Interview „Die Qualität gibt den Ausschlag“

Erfolgreich anlegen mit Dividendenwerten. Im Interview zeigt Fondsmanager Jan-Ludwig Losen, wie Anleger dabei ans Ziel kommen.


TEXT: Daniel Evensen

Herr Losen, nach Berechnungen der Deka werden deutsche Aktiengesellschaften 2020 erneut fast 50 Milliarden Euro an Dividenden ausschütten. Zufrieden?
Jan Ludwig Losen: Ja, zumal wir mit einem anhaltenden Dividendenwachstum rechnen – und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und dem Rest der Welt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass es zu keinem stärkeren Knick in der Konjunktur aufgrund des Corona-Virus kommen wird.

In Deutschland wäre schon dieses Jahr ein neuer Rekord bei den Dividenden möglich gewesen, hätte nicht die Autoindustrie auf die Bremse getreten. Allein Daimler streicht seine Gewinnausschüttung von 3,47 Milliarden auf 963 Millionen Euro zusammen. Wie macht sich das beim Aktienfonds Deka-DividendenStrategie bemerkbar?
Überhaupt nicht, weil die Daimler-Aktie nicht in unserem Fondsportfolio vertreten ist. Generell sind wir zurzeit weltweit in 165 Titeln aus unterschiedlichen Branchen und Regionen investiert, da fallen einzelne Kürzungen nicht so ins Gewicht.

Deka-Fondsmanager Jan Ludwig Losen

Daimler ist nicht im Fonds, obwohl der Wert noch 2019 zu den deutschen Dividenden-Champions gehörte?
Aber nur, wenn Sie unter Champions allein die Aktien mit den damals höchsten Dividendenrenditen verstehen. Wenn Sie sich aber ansehen, mit welchen Belastungen die Autoindustrie wegen der Dieselskandale und der Investitionen in Elektromobilität seit geraumer Zeit zu kämpfen hat, dann war das eine Kürzung mit Ansage. Wir jagen deshalb auch nicht den momentan maximal erreichbaren Dividendenrenditen hinterher, sondern schauen vor allem auf die Dividendenqualität.

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Wie messen Sie die Qualität einer Dividende?
Dabei zählt zum einen, wie stabil und langfristig Unternehmen ihre Dividenden zahlen. Zum anderen sollten sie ihre Gewinne und Ausschüttungen im Laufe der Zeit auch regelmäßig steigern. Diese Kriterien erfüllen in der Regel Firmen mit soliden Geschäftsmodellen, einer starken Marktposition, attraktiven Profitmargen und gesunden Bilanzen. Stimmt zudem die Bewertung der Aktie, haben wir es mit einem Kandidaten für Deka-DividendenStrategie zu tun. So wählen wir seit der Fondsauflegung im August 2010 weltweit die Aktien aus und sind gut damit gefahren.

Keinerlei Änderungen am Investmentkonzept in den vergangenen zehn Jahren?
Nein, die Philosophie ist die gleiche. Und dennoch hat sich einiges beim Fonds getan. Anfangs waren wir Fondsmanager zu zweit und das Fondsvolumen lag bei 20 Millionen Euro. Heute ist der Deka-DividendenStrategie mit 8,7 Milliarden Euro der größte Aktienfonds der Deka und wird von einem vierköpfigen Team betreut. Ein Team, das auch noch jederzeit auf die Expertise unserer rund 40 hauseigenen Portfoliomanager und Analysten zurückgreifen kann.

„Bei den Titeln im Deka- DividendenStrategie beträgt die durchschnittliche Dividendenrendite aktuell um die 3 Prozent.“Jan Ludwig Losen, Fondsmanager bei der Deka

Wie groß ist denn die Kontinuität bei den Aktien, die Sie im Portfolio halten?
Wir managen aktiv. Wenn es sinnvoll ist, sortieren wir Titel aus. In jüngster Zeit sind uns beispielsweise einige Aktien schlicht zu teuer geworden. Unser Research liefert aber immer wieder neue Ideen, sodass wir die Lücken problemlos schließen können. Viel öfter geht es beim Fondsmanagement aber darum, bei den Dauergästen an der Gewichtung zu drehen.

