29.11.2021 | CORONAKRISE Lockdown für den Weihnachtsmarkt

Die Einschränkungen in der Coronakrise nehmen wieder zu. Das trifft auch die Wirtschaft.


TEXT: Peter Weißenberg

Was haben die Bewohner der Millionenstädte Lanzhou und Wien gemeinsam? Sie dürfen derzeit das Haus nur zum Arbeiten, in Notfällen oder zum Einkaufen verlassen. In der chinesischen Stadt gilt das für alle, in der österreichischen für Ungeimpfte. Und auch in Bayern warnt Ministerpräsident Markus Söder bereits: „Wenn die Apokalypse bei 10 ist, stehen wir bei 9.“

Die halbe Welt steckt tief in der vierten Corona-Welle, Abschottungsmaßnahmen werden immer radikaler. Das wirkt sich auch auf viele Branchen aus; öffentlich sichtbar auf leeren Plätzen, wo eigentlich Weihnachtsmärkte stehen sollten. Doch auch in anderen Bereichen wird die Wirtschaftstätigkeit erheblich behindert. Einige Lieferketten sind weiter unterbrochen, Rohstoffe und fossile Energieträger lassen sich nur eingeschränkt fördern.

„Wenn die Apokalypse bei 10 ist, stehen wir bei 9.“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

„Lieferengpässe belasten die Konjunktur weiter, die Energiepreise beginnen, an den verfügbaren Einkommen und an der Konsumentenstimmung zu nagen, und auch die explodierenden Corona-Infektionen können zu einer Belastung für den Konsum werden“, resümieren die Volkswirte der Deka.

Doch zur Perspektive gehört eben auch: Die Börsen haben den Dämpfer für die Konjunktur nicht mitgemacht – im Gegenteil: Die Kurse steigen. Denn an den Märkten wird die Zukunft gehandelt. Und die heißt für die Weltwirtschaft: geimpft und genesen. Die Deka-Experten erwarten zwar, dass Corona die Wirtschaft nochmals für ein paar Wochen ausbremst. Aber ihre wahrscheinlichste Prognose lautet, dass dies eine Konjunkturdelle bleibt, „die von einem dynamischen Sommerhalbjahr abgelöst werden wird“.

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Stand: 29.11.2021