Interview „Das Absichern beginnt mit der Auswahl“

Wie geht RenditDeka mit steigenden Zinsen um? Fondsmanager Uwe Maderer im Gespräch über Strategie, Absicherung und die Auswahl interessanter Titel.


TEXT: Volker Tietz

Herr Maderer, Anleihen aus Deutschland, Italien und Frankreich machen satte 40 Prozent des Portfolios aus. Was gefällt Ihnen an den Ländern?
Das muss ich relativieren. Der Anteil liegt deutlich unter dem Vergleichsmaßstab von 56 Prozent, bezogen auf den gesamten Investmentgrade-Rentenmarkt. Nur Deutschland gewichten wir leicht über, Italien und vor allem Frankreich sind untergewichtet. Diese Variation spiegelt unsere Einschätzung der Performanceaussichten.

Uwe Maderer

Die Restlaufzeiten der Topwerte im Portfolio betragen sieben Jahre und mehr. Ist das nicht riskant angesichts zu erwartender Zinssteigerungen? 
Nein, das sehen wir nicht so. Wir haben zwar die Laufzeit in Euro-Anleihen leicht ausgeweitet, aber in Großbritannien sind wir wegen der historisch hohen Bewertung eher kürzer unterwegs. Die Laufzeiten sind ohnehin nur ein Aspekt in unserer grundsätzlich konservativen Strategie, wobei wir darauf achten, die Abhängigkeit von generellen Zinstrend möglichst niedrig zu halten.

Wie sichern Sie sich denn ab?
Unsere Absicherung beginnt bereits bei der Auswahl der Einzeltitel, Sektoren und Märkte, in die wir investieren. Wir arbeiten in einem ganzen Team von Analysten, die sich auf einzelne Parameter spezialisiert haben und die ihre Handelsideen innerhalb des Fondsmanagements teilen. Der integrierte Bottom-up- und Top-down-Ansatz ist sozusagen die „first line of defense“ in unseren Portfolios, um eine nachhaltige Performance sicherzustellen. Das bedeutet: Bei Bottom-up gehen wir von den Unternehmen aus und suchen nach attraktiven Gelegenheiten, wobei wir stets das Risiko im Blick behalten. Und bei Top-down schauen wir uns die Gesamtentwicklung zum Beispiel einer Branche an und suchen dann nach spannenden Anleihen.

Was kann ein Fondsmanager im Niedrigzinsumfeld generell besser machen als ein passiver Fonds? 
Ein Index wird nach vordefinierten Kriterien gebaut, wobei die Indexgewichte der einzelnen Bestandteile häufig nach der Marktkapitalisierung bestimmt werden. Das heißt: Der größte Schuldner bekommt das höchste Gewicht im Index zugeordnet, eine qualitative Bewertung durch den Indexanbieter findet nicht statt. Der aktive Manager wird hingegen nach qualitativen Investments suchen, um etwa bei Zinsanstiegen die Kapitalverluste so gering wie möglich zu halten.

Bisweilen wird kritisiert, dass Fondsanbieter nur noch den Index nachbilden und man auch einen ETF kaufen könne.
Dieser Vorwurf wäre bei RenditDeka nicht angebracht. Es gibt einen sogenannten Active Share, der die Abweichung vom Index und aktive Positionierung in unserem Fonds misst. Der Wert von mehr als 70 Prozent zeigt ziemlich deutlich, dass der Index hier mehr eine Messlatte als eine Vorgabe darstellt. 

Mit Blick auf die vergangenen Jahre hat der Fonds stabile Erträge erzielt. Was war dafür ausschlaggebend? 
Wir pflegen im Team einen offenen Diskurs und hinterfragen unsere Investitionsargumente. Auch die hohe Flexibilität in den Anlagebedingungen hilft, um Trends abseits des Mainstreams zu entdecken. Wichtig ist ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. In 2017 war dies beispielsweise die Fokussierung auf Finanztitel und lokale Währungsanleihen aus Osteuropa, etwa aus Polen und Rumänien. Auch Titel aus dem Baltikum, inflationsgesicherte Anleihen aus Deutschland und globale Unternehmensanleihen wurden stark übergewichtet.

Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank oder von der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de  erhalten.