Weihnachten 2018 Was soll ich nur schenken?

Heiligabend naht und der Geschenkesack ist erst leidlich gefüllt? Keine Panik, fondsmagazin hat eine bunte Auswahl hoffentlich hilfreicher Tipps im Angebot.


TEXT: Olivier Löffler

Ja, ist denn heut schon Weihnachten? Nicht ganz, doch der heilige Abend naht auch dieses Jahr wieder überraschend schnell und da kann die Suche nach Präsenten stressig werden. Das gilt insbesondere für Suchende, die ohne konkrete Ideen losmarschieren. Für alle, die weder Socken noch Parfüm verschenken wollen, hat fondsmagazin einige Inspirationen zusammengestellt:

Gamers Paradise

Gestochen scharfe hyperrealistische Grafik in 16:9, unendliche Spielwelten und vibrierende Highend-Controller – das ist doch nur der halbe Spaß. Gefühlte drei Dutzend Pixel und kindergartentaugliche 2D-Ansichten, mehr braucht es nicht für authentischen Gaming-Spaß – zumindest für alle, die Mitte der 80er groß geworden sind. Der Nintendo Classic Mini NES ist eine Mini-Version des bahnbrechenden NES aus dem Jahr 1986 und ab rund 55 Euro zu haben. Nintendo wirbt mit 4:3-Optik, CRT-Filter, der für die obligatorischen horizontalen Zierstreifen alter Fernsehgeräte sorgt, sowie mit Originalauflösung: „Jeder Pixel ist ein perfektes Quadrat!“ So soll es sein. Es ist wieder Zeit für Donkey Kong, Super Mario Bros. oder The Legend of Zelda. Für Kinder der 90er gibt es als Nintendo Classic Mini auch die etwas spätere SNES-Konsole mit zwei Controllern für etwa 80 Euro.

Bitte ein Bild – und zwar sofort

Die legendäre echte Rolleiflex mit Doppellinse stammt aus den 20er Jahren. Das 2018er-Modell hat immer noch zwei Linsen und einen Sucher, in den man von oben hereinschaut – allerdings handelt es sich um eine Sofortbildkamera. Das Besondere neben dem Retro-Design: Für knapp 400 Euro behält man immer die Kontrolle über sein Bild: Blende, Belichtungskorrekturen und Verschlusszeiten dürfen noch händisch eingestellt werden. Moderner geht’s für ca. 130 Euro mit der digitalen Sofortbildkamera Polaroid Mint 2-in-1. Sie druckt Bilder sofort nach der Aufnahme in Farbe, Schwarz-Weiß oder Sepia. Für ordentliche Qualität sorgt eine Auflösung von 16 Megapixel. Für den gleichen Preis gibt es von Polaroid Mint auch einen reinen Hosentaschendrucker für Smartphone-Fotographen. Wenn Letztere auch noch gute Videos drehen möchten, könnte der Rollei Smartphone Gimbal für knapp 100 Euro hilfreich sein. Der Bildstabilisator sorgt für möglichst ruckelfreie Bilder bei Schwenks und rasanten Kamerafahrten.

Rubens und Tatort

„The Frame“ von Samsung kann beides. Im Ruhemodus zeigt er klassische Gemälde oder private Schnappschüsse – und ist auf Wunsch zugleich ein verdammt schicker Fernseher. Die 2018er Version bringt zwei erfreuliche Neuerungen mit: Statt zwei Kabeln braucht er nur noch eines, der Strom kommt jetzt durch das flache One-Connect-Kabel der externen Basis zum Bildschirm. Vorteil Nummer 2: Der Einstiegspreis liegt inzwischen bei unter 1.300 Euro für den 43-Zöller. Eine schicke Sache für die Wohn- oder Schlafzimmerwand. Deutlich kompakter und mit anderen Vorzügen versehen, ist der neue Philips 24PFS5863. Der ultraflache 24-Zoll-Full-HD-LED-Fernseher unterstützt die einschlägigen Streamingdienste und hat als besonderen Clou einen ordentlichen 16W-Bluetooth-Lautsprecher als Standfuß – vielleicht genau das Richtige, um dem Nachwuchs im Studentenzimmer eine Freude zu machen.

