Zertifikate Die Differenz macht den Zins

Auch wenn die Zinsen auf Sicht im Keller bleiben, bieten neue, unkonventionelle Anleihen schon heute interessante Möglichkeiten.


TEXT: Daniel Evensen

Die Zeichen mehren sich, dass die Konjunktur in Euroland immer besser in Fahrt kommt. Die Inflation rückt auf gewohntes Terrain vor und der Arbeitsmarkt belebt sich. Könnten da nicht auch bald die Zinsen steigen? Nicht, wenn es nach Mario Draghi geht. Erst vor wenigen Tagen sagte der EZB-Chef: „Wir müssen weitere Hinweise abwarten, dass sich die Inflationsdynamik in die richtige Richtung bewegt. Daher bleibt die Geldpolitik geduldig, beständig und umsichtig.“ Bedeutet so viel wie: erst einmal passiert nichts. Und selbst wenn ab Sommer 2019 die Leitzinsen in Trippelschritten steigen, dürfte es dauern, bis davon etwas bei den Zinsen auf den Sparbüchern oder beim Tagesgeld ankommt.

Wer heute schon zumindest indirekt mit Zinssätzen verdienen will, kann aber in sogenannte Zinsdifferenzanleihen investieren. Mit ihnen setzt man darauf, dass zum Beispiel sehr langlaufende Bundesanleihen oder europäische Anleihen merklich höhere Verzinsungen aufweisen als solche mit kürzeren Laufzeiten. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn die Erwartungen an die Konjunktur positiv sind.

Attraktiver Ertrag von Anfang an

Zinsdifferenzanleihen haben eine vergleichsweise lange Laufzeit. Es besteht aber die Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung, sollte ein vorab definierter Zielzins erreicht werden. Die Funktionsweise dieser Anleihen ist anfangs ganz einfach. „Anleger erhalten zu Beginn eine vergleichsweise hohe feste Verzinsung“, erläutert Torsten Bischoff, Leiter Produktmanagement Zertifikate bei der DekaBank. „Bei der aktuellen DekaBank Zinsdifferenz-Anleihe mit Zielzins 04/2033 beträgt der Kupon in den ersten sechs Jahren beispielsweise 2,05 Prozent.“

Nach Ablauf der Festzinsphase wird es dann ein wenig komplizierter – aber nur, bis man das Prinzip verstanden hat: Ab Jahr sieben wird die Verzinsung alljährlich an einem festgelegten Zinstermin variabel angepasst. Sie ergibt sich aus der zweifachen Differenz zwischen dem 30-Jahres-Euribor-Euro-CMS-Satz und dem 10-Jahres-Euribor-Euro-CMS-Satz – beides europäische Zinssätze mit unterschiedlicher Laufzeit.

Deka-Experte Bischoff erklärt an einem konkreten Beispiel, wie die Berechnung aussieht: „Anfang März lag die Differenz dieser beiden Euribor-CMS-Sätze bei 0,5 Prozent. Wäre dies an einem Zinsfestlegungstag der Fall, würde der Wert mit zwei multipliziert und die Zinsdifferenzanleihe bis zum nächsten Zinstermin mit 1 Prozent verzinst.“ Es gilt: Je größer die Differenz, desto besser für Anleger. Seit dem Jahrtausendwechsel hat sich die Differenz überwiegend in einer Bandbreite zwischen null und einem Prozent bewegt.

In seltenen Fällen, etwa während einer Rezession, kann die Zinsstruktur aber invers ausfallen. Dann bringt der 10-Jahres-Euribor-CMS eine höhere Verzinsung als der entsprechende 30-Jährige. „Das ist seit 2000 aber nur einmal vorgekommen. Zudem beträgt die Mindestverzinsung der Anleihe 0 Prozent, der Anleger muss also nicht fürchten, in einzelnen Jahren ins Minus zu rutschen“, so Deka-Experte Bischoff.

Vorzeitige Rückzahlung möglich

Besteht ein vergleichsweise großer positiver Unterschied zwischen dem 30- und dem 10-Jahres-Euribor-CMS, wird die Zinsdifferenzanleihe mit hoher Wahrscheinlichkeit vor dem Ende der 15-jährigen Laufzeit zum Nennbetrag zurückgezahlt. Dies ist der Fall, sobald die Summe aller gezahlten Zinskupons den bei der Emission festgelegten Zielzins erreicht hat. Bei der DekaBank Zinsdifferenz-Anleihe mit Zielzins 04/2033 liegt dieser Wert bei 14 Prozent – und nach der Festzinsphase sind bereits 12,3 Prozent verbucht.

Bei einer vorzeitigen Rückzahlung können Anleger über das Geld wieder frei verfügen und neue Investmentmöglichkeiten nutzen. Sie können das Papier aber auch jederzeit von sich aus vorzeitig verkaufen. Dabei kann es allerdings wegen Kursschwankungen während der Laufzeit zu Verlusten kommen. Wird der Zielzins bis zur Fälligkeit nicht erreicht, löst die DekaBank das Papier am Laufzeitende zu 100 Prozent des Nennwerts ein.

Wie bei jeder Schuldverschreibung müssen die Anleger auch bei Zinsdifferenzanleihen das Ausfallrisiko im Blick haben. Gerät der Herausgeber in finanzielle Schwierigkeiten, ist ein Totalverlust des eingesetzten Geldes möglich.

Die Zeichnungsfrist der DekaBank Zinsdifferenz-Anleihe mit Zielzins 04/2033 läuft noch bis zum 29. März. Die Deka wird auch in Zukunft weitere Papiere dieser Art auflegen. Bei den Konditionen können sich Unterschiede ergeben, die aus den jeweiligen Marktentwicklungen resultieren. Weitere Informationen erhalten Sie auf https://zertifikate.deka.de/ und von Ihrem Sparkassenberater.

DekaBank Deutsche Girozentrale. Für vollständige Informationen sollten potenzielle Anleger den Wertpapierprospekt lesen, der nebst den Endgültigen Bedingungen und eventuellen Nachträgen sowie dem aktuellen Basisinformationsblatt bei der DekaBank kostenlos erhältlich ist oder unter www.dekabank.de heruntergeladen werden kann.

Stand: 22.03.2018