende Angaben notwendig: gewünschter Liefertermin, Name des derzeitigen Versorgers, Kundennummer, Zählernummer, Zählerstand (erst zum Zeitpunkt des tatsächlichen Wechsels). Die Vergleichsportale führen Sie durch den Wechselprozess und bieten eine Telefonhotline für Fragen.

Beim Wechsel sollten Sie den neuen Vertragspartner mit der Kündigung beim aktuellen Versorger beauftragen. Insbesondere wenn Sie sich bei Ihrem Stromanbieter in der Grundversorgung befinden, sollten Sie nicht selbst kündigen, denn in diesem Fall beträgt die Frist ohnehin nur zwei Wochen. Es genügt, wenn Sie den Vertrag für den neuen Anbieter ausfüllen. Er wird für Sie schnellstmöglich bei Ihrem aktuellen Versorger kündigen und die Belieferung mit Strom aufnehmen.

Ausnahme: Sie sind nur noch drei Wochen oder weniger vom Kündigungstermin entfernt und nicht in der Grundversorgung, denn für die Kündigung beim alten Anbieter benötigt der neue Versorger Zeit, in den meisten Fällen etwa drei Wochen. Daher sollten Sie in diesem Fall selbst aktiv werden. So können Sie sicherstellen, dass sich der Vertrag nicht um ein weiteres Jahr oder mehr verlängert.

Um einen reibungslosen Anbieterwechsel zu gewährleisten, sollten Sie auf dem Antrag beim neuen Anbieter deutlich vermerken, dass Sie beim alten Anbieter bereits gekündigt haben.

Sobald Ihr bisheriger Anbieter Sie über eine Preisänderung informiert, sollten Sie Preise vergleichen und so schnell wie möglich selbst kündigen. Dann kann Sie der neue Anbieter direkt zum Zeitpunkt der Preisänderung beliefern. Für die Kündigung des Stromvertrags reicht eine formlose Nachricht aus.

Wie lange dauert das?

Für Recherche und Ausfüllen der Antragsunterlagen benötigen Sie circa eine halbe bis eine Stunde. Der neue Anbieter beliefert Sie, sobald der alte Vertrag ausgelaufen ist. Technisch gesehen bleibt alles beim Alten – Sie brauchen keinen neuen Zähler und schon gar keine eigene Leitung. Ihr neuer Anbieter speist die Menge Strom, die Sie benötigen, ins bundesweite Netz ein. Den Zähler lesen Sie regelmäßig selbst ab und melden den Stand an Ihren Versorger und Ihren Netzbetreiber. Beide fordern Sie per E-Mail oder Post dazu auf.

2. Was ist drin für mich, wenn ich den Gastarif wechseln möchte?

Der Wechsel des Gasanbieters läuft ähnlich wie der Wechsel des Stromversorgers. Auch hier gilt: Der Grundversorgungstarif bietet erhebliches Sparpotenzial. Da der Wechsel noch nicht so lange möglich ist wie beim Strom, ist ein größerer Anteil der Haushalte betroffen. Den Stromanbieter können Kunden seit 1998 wechseln, den Gasanbieter erst seit 2006.

Ein Vergleich für die 50 größten deutschen Städte zeigt: Durch einen Wechsel aus der Grundversorgung in einen preisgünstigen Gastarif spart eine vierköpfige Familie im Durchschnitt 529 Euro, ein Paar 319 Euro und ein Single 175 Euro.

So viel sparen Sie beim Gas

Was muss ich tun?

Wie beim Strom rufen Sie entweder bei Ihrem Grundversorger an und erkundigen sich nach einem günstigeren Tarif. Oder Sie bemühen gleich die Vergleichsportale wie Verivox.de und Check24.de, am besten nicht nur eines, sondern mehrere. Einmal im Jahr sollten Sie Ihre Entscheidung überprüfen.

Wie lange dauert das?

Planen Sie für Tarifvergleich und Wechselprozedere eine halbe bis eine Stunde ein. Auch beim Gas begleiten Sie die Vergleichsportale durch den Wechselprozess. Der neue Lieferant kümmert sich um die Kündigung beim bisherigen Gasanbieter. Die Versorgung durch den neuen Anbieter startet nach etwa drei bis sechs Wochen zum folgenden Monatsersten.

Fazit: Für jeden Haushalt, der seine Tarife nicht schon vorher optimiert hat, sollte die Ersparnis so hoch sein, dass sich 25 Euro Mindestanlage im Monat für einen Fondssparplan ohne Probleme darstellen lassen. Je mehr, desto besser für die Altersvorsorge, denn eigentlich sagt die Faustregel, dass mindestens zehn Prozent des Nettoeinkommens in die Rente von morgen fließen sollten. Fonds sind die ideale Basis für die Altersvorsorge, denn sie ermöglichen den Einstieg in die Kapitalmärkte, auch wenn man kein Großanleger ist. Natürlich bergen Fonds auch ein Verlustrisiko. Aber das unterscheidet sich von Fonds zu Fonds. Fragen Sie deshalb Ihren Sparkassenberater, welche Lösung zu dem Risiko passt, das Sie zu tragen bereit sind.