Technologie Auf Wolke sieben

Trotz kurzer Innovationszyklen und harten Wettbewerbs: SAP hält sich seit Jahrzehnten an der Spitze der Softwarebranche. Mit einer Milliardenübernahme geht die Firma eine Wette auf die Zukunft ein.


TEXT: Birgit Wetjen

Microsoft, Apple, Amazon: Technologiekonzerne aus den USA dominieren die digitale Welt. Die ganze Welt? Nein! Ein Unternehmen aus dem badischen Walldorf bietet Paroli. „Wir können uns glücklich schätzen, ein Technologieunternehmen wie SAP in Europa zu haben, das international in der Spitze mithalten kann“, sagt Robert Palvadeau, Fondsmanager bei der Deka.

SAP ist Weltmarktführer im Bereich Unternehmenssoftware und wurde im Brandz-Ranking 2019 zur wertvollsten Marke Europas gekürt. Zugleich ist SAP wertvollstes Unternehmen im Dax und in vielen Aktienfonds vertreten. Anleger können auch mit Zertifikaten auf SAP setzen.

Komplett neu erfinden

Der Aufstieg des deutschen Softwareanbieters verlief rasant. 1972 machten sich fünf ehemalige Mitarbeiter von IBM selbstständig. Ihr Geschäftsfeld: Systeme, Anwendungen und Produkte – kurz SAP. Sie starteten mit einer Standardanwendungssoftware, die Daten in Echtzeit verarbeiten konnte – damals ein Novum. Es folgte Software für die Finanzbuchhaltung, den Einkauf und die Rechnungsprüfung. Heute stehen die drei Buchstaben SAP wie Tempo bei Papiertaschentüchern längst für eine Produktgattung. Auf der Kundenliste des IT-Spezialisten stehen 425.000 Unternehmen aus 180 Ländern. Das Erfolgsrezept? „SAP hat sich konsequent auf die Digitalisierung eingestellt und es geschafft, sich immer wieder neu zu erfinden“, sagt Palvadeau.

Mit der Finanzkrise 2008 kam dennoch ein Dämpfer, denn Erzrivale Oracle drohte davonzuziehen. SAP galt schon als Übernahmekandidat, ging stattdessen aber selbst in die Offensive – vor allem mit dem Kauf des US-Softwareanbieters Sybase 2010. Im Jahr darauf präsentierte SAP dann die neue Plattform Hana für Softwareanwendungen mit In-Memory-Technologie. Mit deren Hilfe können Kunden riesige Datenmengen in kürzester Zeit analysieren. Hana wurde eines der wachstumsstärksten Produkte in der Geschichte der Unternehmenssoftware. „Daten sind in der digitalen Welt zur wichtigsten Währung geworden“, sagt Palvadeau. „Mit Hana hat SAP für Kunden das Rüstzeug für die digitale Transformation entwickelt.“

2012 nahm SAP dann das chancenreiche Cloud-Geschäft in Angriff. Die neue Ausrichtung – weg vom Verkauf der Softwarelizenzen, hin zur Vermietung – erforderte hohe Investitionen und kam zunächst nicht bei allen Marktbeobachtern gut an. Der Umsatz schoss nach oben, die Gewinne hinkten hinterher. Vergangenheit. „Zukünftig könnten die Kundenumsätze wieder schneller als die Kosten steigen und SAP damit Skaleneffekte realisieren“, so Palvadeau.

So funktioniert Cloud-Computing

Wette auf die Zukunft

Aber CEO Bill McDermott weiß: Stillstand ist Rückschritt. SAP setzte seine Einkaufstour fort. Der Höhepunkt: Im November 2018 blätterte SAP 8 Milliarden US-Dollar für Qualtrics hin, ein Unternehmen mit nur 400 Millionen US-Dollar Jahresumsatz. Wieder zweifelten einige Investoren wegen des hohen Kaufpreises. Doch Qualtrics ist im zukunftsträchtigen Customer-Experience-Management tätig. Die Firma wertet Äußerungen in sozialen Medien und Kundenfeedback aus, um Informationen zur Produkt- und Mitarbeiterzufriedenheit zu gewinnen.

Mit der Qualtrics-Übernahme setzt sich SAP technologisch erneut an die Spitze. Entsprechend optimistisch gab sich Vorstandschef McDermott im Gespräch mit dem „Handelsblatt“: „Wenn man daran glaubt, dass jede Firma eine digitale Transformation zu durchlaufen hat, muss man sich um SAP keine Sorgen machen.“ Wer auf die Weitsicht der Walldorfer vertraut, aber einen Risikopuffer zu schätzen weiß, kann sich mit Aktienanleihen bei SAP engagieren.

SAP, aber mit fester Verzinsung

Aktienanleihe auf SAP: Wer erwartet, dass die SAP-Aktie ihr Kursniveau künftig in etwa halten wird, für den sind Aktienanleihen interessant. Anleger verzichten bei diesen Anleihen auf das unbegrenzte Aufwärtspotenzial der Aktie. Dafür erhalten sie eine vom Kursverlauf unabhängige, von vornherein feststehende Verzinsung. Je nach Ausgestaltung kann sie 5 Prozent, in Ausnahmefällen sogar 10 Prozent per annum übertreffen – bei einer Laufzeit ab sechs Monaten. Zudem enthalten Aktienanleihen in der Regel einen Risikopuffer. Risiken beachten: Während der Laufzeit können die Kurse von Aktienanleihen schwanken. Wenn der Risikopuffer nicht ausreicht und die Aktie am Ende der Laufzeit unter dem Basispreis notiert, können Verluste auftreten, denn dann wird statt des Nennbetrags eine feste Anzahl von im Wert gesunkenen Aktien an den Anleger übertragen. Zudem besteht ein Emittentenrisiko, dem auch die Zinszahlung unterliegt. Daher drohen insbesondere im Fall einer Zahlungsunfähigkeit der DekaBank Verluste bis hin zum Totalverlust. Mehr zur Aktienanleihe auf SAP finden Sie beim Klick auf diesen Link.

Stand: 11.04.2019