18.3.2019 | Fürs Alter sparen Equal Pay Day – darum ist Vorsorge so wichtig

Stellen Sie sich vor, Sie bekämen 21 Prozent weniger Gehalt. So groß ist statistisch gesehen die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in Deutschland. Geld, das Frauen auch bei der Altersvorsorge fehlt. Gerade deshalb müssen sie beim Sparen umso mehr auf die Rendite achten.


TEXT: Antje Schmitz, Olivier Löffler

Bis zum 18. März haben Frauen dieses Jahr unentgeltlich gearbeitet. Erst ab jetzt bekommen sie Geld für ihre Arbeit. Hier zeigt sich überspitzt die geschlechtsspezifische Lohnlücke, die das Statistische Bundesamt mit Zahlen aus dem Jahr 2017 belegt: Frauen bekamen 2017 im Schnitt einen Bruttostundenlohn von 16,59 Euro, Männer hingegen verdienten 21 Euro. Aufs Jahr gerechnet mach das 77 Tage ohne Bezahlung. Auf diese Lohnlücke macht der Equal Pay Day aufmerksam, ein internationaler Aktionstag am 18. März. Seit 2008 findet er auch in Deutschland statt und wird vom Bundesfamilienministerium unterstützt.

Und die Lohnlücke hat auch langfristig Folgen: Frauen haben eben nicht nur heute weniger Geld zur Verfügung, sie werden auch eine schmalere Rente bekommen. Einerseits weil Frauen oft noch die Kindererziehung übernehmen und darum Lücken in der Erwerbsbiografie haben oder in Teilzeit arbeiten. Andererseits aber auch, weil selbst während der Berufstätigkeit geringere Löhne weniger Raum zum Vorsorgen lassen.

Der Schluss: Damit Frauen im Alter nicht mit leeren Händen dastehen, müssen sie dringend an ihre Altersvorsorge denken. Aber wie? Wer weniger verdient, kann weniger sparen. Die gute Nachricht: Mit renditestarken Sparformen wie dem Wertpapiersparen können kleinere Sparraten über die Jahre ausgeglichen werden: Ein Wertpapiersparplan über 80 Euro monatlich und angenommenen 5 Prozent jährlicher Rendite überholt nach elf Jahren einen 100-Euro-Sparplan auf ein traditionelles Sparprodukt mit einem Prozent Zins jährlich.

Grafik: KD1

Gabriele Widmann, Volkswirtin der DekaBank, empfiehlt Frauen, Monat für Monat eine feste Summe auf eigenen Namen in einen breit gestreuten Aktienfonds anzulegen. Spätestens wenn die Ausbildung beendet ist oder eine Familie gegründet wird, sollten Frauen damit starten. „Aktien schwanken natürlich stärker“, bewertet die Volkswirtin das Risiko. „Das stört aber nicht, wenn das Geld langfristig angelegt wird.“

Wichtig ist, dass Frauen überhaupt über ihre Altersvorsorge nachdenken, nicht nur am Equal Pay Day. Oder, um Gabriele Widmann zu zitieren: „Kümmert euch um das Thema, tut was!“

Stand: 18.3.2019