Hauptsache, es ist schwarz und dreht sich

Downloads minus 25 Prozent, Vinyl plus 10 Prozent – so die letzten Zahlen aus USA. Der Vinylboom hält an und der gepflegte Musikfreund braucht zwingend wieder einen Plattenspieler im Haushalt. Die Auswahl an Geräten ist groß und schon zwischen 200 und 400 Euro gibt es Brauchbares. Vollautomaten wie den Dual DT 400 USB oder Denon DP-300F. Puristische Player ohne Komfort, aber mit erstaunlich gutem Klang wie den Pro-Ject Debut III oder Rega Planar 1. DJ-geeignete Turntables wie den Audio Technica AT-LP120USBC. Aber natürlich auch Player im originellen Design wie den Pro-Ject VTe, der die Platten senkrecht abspielt und an der Wand angebracht werden kann. Aber Achtung: Wenn die Hifi-Anlage des Beschenkten keinen Phono-Eingang hat, muss der Plattenspieler einen Vorverstärker an Bord haben – bis auf den Pro-Ject Debut III und den Rega Planar 1 ist das aber bei allen hier genannten Playern der Fall.

Die Welt und schöne Dinge

Mit dem opulenten Bildband „Mode-Designer, Stile, Looks aus 150 Jahren“ legt die Kunsthistorikerin Arianna Piazza im Prestel-Verlag einen opulenten Prachtband rund um Modehäuser und Labels vor. Von Abercrombie bis Westwood alphabetisch geordnet wie ein Nachschlagewerk, lädt der gut drei Kilo schwere und 69 Euro teure Papierbackstein doch jederzeit zum sich Festlesen oder Festschauen an – die rund 700 farbigen Abbildungen sind hier natürlich mindestens so wichtig wie die sachkundigen Texte. Das Risiko für den Schenkenden: Der oder die Beschenkte könnte etwas Schönes für den nächsten Geburtstag entdecken. Vielleicht die Birkin-Handtasche von Hermés oder die Regenbogen-Sandalen von Salvatore Ferragamo, die Judy Garland im „Zauberer von Oz" trug. Ein perfektes Gegenstück für alle, die es auch in etwas weiterem Abstand um sich herum möglichst schön haben wollen: Dominic Bradburys „Design der Moderne – Von 1920 bis 1960“. Wer ein Faible für stilbildendes Mobiliar, Leuchten oder Keramik hat, ist hier auf 500 Seiten für 68 Euro bei van der Rohe, Breuer oder Eames genau richtig. Für alle, die noch nicht solange auf dieser Welt sind und erstmal etwas Orientierung brauchen, ist hingegen Oliver Jeffers „Hier sind wir. Anleitung zum Leben auf der Erde“ gedacht – mit stimmungsvoll poetischen Illustrationen und Gedanken überdas Leben und die Dinge: von Land und Meer, den Menschen und Tieren. Eigentlich für Kinder ab 4 Jahren gemacht, sorgt doch so manche lakonische Weisheit dafür, dass auch die vorlesenden Eltern ihren Spaß an dem im NordSüd-Verlag erschienen und 16 Euro teuren Bilderbuch haben.

Denksport oder Fliesenleger?

Für passionierte Denksportler mit Sinn fürs schöner Wohnen ist es wie gemacht: das von Josef Hartwig 1924 designte Bauhaus-Schachspiel mit Figuren aus Ahornholz in Buchenholzkassette und passendem Brett. Natürlich geht hier Form nach Funktion. Hier gibt es keine figürlichen Pferde oder Bischöfe. Die Grundformen Würfel und Kugel ergeben einzeln oder kombiniert. Gangart, Volumen und Wert der Steine. Vorsicht, wenn Sie sich freuen, das Schachspiel im Internet für unter 300 Euro gefunden zu haben – mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit ist das Brett noch gar nicht dabei! Komplett kostet das Spiel gut 450 Euro. Deutlich günstiger und farbenfroher: Azul – das „Spiel des Jahres 2018“ für rund 30 Euro. Zwei bis vier Spieler ab 8 Jahren verzieren die Wände eines königlichen Palastes mit auserlesenen Mosaiken. Um zu gewinnen, muss man zum richtigen Zeitpunkt die besten Fliesen aus den Manufakturen bekommen. Allein schon Optik und Haptik des Spiels machen Spaß.

Stand: 11.12.2018