Nachhaltigkeit Anlegen gegen den Klimawandel

CO2 reduzieren und Rendite erzielen – wie Anleger mit nachhaltigen Investmentfonds zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können.


TEXT: Daniel Evensen

Es war der trockenste Sommer in Deutschland seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881– die Niederschläge erreichten nicht einmal die Hälfte des langfristigen Durchschnitts. Und die Sommermonate 2018 zählten auch zu den heißesten jemals gemessenen, mehr als drei Grad wichen sie vom langjährigen Mittel ab. Das extreme Klima machte nicht nur Landwirten zu schaffen, die Dürre und Stürme verursachten auch in deutschen Wäldern Schäden von geschätzt zwei Milliarden Euro.

„Die Natur wird uns immer wieder und immer öfter daran erinnern, dass wir sie aus dem Gleichgewicht bringen“, kommentiert Klimaforscher Joachim Schellnhuber im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen. Angesichts des ständig steigenden Anteils von Kohlendioxid in der Atmosphäre sagt er voraus: „Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt – das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.“

Kein Zweifel, die Menschheit muss noch engagierter handeln, um die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen. Was viele nicht realisieren: Sie können sich auch mit ihrer Geldanlage für eine lebenswerte Welt einsetzen. Deka-Fondsmanager Patrick Jahnke: „Viele meiner Freunde und Bekannten kaufen aus Überzeugung Biolebensmittel oder fair hergestellte Textilien. Wenn ich aber von unseren nachhaltigen Investmentfonds erzähle, dann ernte ich immer noch überraschte Blicke.“

No-Gos in Sachen Nachhaltigkeit

Jahnke zeichnet für den Deka-Nachhaltigkeit Aktien verantwortlich, einen von mehreren nachhaltigen Fonds der Deka (mehr zu diesem Fondsangebot lesen Sie hier ). Der Fondsmanager investiert weltweit in Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen. Aber bei der Auswahl der Titel für das Portfolio achtet er nicht allein auf Geschäftszahlen, sondern auch auf eine verantwortungsvolle Unternehmensführung. Wer sein Geld mit Waffengeschäften verdient oder Kinderarbeit toleriert, hat in Deka-Nachhaltigkeit Aktien nichts verloren. Auch Tabak, Alkohol, Glücksspiel, Atomkraft und genverändertes Saatgut sind No-Gos.

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Die Deka macht sich nicht allein mit speziellen Investmentfonds für mehr Nachhaltigkeit stark - sie nutzt auch ihren Einfluss als großer institutioneller Anleger, um Unternehmen zu einem verantwortungsvolleren Wirtschaften zu bewegen. Eines der aktuellen Beispiele ist RWE. Lesen Sie hier mehr dazu.

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Nach diesem ersten Aussieben müssen die verbleibenden Kandidaten für das Fondsportfolio im zweiten Schritt mit einem nachhaltig ausgerichteten Geschäftsmodell überzeugen – in ökologischer, sozialer und gesellschaftlicher Hinsicht. Jahnke nennt ein Beispiel, das Pluspunkte bringt: „Siemens investiert 100 Millionen Euro in Energieeffizienz und andere Maßnahmen, um bis zum Jahr 2030 CO2-neutral zu werden. Das ist gut für die Umwelt und auch für Siemens, denn ab dem Jahr 2020 wird der Konzern jährliche Einsparungen von etwa 20 Millionen Euro erzielen.“

Klimaproblem Kuh

Neben guten Noten in Sachen Nachhaltigkeit punktet bei Jahnke, wer konkrete Lösungen für Umweltprobleme anbieten kann. So ein Problemlöser ist etwa DSM, ein Hersteller von Vitaminen und anderen Zusatzstoffen für die Futtermittel- und Lebensmittelindustrie. Die niederländische AG hat in ihrem „Saubere Kuh“-Projekt einen Futterzusatz entwickelt, der den Methanausstoß von Kühen um mindestens 25 Prozent reduzieren kann. „Methan ist etwa 23 mal so schädlich für das Klima wie CO2“, erklärt Deka-Experte Jahnke. „Daher trägt eine Kuh so viel zur Erderwärmung bei wie ein Auto, das acht Liter Sprit verbraucht und 12.500 Kilometer jährlich fährt. Und es gibt 1,5 Milliarden Kühe auf der Welt.“

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Eine nachhaltige Geschäftsausrichtung gehört auch zum Selbstverständnis der Deka. Lesen Sie mehr zum Engagement der Deka.

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Zum Thema Spritverbrauch kennt der Fondsmanager ein weiteres Unternehmen, das Gutes bewirken kann: Johnson Matthey stellt bislang vor allem Katalysatoren für Autos und Chemieanlagen her, testet derzeit aber auch eine neue Generation von Kathoden für die Batterien von Elektroautos. Damit leisten die Briten einen Beitrag für saubere Mobilität und stehen zugleich vor dem Eintritt „in einen absoluten Wachstumsmarkt“, so Jahnke.

Keine Abstriche machen

Die Nachhaltigkeitsexperten der Deka stoßen noch in vielen weiteren Wirtschaftszweigen auf Lösungsanbieter, so etwa in der Windkraft: Covestro aus dem Dax produziert Polycarbonate, die für Rotorblätter von Windrädern verwendet werden. Vestas verbaut die Windräder in seinen Windkraftanlagen und Orsted kauft diese Anlagen für seine Windparks. Insgesamt kommen etwa 1.500 Aktiengesellschaften aus aller Welt für Deka-Nachhaltigkeit Aktien in Frage. Aus diesen wählt der Deka-Fondsmanager die Unternehmen mit den überzeugendsten Geschäftsmodellen und Finanzkennzahlen für das Portfolio. Schließlich sind seine Anleger bereit, das Kursrisiko von Aktien zu tragen. Daher sollen sie mit Deka-Nachhaltigkeit Aktien auch keinerlei Abstriche bei den Ertragschancen machen.

Stand: 02.10.2018