Warum? Haben Sie ein Beispiel?
Nehmen wir ein Unternehmen, das jeder kennt: Procter & Gamble mit seinen Marken wie Ariel, Pampers, Oral-B oder Gillette. Von seiner grundsätzlichen Ausrichtung hat Procter & Gamble schon immer gut in unseren Fonds gepasst. Ein stabiles Geschäft, eine starke Positionierung und eine Dividende, die seit mehr als 60 Jahren ununterbrochen steigt. Dennoch hatten die Amerikaner vor einiger Zeit eine ausgeprägte Schwächephase. Der Konzern hat sich dann eine effizientere Organisationsstruktur verpasst und dabei einige Marken komplett eingestellt. In anderen Sparten wurden zahlreiche kleine Innovationen entwickelt und erfolgreich auf den Markt gebracht. Wenn sich solche positiven – oder auch negativen – Entwicklungen abzeichnen, reagieren wir frühzeitig und stocken Positionen auf oder bauen sie ab.

Bei einem genaueren Blick ins Portfolio des Deka-DividendenStrategie entdeckt man neben Procter & Gamble viele weitere Markenartikler: von Nike über Danone und Gucci bis Nestlé. Was macht sie so interessant?
Das lässt sich schön an einem Beispiel aus dem Luxussegment veranschaulichen: Wie hoch taxieren Sie den Bruttogewinn einer Designer-Handtasche, die im Laden 1.000 Euro kostet?

Intensiver Check

Wenn Sie so fragen, wird es wohl ein hoher Wert sein. 500 Euro?
Bei den großen französischen Luxusherstellern sind es bei den Kernmarken im Schnitt etwa 700 Euro. Zieht man weitere Positionen wie das Marketing ab, bleiben rund 400 Euro oder 40 Prozent operative Marge. Erfolgreiche Markenartikler arbeiten also hochrentabel. Wir prüfen allerdings stets kritisch, ob die Bewertungen der entsprechenden Aktien vertretbar sind.

Noch beliebter waren in den vergangenen Jahren die großen amerikanischen Technologietitel. Dieser Trend ist an Dividenden-Jägern vorbeigezogen, oder?
Warum? Auch Apple, Microsoft oder Samsung zahlen Dividenden. Da kommt zwar bei der Rendite eher eine 1 als eine 3 vor dem Komma heraus, dafür ist das Dividendenwachstum aber höher. Deshalb kommen solche Tech-Titel auch für uns infrage – sofern der Preis stimmt.

Sie haben mehrfach die Preise angesprochen. DAX und Dow Jones haben zwischenzeitlich ja 2020 neue Rekordstände erreicht. Sind Aktien inzwischen teuer?
Bei einzelnen Werten ist das so, aber nicht in der Breite des Marktes. Das erkennt man übrigens ganz gut an der durchschnittlichen Dividendenrendite. Sie liegt in Deutschland aktuell bei etwa 3 Prozent, europaweit betrachtet sogar noch etwas darüber, in den USA und in Japan fällt sie ein wenig niedriger aus. Auch bei den Titeln im Deka-DividendenStrategie beträgt die durchschnittliche Rendite um die 3 Prozent. Andere Bewertungsmaßstäbe zeigen ebenfalls keine extremen Niveaus, insbesondere der europäische Aktienmarkt weist im weltweiten Vergleich eine attraktive Bewertung auf.

Auf Dividenden ist Verlass

Von 3 Prozent können Zinssparer ja nur träumen ...
Allerdings, aber trotzdem dürfen Anleger nicht vergessen, dass sie es hier mit völlig unterschiedlichen Anlageklassen zu tunhaben. Beim Tagesgeld bekommen Sparer 0 Prozent Zinsen, sie gehen aber auch kein Risiko ein. Wenn Anleger sich attraktive Dividendenrenditen sichern wollen, müssen sie dafür in Aktien investieren. Dabei treten Schwankungen auf, es geht auch schon mal abwärts mit den Kursen. Und aktuelle Beispiele wie Daimler, ThyssenKrupp oder die Deutsche Bank zeigen, dass es keine Garantie für die Höhe der Dividenden gibt – oder ob die Unternehmen überhaupt etwas zahlen. Wer sich das bewusst macht und die richtigen Konsequenzen zieht, nämlich breit gestreut und langfristig anzulegen, kann mit Dividendenwerten aber sehr weit kommen.

Nähere Informationen zum Deka-DividendenStrategie erhalten Sie hier.

Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen Wesentlichen Anlegerinformationen, Verkaufsprospekte und Berichte, die in deutscher Sprache bei der Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de, erhältlich sind.

Stand: 27.02.2020